ZUG: Ein Einblick in eine kleine Welt

Das Theater Saft führte gestern in der Altstadt das Stück «Der kleine Mann» auf. Die zwei engagierten Schauspielerinnen hauchten den Charakteren Leben ein und entführten das junge Publikum in ihre Welt.

Nils Rogenmoser
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Giannina Masüger (links) und Viviane Borsos sind mit «Der kleine Mann» in Zug aufgetreten. (Bild: Stefan Kaiser (1. Oktober 2017))

Giannina Masüger (links) und Viviane Borsos sind mit «Der kleine Mann» in Zug aufgetreten. (Bild: Stefan Kaiser (1. Oktober 2017))

Nils Rogenmoser

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Bereits seit 2015 inszenieren ­Giannina Masüger und Viviane Borsos, die sich auf der Theaterschule in Zürich kennen gelernt haben, Erich Kästners «Der kleine Mann». Das Duo ist eingespielt und hat bei Auftritten in der ganzen Deutschschweiz bereits reichlich Erfahrung gesammelt. Masüger versucht den Reiz des Theaterstücks in Worte zu fassen: «Wir lieben es, die Kinder mit Hilfe unseres Stücks in unsere Welt entführen zu können. Ausserdem amüsieren sich auch die Eltern in der Regel und haben Freude, dass ihre Kinder so prächtig unterhalten werden.» Borsos fügt an, dass ihnen das Spielen des Stücks immer noch viel Spass bereite und dass es Usus sei, ein Theaterstück über eine längere Zeit aufzuführen, da viel Vorarbeit investiert werden müsse. So sind etwa Geschlechterrollen in Kästners Vorlage der 1960er-Jahre klar verteilt. Dass die zwei Frauen in ihrer Interpretation auch die männ­lichen Charaktere verkörpern, bricht diese Bilder auf.

Eine turbulente Geschichte

Judith Salome Weingartner ist das Gesicht des Vereins Schabernack ... partout Variété, in dessen Räumen in der Ober Altstadt 9 das Theater aufgeführt wird. Die Idee des Vereins sei, Jux und Schabernack an allen Ecken zu verbreiten – wie der Name es bereits verrate, so Weingartner. Die Zugerin, die im Zirkus Clown spielt, erzählt, wie es zum Gastspiel des Theaters Saft gekommen ist: «Ich kenne beide Frauen von früher und weiss, dass sie mit viel Herzblut bei der Sache sind. Wir organisieren allerlei Anlässe, und da die beiden Schabernack verbreiten, sind wir glücklich.» Ein paar Minuten nach 14 Uhr beginnen Giannina Masüger und Viviane Borsos die kleine, aber feine Bühne, die sie bereits mit ihren selbst angefertigten Bühnenmöbeln eingerichtet haben, zu beleben. Masüger verkörpert Mäxchen, der zwar winzig klein ist und in einer Streichholzschachtel schläft, doch unbedingt ein grosser Artist werden will. Die Kinder, die mit ihren Eltern da sind und sich zahlreich in die erste Reihe gesetzt haben, werden von Mäxchens wundersamer Entwicklung zu einem Hollywood-Star in den Bann gezogen. Mit wechselnder Mimik und witzigen Gesangs- und Tanzeinlagen bietet das Theaterstück viel Abwechslung. Nachdem Mäxchen sich spektakulär aus den Fängen seines Entführers befreit hat und das gemeinsame Leben mit dem Zauberkünstler und Mentor Jokus von Pokus geniessen könnte, wird ihm klar, wie einsam er ist. Freudig applaudiert das Publikum zum Schluss, da Mäxchen eine Freundin der gleichen Grösse findet und fortan glücklich weiterlebt.

Der elfjährige Julian ist begeistert vom Theaterstück: «Am besten hat mir die Szene gefallen, als Mäxchen dem alten Mann geschickt seine Sachen gestohlen hat», erzählt er begeistert.