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ZUG: Ein eingespieltes Team am Ruder

Jürg Casalini ist seit 25 Jahren Betriebsleiter der Kunsteisbahn Zug. Und Maya Huber ist bereits 33 Jahre mit an Bord. Auch in einer anderen Position herrscht bei der Kunsteisbahn Kontinuität.
Marco Morosoli
Der Kunsteisbahn-Betriebsleiter Jürg Casalini und die Teamleiterin Administration Maya Huber arbeiten seit mehr als 30 Jahren am gleichen Ort – und sind noch immer mit Leidenschaft dabei.

Der Kunsteisbahn-Betriebsleiter Jürg Casalini und die Teamleiterin Administration Maya Huber arbeiten seit mehr als 30 Jahren am gleichen Ort – und sind noch immer mit Leidenschaft dabei.

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Heute Samstag vor 50 Jahren ist die Kunsteisbahn Zug (KEB) mit einem grossen Eishockeyturnier eingeweiht worden. Per Zufall ist auch der 25. November 1967 auf einen Samstag gefallen. Tags darauf hat der neu gegründete EV Zug das Turnier gewonnen. Beim entscheidenden Spiel gegen den SC Bern sind 3500 Zuschauer dabei. «Das Stadion glich zeitweise einem Hexenkessel», haben die «Zuger Nachrichten» hinterher geschrieben. Der Event auf der KEB, so die Zeitung weiter, sei «allerbeste Propaganda für den Eishockeysport in Zug».

Wegweisend für den späteren EVZ-Höhenflug: Die Kunsteisbahn ist mit einer Ausdehnung von 5000 Quadratmetern damals die viertgrösste von 56 Kunsteisbahnen in der Schweiz. Die Gründer haben mit ihrem Mut denn auch wesentlich dazu beigetragen, dass der EVZ zu dem geworden ist, was er heute ist.

Zu einer Allrounderin geworden

Während beim EV Zug Saison für Saison neue Spieler kommen und andere wieder gehen, herrscht bei der Kunsteisbahn grosse Kontinuität. Die Teamleiterin Administration Maya Huber ist seit 1984 an Bord. Jürg Casalini ist seit 1992 als Betriebsleiter im Einsatz. Dazu kommen noch fünf Jahre als Eismeister. Auch der Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Wild führt die Betriebs­gesellschaft seit 30 Jahren.

Maya Huber kann sich noch gut an ihre ersten Tage auf der KEB erinnern. Der damalige Administrator Heinz Rinderli, der ihr bekannt gewesen ist, habe sie gefragt, ob sie Lust auf einen KEB-Job habe. Dass Maya Huber der 50-Prozent-Job gefällt, zeigt sich dadurch, dass sie immer noch nicht ans Aufhören denkt. Sie ist dabei zu einer Allrounderin geworden. Neben ihrer administrativen Arbeit hilft sie ab und an auch der KEB-Kasse aus. «So weiss ich, was an der Front läuft», sagt die Baarerin. Manchmal steht sie auch in der Garderobe an der Theke und gibt Mietschlittschuhe heraus. Auch ein Job, bei dem es eine gewisse Konzentration braucht, denn es gibt kaum Schlimmeres, als wenn eines der auf der KEB verfügbaren 600 Schlittschuhpaare vertauscht wird.

Motivation wie beim ersten Arbeitstag

Die Baarerin macht ihren Job auch nach all den Jahren gern: «Sicher, gewisse Dinge wiederholen sich immer wieder, aber jedes Jahr gibt es neue Herausforderungen.» Verändert hat sich über all die Jahre auch das Pflichtenheft von Maya Huber. Als der EVZ noch in den Nullerjahren in der als «Gemüsehalle» verpönten Herti-Halle um Punkte gekämpft hat, kümmerte sich Maya Huber auch um die EVZ-Ticketverkäufe an der Tageskasse. Mehr noch: Sie hat die Tickets auf die verschiedenen Vorverkaufsstellen verteilt. Dabei sei sie an der Klosterapotheke in Muri vorbeigekommen, in der damals noch Hans-Peter Strebel am Verkaufstisch gestanden ist. Heute ist Strebel Verwaltungsratspräsident des EV Zug.

All die Jahre hat Maya Huber aber eines (noch) nicht gelernt: das Schlittschuhlaufen. Obwohl sie auf der Kunsteisbahn arbeitet, schaut sie sich nur selten EVZ-Spiele live in der Bossard-Arena an. In der Führung wird die zuverlässige Arbeit von Maya Huber hoch geschätzt. Bescheiden gibt Maya Huber die Lorbeeren weiter: «Wir haben ein gutes Team und reden viel miteinander.» Dieses Betriebsklima wirkt sich auch positiv auf die Eismeister aus, die teilweise auch schon lange ihre Funktion ausüben.

Das kommt nicht von ungefähr. Für KEB-Betriebsleiter Jürg Casalini hat das Arbeiten in und um die Bossard-Arena herum den Status «Traumjob». Mit ihm kümmern sich neun Eismeister darum, dass die Mieter der Kunsteisbahn die Anlagen optimal nutzen können. Im Winter kommen noch rund 20 Teilzeitkräfte dazu. Casalini hat bis in die späten 1980er-Jahren auf höchstem Niveau Eishockey gespielt. Nach dem NLA-Aufstieg im Jahre 1987 hat es dann allerdings – obwohl Kapitän – nur mehr selten zu Einsätzen gereicht. Doch in dieser Zeit hat er schon zwei Herzen in seiner Brust gehabt. Es hat Fälle gegeben, in denen er sich in einer Drittelspause um Belange der Eisbahn hat kümmern müssen.

Handwerklich begabt zu sein, ist ein Vorteil

Das Doppelspiel ist ihm dann zu viel geworden, und er hat seine Aktivkarriere nach der Saison 1987/88 beendet. Berufsbegleitend hat Casalini dann noch eine Handelsschule besucht. Als ihm 1992 der Job eines Betriebsleiters angeboten worden ist, hat er schnell zugesagt und den Schritt nie bereut. Er habe spannende Zeiten erlebt. Den Umzug von der Hertihalle in die Bossard-Arena sei «nervenaufreibend, aber auch schön gewesen». Was den Job interessant macht, umschreibt Jürg Casalini so: «Er ist sehr vielfältig. Da musst du alles ein wenig können. Handwerklich begabt zu sein, ist von Vorteil.» Auch das Schichtschaffen macht dem Betriebsleiter nichts aus: «Das gehört zu meinem Job.» Es könne vorkommen, dass erst nach Mitternacht das Lichterlöschen angesagt sei. Aber Casalini macht seine Arbeit immer noch gerne.

Doch im Gegensatz zu Maya Huber hat der 61-Jährige sich schon Gedanken über seinen Abgang gemacht. Seine Idee: Ende 2019. Das habe er dem KEB-Verwaltungsrat auch schon mitgeteilt. Er verspricht aber, seinen Nachfolger noch einzuarbeiten. Wie er sich fühlen wird, wenn er zum letzten Mal den KEB-Universalschlüssel dreht, weiss er noch nicht. Bis zu diesem Datum wird er noch einiges erleben und weiss ein Team um sich, auf das er sich verlassen kann.

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