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ZUG: Ein Areal weckt Hoffnungen

Das Stadtparlament lobt den Bebauungsplan des ehemaligen Kantonsspitalareals. Gleichzeitig bestehen klare Erwartungen.
Samantha Taylor
Das Parlament will, dass die Chancen im Süden der Stadt genutzt werden. (Bild Stefan Kaiser)

Das Parlament will, dass die Chancen im Süden der Stadt genutzt werden. (Bild Stefan Kaiser)

Samantha Taylor

«Auf in den Süden»: Unter diesem Titel findet auf dem ehemaligen Kantonsspitalareal aktuell ein Kunst- und Kulturprojekt statt. Es endet zwar in etwas mehr als drei Wochen, sein Titel dürfte aber auch weiterhin aktuell bleiben und vor allem sinnbildlich für die Entwicklung des Areals sein. Denn das Gebiet «hat es in sich», wie Stadtrat und Bauchef André Wicki in der gestrigen Sitzung des Grossen Gemeinderats äusserte.

Konkret beriet das Stadtparlament in erster Lesung den Bebauungsplan und damit die Zukunft des Areals. Zur Erinnerung: Vorgesehen ist, dass auf den rund 20 000 Quadratmetern im Süden der Stadt Wohnungen – unter anderem Alterswohnungen und preisgünstige – entstehen. Weiter soll es Gewerbe und Dienstleistungen, ein Hotel mit Gastronomie und eine publikumsattraktive Nutzung «mit Strahlkraft», geben. Für Letztere, die auf dem Baufeld B angesiedelt werden soll, war das Kunsthaus im Gespräch. Das Projekt musste aus finanziellen Gründen beerdigt werden.

Ein Diamant, der weit strahlt

Dass nicht nur der Stadtrat, sondern auch der Grosse Gemeinderat (GGR) viel Hoffnung in dieses Areal setzt, wurde schnell klar. Urs Bertschi setzte in seiner Funktion als Präsident der Bau- und Planungskommission (BPK) geradezu zu einer Hymne an: «Etwas Besonderes», «etwas mit städtischem Leben», «etwas mit Ausstrahlung», «ein Ort der kulturellen Kreativität», «eine Oase des Lebens mit einem traumhaften Sonnenuntergang» soll es werden. Vor allem für das Baufeld B müsse eine Nutzung gefunden werden, die wie ein Diamant über die Kantonsgrenzen hinaus strahle. Damit dies nach dem Tod des Kunsthauses auch tatsächlich gefunden wird, will sich die Stadt fünf Jahre Zeit nehmen. Konkret wird im Bebauungsplan festgelegt, dass nach Festsetzung des Bebauungsplans die Nutzung für dieses Baufeld durch den Kanton als Grundeigentümer in Zusammenarbeit mit der Stadt innerhalb von fünf Jahren konkretisiert wird (Ausgabe vom Dienstag).

Sportlicher Plan

Sowohl dieser Punkt wie auch die Ausführung von Urs Bertschi fanden im Rat Unterstützung. Es wäre zwar schön, schon heute zu wissen, was mit dem Baufeld B passiere. «Aber jetzt muss halt ein Plan B zum Kunsthaus für das Areal ausgearbeitet werden», befand Willi Vollenweider für die SVP-Fraktion, und zwar müsse es ein Plan ohne Wohnnutzung sein. Ähnlich klang es bei den anderen bürgerlichen Fraktionen. Die FDP befand einzig den Zeitplan für die Festlegung der Nutzung als «sehr sportlich». Zentral sei deshalb der Hinweis, dass die Qualität wichtiger sei als die Zeit. «Eine einmalige Chance gibt es eben nur das eine Mal», mahnte Daniel Blank.

Keine zusätzlichen Parkplätze

Ebenfalls zufrieden zeigten sich die linken Fraktionen. Allerdings gab es von dieser Seite dann doch noch einige Bedenken. So kritisierte die Alternative-CSP die geplanten rund 100 neuen Parkplätze. Stefan Hodel forderte im Namen der Fraktion, dass ein Zeichen gesetzt und keine zusätzlichen Parkplätze gebaut würden. Der Ort sei mit dem öffentlichen Verkehr sehr gut erschlossen, und die Verkehrssituation im Süden sei schon heute prekär. «Zeigen wir, dass auch in Zug möglich ist, was in Zürich und Bern gemacht wird – nämlich der Bau von autoarmen Quartieren.» Das Anliegen blieb chancenlos. Der Rat lehnte den Antrag mit 12 zu 22 Stimmen ab.

Auch ein persönlicher Antrag von Urs Bertschi (SP) fand keine Mehrheit. Er wollte festlegen, dass in zwei Baufeldern, die für Wohnnutzung vorgesehen sind, im Erdgeschoss eine «publikumsattraktive Nutzung» statt «Gewerbe und Dienstleistung» vorgeschrieben wird. «Ich wünsche mir einen Cluster mit kulturellen Highlights und viel Leben.» Gerade Büros, die unter Dienstleistung fallen, würden aber das Leben eher töten. Der Antrag wurde mit 13 zu 23 Stimmen abgelehnt. Der Grosse Gemeinderat wird den Bebauungsplan noch in zweiter Lesung beraten und verabschieden.

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