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ZUG: Ein Ding aus einer anderen Welt?

Was es ist, bleibt ungewiss. Eines aber ist Claire Ochsners «Giraffalla» unbestritten: ein leuchtender Farbtupfer in einer eher grauen Umgebung. Mitten im Geschehen.
Andreas Faessler
Dreht sich seit 1999 munter um die eigene Achse: «Giraffalla». (Bild: Stefan Kaiser / Neue LZ)

Dreht sich seit 1999 munter um die eigene Achse: «Giraffalla». (Bild: Stefan Kaiser / Neue LZ)

Je prominenter ein Kunstwerk platziert ist und je öfter man an ihm vorbeikommt, desto unauffälliger wirds. Das ist so eine Art Umgekehrt-Proportionalität. Die «Giraffalla» ist ein solches Kunstwerk. Den wenigsten dürfte der Name etwas sagen, steht er doch nur ganz diskret auf zwei kleinen Täfelchen auf Knöchelhöhe vermerkt. Dabei kommen Tausende Menschen täglich an der «Giraffalla» vorbei. Und sie ist im Prinzip alles andere als unauffällig: Die Skulptur mit dem originellen Namen setzt einen bunten Akzent in einer ansonsten weitgehend farblosen Umgebung.

Flankiert von der Zuger Kantonalbank, einem Parkplatz, dem Glashof und der Baarerstrasse dreht sich «Giraffalla» mitten in der Brunnenanlage unentwegt um die eigene Achse. Eigentlich ist sie eine Brunnenfigur, die auf den ersten Blick an die Skulpturen in der Art von Niki de Saint Phalle erinnert. «Giraffalla» war 1999 ein Ankauf der Zuger Kantonalbank von der Basler Künstlerin Claire Ochsner (*1948). Geformt aus Metall und Polyester, erinnert die Skulptur an ein Fabelwesen. Das scheint allein aus dem Namen hervorzugehen, der möglicherweise die Giraffe mit der Farfalla (ital. Schmetterling) vereint und sich dreht (girare). Es bedarf etwas Fantasie und Vorstellungsvermögen, die Skulptur in den Kontext mit einem real existierenden Tier zu stellen. Wer weder Giraffe noch Schmetterling erkennen kann, sieht vielleicht Züge eines Seepferdchens, einer Paradiesschnecke oder eines exotischen Südseefisches – oder einfach einen Organismus von einem anderen Planeten. Was es schliesslich sein sollte, ist sowieso irrelevant, es ist die Verspieltheit der Formen – Kugel, Kreis, Spirale –, welche der Skulptur eine ungemeine Lebendigkeit verleiht. Gerade Linien finden sich kaum an Ochsners Werken. «Giraffalla» strahlt eine graziöse Leichtigkeit aus. Ihre Filigranität und die Farben scheinen zu sagen: nicht anfassen, nur schauen! Man hätte ohnehin keine Wahl, wenn man nicht nasse Füsse kriegen will.

Satte Farben, organische Formen, Bewegung und Leichtigkeit hat Claire Ochsner zu den Hauptattributen ihrer Werke erkoren. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Frenkendorf bei Basel. In ihrem öffentlich zugänglichen Skulpturengarten sind dauerhaft über 100 Plastiken jeglicher Grösse und Form zu sehen. Ochsners Werke trifft man an zahlreichen Orten im öffentlichen Raum – sowohl in der ganzen Schweiz als auch in vielen weiteren Ländern rund um den Globus.

Andreas Faessler

Hinweis

Mit «Hingeschaut!» gehen wir wöchentlich mehr oder weniger auffälligen Details mit kulturellem Hintergrund im Kanton Zug nach. Frühere Beiträge finden Sie unter www.zugerzeitung.ch/hingeschaut

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