Zug
Ein Gesamtkonzept soll die Schulen Maria Opferung und Kirchmatt gemeinsam weiterentwickeln

Der Schulstandort Kirchmatt/Maria Opferung ist der zweitgrösste Schulstandort der Stadt. Die nachgewiesene Schadstoffbelastung im Gebäude Maria Opferung macht einen Neubau notwendig.

Harry Ziegler
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Das Schulgebäude Maria Opferung und die Schulanlage Kirchmatt liegen beide auf den benachbarten Parzellen Klosterstrasse und Kirchmattstrasse leicht erhöht über der Stadt Zug. Zusammen mit anderen Standorten in fünf Stadtquartieren bilden sie den Schulkreis Zentrum, den zweitgrössten Schulstandort in der Stadt. Die Schulanlage Kirchmatt wurde in den 1960er-Jahren gebaut und muss in den kommenden Jahren umfassend saniert werden.

Ebenfalls in den 1960er-Jahren wurde das Schulhaus Maria Opferung gebaut. In diesem Gebäude wurde 2011 eine erhebliche Schadstoffbelastung mit Naphthalin nachgewiesen. Das macht einen Abriss unvermeidbar. Das Gebäude ist deswegen auch aus dem Inventar schützenswerter und geschützter Bauten entlassen worden. Der Stadtrat hat aufgrund der Belastung per Ende 2013 für das Schulgebäude Maria Opferung eine Rückstellung von 6,5 Millionen Franken vorgenommen.

Laut Stadtrat mache es Sinn, die beiden Parzellen gemeinsam im Rahmen eines Gesamtkonzepts zu betrachten, da beide Standorte völlig ausgelastet seien. Dafür will der Stadtrat einen Wettbewerb ausschreiben und beantragt einen Wettbewerbskredit von 650'000 Franken. Der Wettbewerb soll Aussagen machen und allfällige Möglichkeiten aufzeigen zur Erstellung eines Ersatzbaus der Schule Maria Opferung, zur Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Kirchmatt und zur Erstellung eines Gesamtkonzepts für die integrale Entwicklung des Schulstandortes Kirchmatt/Maria Opferung.

Begrenzte Erweiterungsmöglichkeit

Im Gebäude Maria Opferung befinden sich neben der Heilpädagogischen Schule Zug (HPS), die laut stadträtlichem Bericht gut die Hälfte der Räume belegt, auch «ausgelagerte Räumlichkeiten der Schulanlage Kirchmatt, eine Gruppe der schulergänzenden Betreuung sowie die Schuldienste Psychomotorik und Logopädie. Zwischen diesen Nutzerinnen bestehen betriebliche und funktionale Synergien». Die Stadt Zug ist seit mehr als fünfzig Jahren Trägerin der HPS und damit verantwortlich für den Schulbetrieb sowie baulichen und betrieblichen Unterhalt, wie der Stadtrat ausführt. Die Kapazitäten der Anlage Kirchmatt seien erschöpft. Noch könne «der minimale Raumbedarf nur mit Hilfe des ausgelagerten Schulraums im Gebäude Maria Opferung und mittels Provisorien abgedeckt werden. Gleiches gilt für die schulergänzende Betreuung, deren Räumlichkeiten ebenfalls vollständig ausgelastet sind», schreibt der Stadtrat weiter.

Erweiterungen oder eine Verdichtung auf der Parzelle Kirchmatt sind kaum mehr möglich. «Um den Verbleib aller Nutzerinnen am Schulstandort sicherstellen und den Raumbedarf langfristig abdecken zu können, müssen die Parzellen gemeinsam betrachtet werden. Aus diesem Grund soll der Standort gesamthaft entwickelt, neu ausgerichtet und integral beplant werden, wobei der Ersatzbau Maria Opferung zwingend als Erstes zu realisieren ist», begründet der Stadtrat seinen Entscheid für einen Wettbewerb.