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ZUG: Ein Hauch von Hansestadt

Die Fassade des Hauses Felber lehnt sich einem besonderen Baustil an, der eigentlich in einer ganz anderen Region Europas verbreitet ist.
Das Haus Felber an der Gotthardstrasse orientiert sich an der nordischen Backsteingotik. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das Haus Felber an der Gotthardstrasse orientiert sich an der nordischen Backsteingotik. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Es könnte in Hansestädten wie Rostock stehen, Wismar, Stralsund, Lübeck, Stettin oder Danzig. Aber es steht hier bei uns in Zug: Das so genannte Haus Felber mit der Adresse Gotthardstrasse 31 fällt irgendwie ein bisschen aus dem Rahmen angesichts der hierzulande gängigen Architektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Seine beiden Schaufassaden nämlich sind der typisch nordischen Backsteingotik nachempfunden, wie sie vor allem in Norddeutschland und allgemein entlang der Nord- und Ostseeküste verbreitet ist. Solche Häuser mit Sichtbacksteinfassade und Treppengiebeln reihen sich dort in mancher Stadt zuhauf aneinander und prägen die Strassenflucht massgeblich.

Verwalter Johann Michael Stadlin und Metzger Carl Stocklin-Schwerzmann liessen das Gebäude an der Gotthardstrasse um 1881 als Lager- und Wohnhaus erbauen. Es war mit dem Alten Kopfbahnhof der Nordostbahn per Gleis verbunden und diente unter anderem als Zwischenlager für Bahngüter, bis um 1897 der neue Bahnhof gebaut wurde. Ab 1907 war der Handelsmann Xaver Felber Besitzer des Hauses, nach dem es bis heute benannt wird. Einem kunsthistorischen Bericht des ehemaligen Zuger Denkmalpflegers Georg Frey sowie der stellvertretenden Kantonalen Denkmalpflegerin Monika Twerenbold ist weiter zu entnehmen, dass die metallenen Jalousien insofern eine Besonderheit darstellen, als sie landesweit an nur 79 Gebäuden je angebracht worden sind. Das Haus Felber steht unter kantonalem Schutz.

Dem aufmerksamen Beobachter dürfte diese Fassadengestaltung aber auch woanders in Zug schon aufgefallen sein. Damit liegt er richtig, denn fast identisch präsentiert sich die Kopffassade der Untermüli, ehemaliges Orris Fettwerk. Das kommt nicht von etwa: Die 1897 erbaute Untermüli wurde von Stadlin und Stocklin mitbegründet. Auch bei der Fassade der Untermüli ist die Front in drei spitzbogig zulaufende Fassadenfelder unterteilt. Die Fensteranordnung hier ohne Jalousien – ist identisch mit dem Haus Felber und ebenso der Treppengiebel. Eine interessante Variante dieser charakteristischen Fassadengestaltung zeigt übrigens die nach Osten zeigende Front der Untermüli. Hier fasst ein grosses Spitzbogenfeld zwei kleinere zusammen.

Sowohl das Haus Felber als auch die Untermüli sind beides eindrucksvolle und bedeutende bauliche Zeugen der Stadtzuger Industriegeschichte.

Andreas Fässler

Hinweis

Mit «Hingeschaut!» gehen wir wöchentlich mehr oder weniger auffälligen Details mit kulturellem Hintergrund im Kanton Zug nach.

Fast identisch wie die Fassade des Hauses Felber ist jene des Hauses Untermüli. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Fast identisch wie die Fassade des Hauses Felber ist jene des Hauses Untermüli. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

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