ZUG: Ein einfaches Spiel für Versicherungsbetrüger?

Die Bekämpfung von Missbrauch sei erfolgreich, heisst es bei der IV-Stelle. Ein aktueller Fall lässt hingegen Zweifel aufkommen.

Christian Glaus
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Heute haben die Versicherungen bessere Möglichkeiten mutmassliche Betrüger zu observieren. (Symbolbild / Neue ZZ)

Heute haben die Versicherungen bessere Möglichkeiten mutmassliche Betrüger zu observieren. (Symbolbild / Neue ZZ)

Kürzlich vor dem Zuger Strafgericht: Ein heute 39-jähriger Familienvater soll über Jahre hinweg eine Krankheit vorgetäuscht und so die Invalidenversicherung (IV) um über 210 000 Franken betrogen haben. Die Staatsanwaltschaft fordert für ihn 28 Monate Haft, wovon er die Hälfte im Gefängnis absitzen soll. Pikant: Die Verteidigung wirft der IV-Stelle Zug vor, sie hätte früher und besser abklären müssen, ob der Mann die Gelder wirklich rechtmässig bezog. Der Vertreter der IV-Stelle hingegen betonte, dass diese aufgrund der vielen Dossiers gar nicht genügend personelle Ressourcen habe, um alle Fälle detailliert auf möglichen Missbrauch zu untersuchen. Ein einfaches Spiel für Betrüger also?

So will dies Heidi Schwander, die stellvertretende Leiterin der Zuger IV-Stelle, nicht verstanden haben. «Der Fall ist ein gutes Beispiel», sagt sie. «Er zeigt nämlich, dass es die letzten Gesetzesrevisionen bei der IV brauchte.» Im Jahr 2008 trat die fünfte IV-Revision in Kraft. Dabei wurden zusätzliche Möglichkeiten zur Erkennung und Bekämpfung von Missbrauch geschaffen. So sind seither auch Observationen möglich. «Nur ein Jahr nachdem wir diese neuen Instrumente erhalten haben, begannen unsere Ermittlungen in diesem konkreten Fall», erklärt Heidi Schwander. «Das zeigt uns, dass die Instrumente wirken.»

Ob das tatsächlich so ist, lässt sich allerdings nicht überprüfen, konkrete Zahlen gibt die IV-Stelle Zug nicht heraus. Dies hätten die kantonalen IV-Stellen so vereinbart, sagt Heidi Schwander.