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ZUG: Ein Gemeinderat in der Zwickmühle

Das Seniorentheater St. Johannes überzeugt mit dem Lustspiel «Dorfmoral uf Halbmascht» das Premieren-Publikum – Schmunzeln und lautstarke Lachsalven inklusive.
Martin Mühlebach
Von links: Mirta Mock (gespielt von Hedwig Nietlisbach), Hedi Noser (Rita Pföstl) und Selma Renner (Miriana Huber) auf der Bühne im Pfarreisaal St. Johannes Zug. (Bild: Werner Schelbert (17. Februar 2018))

Von links: Mirta Mock (gespielt von Hedwig Nietlisbach), Hedi Noser (Rita Pföstl) und Selma Renner (Miriana Huber) auf der Bühne im Pfarreisaal St. Johannes Zug. (Bild: Werner Schelbert (17. Februar 2018))

Martin Mühlebach

redaktion@zugerzeitung.ch

Das Seniorentheater St. Johannes Zug verzückt unter der versierten Regie von Kurt Studer das Publikum mit dem Lustspiel «Dorfmoral uf Halbmast». Der Dreiakter von Jens Exler löst auf of­fener Szene Schmunzeln und lautstarke Lachsalven aus. Kurt Studer betont: «Das Stück stellt hohe Anforderungen an die Schauspielerinnen und Schauspieler, da sie gleichzeitig auf der Bühne stehen, aber lange auf ihren aktiven Einsatz warten müssen.» In den rund 35 Proben habe das gut eingespielte Team vor und hinter der Bühne aber ausgezeichnete Arbeit geleistet. Einer gelungenen Premiere stünde nichts mehr im Weg.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die vor kurzem erfolgte Eröffnung eines Nachtclubs mitten im Dorf. Der Gemeindepräsident Schorsch Noser (Stefan Füglistaller) und seine Amtskollegen Hermi Renner (Hugo Birchmeier) und Adi Mock (Peter Vögeli) haben plötzlich viele fragwürdige Nachtsitzungen zu absolvieren. Hedi Noser (Rita Pföstl), Selma Renner (Miriana Huber) und Mirta Mock (Hedwig Nietlisbach), die Ehefrauen der drei Gemeinderäte, ahnen vorerst nicht, warum sich ihre «vielbeschäftigten» Gatten nicht für die Schliessung des Nachtclubs einsetzen. Was die Sache des Gemeinderates wäre, übernimmt dann die Posthalterin Anni Räber (Cécile Stuber). Gemeinsam mit der «Blick»-Verkäuferin Susi (An­na Maria Horat), die zwischendrin als Engel erscheint und das schändliche Treiben auf der Erde anprangert, öffnet sie den gehörnten Ehefrauen die Augen.

Und bittere Tränen werden geweint

Den Gemeinderäten weht ein rauer Wind entgegen, zumal sie auch noch mit der Lehrerin Uschi Brieger (Edith Wallimann) und dem Jagdaufseher Jonny Nüssli (Werner Gloor) in den Clinch geraten. Die beiden fordern den sofortigen Stopp der Versenkung von Chemieabfall im Waldweiher, der laut den Gemeinderäten – genau wie der Nachtclub – erhöhte Steuereinnahmen generiert. Fredi Noser (Edi Hess), der in die Lehrerin verliebte Sohn des Gemeindepräsidenten, stellt sich gegen seinen Vater. Als die Frauen herausfinden, was ihre Göttergatten treiben, weinen sie bittere Tränen wegen der «Freudenspenderinnen» im Nachtclub.

Der Regisseur betont zu Recht: «Das Lustspiel animiert zum Lachen, aber im Grunde erzählt es eine traurige Geschichte.» Fredi Noser rät den Trauernden: «Lasst eure Männer etwas Appetit holen und fragt euch, warum sie anderen Frauen nachschauen.» Und nebenbei bemerkt er: «Mit den richtigen Zutaten lassen sich auch alte Möbel auffrischen.» Diese Bemerkung zeigt Wirkung. In welcher Form wird an dieser Stelle nicht ver­raten.

Käthi Graber aus Zug sagt nach der Premiere: «Ich besuche das Seniorentheater St. Johannes seit vielen Jahren. Es gibt immer etwas zum Schmunzeln und zum Lachen.» Genial finde sie die gelungene Rollenverteilung. Der trockene Humor der Hedi Noser, das temperamentvolle Spiel der Selma Renner und die moralisierenden Auftritte der Posthalterin hätten ihr besonders gefallen. Aber überzeugt hätten alle.

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