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ZUG: Ein Buch berichtet über den Erfolg eines besonderen Konzepts

Über die Nachbarschaftshilfe Kiss ist ein Buch veröffentlicht worden. Darin erzählen Geber und Nehmer, was sie erleben. Die Publikation könnte auch der Politik dienen.

Zeit als Währung: Nach diesem Prinzip funktioniert die Nachbarschaftshilfe Kiss. Die vier Buchstaben sind eine Abkürzung und stehen für das Prinzip, das der Verein verfolgt: «Keep it small and simple» (siehe Box). Dass diese Idee funktioniert und an verschiedenen Orten in der Schweiz erfolgreich umgesetzt wird, zeigt nun ein Buch. Unter dem Titel «Zeit macht reich – Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften» stellt Heidi Lehner den Verein und seine Geschichte vor. Sie ist Mitbegründerin des Vereins Kiss und Geschäftsführerin der Sunflower-Stiftung. Die Stiftung ist Trägerin des Money Museum und hat zum Ziel, eine vertiefte Auseinandersetzung mit Geld anzuregen.

Lehner beleuchtet in dem Buch auf 96 Seiten die Geschichte von Kiss anhand von Erfahrungsberichten verschiedener Genossenschafter. Es kommen sowohl Personen zu Wort, die ihre Zeit spenden, wie auch Personen, die Zeit von anderen beziehen. Zusammen mit der Fotografin Mirjam Bollag Dondi hat Lehner für das Buch sieben Kiss-Genossenschaften in verschiedenen Schweizer Gemeinden besucht – auch in der Stadt Zug und in Cham.

Geschichten aus dem Kanton

Unterteilt ist das Buch in fünf Kapitel mit den Themen: «Kiss, was ist das», «Nachbarschaft», «Geben und Nehmen», «Zeit gutschreiben» und «Wohlbefinden». Unter diesen Übertiteln finden sich mehrere Geschichten von Gebern, Nehmern, erklärende Texte von Genossenschaftsgründern und passende Zitate von Gebern oder Nehmern in Kombination mit Bildern.

Eine dieser Geschichten ist jene von Yeldez Gwerder (66) und Marie-Noelle Koch (32). Yeldez Gwerder war 21 Jahre lang Geschäftsführerin von Tixi Zug, ist seit zwei Jahren pensioniert und selbst auf einen Rollstuhl angewiesen. Als vor einigen Monaten bei ihrem Mann Alzheimer diagnostiziert wurde, war das ein schwerer Schlag, weil er für sie immer eine grosse Stütze gewesen sei, wie sie sagt. Ihre Suche nach Entlastung hat sie dann zu Kiss Cham geführt. Vermittelt wurde ihr Marie-Noelle Koch. Die beiden sind ein «ideales Team», wie es im Buch heisst. Sie diskutieren aktuelle Themen, unternehmen gemeinsame Aktivitäten und helfen sich gegenseitig aus. Auf einer Doppelseite wird ihre Geschichte beschrieben, und sie erklären ihre Beweggründe für eine Teilnahme bei Kiss. Angereichert wird das Ganze mit Bildern.

Bald folgt ein zweites Buch

Das Buch sei einerseits eine ­Bestätigung für das Wirken aller Genossenschafter in der Schweiz, sagt Susanna Fassbind. Die Zugerin ist Gründungsmitglied des Vereins Kiss Schweiz und war bis April 2016 Co-Präsidentin. Heute ist sie Ehrenpräsidentin und Präsidentin des Vereins Kiss Kanton Zug. Fassbind hat ausserdem selbst ein Buch geschrieben über Kiss und ihr Wirken im Verein. Es erscheint im September. «Das aktuelle Buch soll ausserdem auch verbindend wirken. Die Mitglieder der einzelnen Genossenschaften sollen so sehen, was in anderen Genossenschaften in der Schweiz so läuft. Das Buch soll vernetzen – für einmal nicht digital, sondern mittels Papier», sagt Fassbind. Auf der anderen Seite hofft sie auch auf eine Strahlkraft ausserhalb der Organisation. «Die Publikation soll auch Politikern zeigen, dass das Modell Kiss sehr gut funktioniert und erfolgreich ist», erklärt Fassbind.

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Hinweis

«Zeit macht reich – Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften»,

Heidi Lehner, Jürg Conzett (Hrsg.), Conzett-Verlag by Sunflower Foundation, Zürich, 96 Seiten, 17.40 Franken, ISBN 978-3-03760-045-0.

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