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ZUG: Ein Jahrhundertprojekt spaltet die Zuger Bevölkerung

Seit rund 100 Jahren wird diskutiert, wie die Stadt Zug vom Verkehr entlastet werden könnte. Nun liegt erstmals eine Lösung auf dem Tisch, über die das Stimmvolk am 14. Juni befinden kann: Stadttunnel mit Zentrum Plus. In einem Streitgespräch haben wir Baudirektor Heinz Tännler und den Grüne Kantonsrat Andreas Lustenberger zum Projekt befragt.
Debattieren über den Stadttunnel: Regierungsrat Heinz Tännler (links) und Andras Lustenberger, Kantonsrat für die Alternative-die Grünen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Debattieren über den Stadttunnel: Regierungsrat Heinz Tännler (links) und Andras Lustenberger, Kantonsrat für die Alternative-die Grünen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Andreas Lustenberger, wie sind Sie heute zu uns an die Baarerstrasse gefahren?
Andreas Lustenberger:
Mit der S-Bahn.

Und Sie, Heinz Tännler?
Heinz Tännler:
Zu Fuss.

Ist das gelebte Zukunft? Man steuert das Parkhaus an und bewegt sich danach zu Fuss oder mit dem ÖV?
Lustenberger:
Absolut. Das muss das Ziel sein. Noch besser wäre, wenn die Leute bereits mit dem ÖV in die Stadt fahren würden. Benützen sie das Auto trotzdem, dann müssen sie möglichst weit ausserhalb der Stadt parkieren und ebenfalls mit dem ÖV in die Stadt fahren.

Tännler: Absolut, das ist das erklärte Ziel des Stadttunnels. Es wird nicht mehr mit dem Auto in der Innenstadt herumgekarrt, sondern man bewegt sich zu Fuss.

Schon vor 100 Jahren waren die Zuger überzeugt: Das Verkehrsproblem in der Stadt kann man nur mit einem Tunnel lösen. Jetzt liegt wieder ein Projekt mit Zentrum Plus auf dem Tisch, aber Sie, Andreas Lustenberger, sagen: nein Danke. Weshalb?
Lustenberger:
Dass jede Kammer mit dem Auto angefahren werden kann, dies wollen wir nicht. Ebenso wenig wollen wir in Zukunft die Parkhäuser im Zentrum. Die verkehrsfreien Plätze beim Metalli oder Postplatz stehen in keinem Verhältnis zu den Kosten, zumal ein grosser Teil der Altstadt ja schon verkehrsfrei ist. Die Stadt Zug entwickelt sich gegen Norden und Westen und dafür ist der Nutzen des Tunnels zu gering.

Was bestärkt Sie, Heinz Tännler, im Glauben, dass dieses Projekt genau richtig ist?
Tännler:
Das ist nicht nur ein Glaube – das ist Überzeugung, die sich auf Fakten und Abklärungen stützt. Die Gegner suchen krampfhaft nach Argumenten gegen das Projekt. Sie wollen offenbar den Stadttunnel mit Zentrum Plus nicht. Dabei ist das Konzept schlicht fantastisch.

Wie meinen Sie das?
Tännler:
Ganz einfach: Es hebelt das übliche Links-Rechts-Schema aus. Wir haben es jetzt gerade gehört: Andreas Lustenberger will gar nichts. Und was passiert dann? Nichts. Es geht weiter wie in den letzten 100 Jahren. Das heisst, wir fahren ein weiteres Projekt an die Wand. Dann gibt es auch einen Kreis von Neinsager, der möglichst viel Verkehr in der Stadt will. Aber auch damit haben wir nichts gewonnen. Fakt ist doch: Wir haben jetzt ein Projekt, das den Zubringerdienst ermöglicht und wir können jedes Parkhaus anfahren lässt. Damit entsteht ein ganz anderes innerstädtisches Mobilitätsverhalten.

Lustenberger: Das sehe ich anders. Meiner Meinung nach könnten wir die Beruhigung der Stadt anders realisieren.

Tännler: Wie?

Lustenberger: Wir müssen den ganzen Ziel-Quell-Verkehr ausschalten. Zweitens müssen wir Parkhäuser ausserhalb der Stadt bauen. Wir konzentrieren uns mit dem Zentrum Plus auf einen viel zu kleinen Raum, dem innerstädtischen Altstadt-Neustadt-Raum, anstatt dass wir in grösseren Dimensionen denken. Der innerstädtische Verkehr muss raus. Zulieferer und Personen, die zum Arbeiten kommen, dürfen reinfahren. Jeder andere, der nur durchfahren will, der kann das nicht mehr. So könnte man auch die Bahnhofstrasse im Gegenverkehr befahrbar und damit die Vorstadt autofrei machen, weil weniger Autos vorhanden sind.

Tännler: Wenn ich als Politiker sagen würde, wir bauen in Oberwil, zwischen Zug und Baar und in Cham ein Parkhaus für ein Park & Ride-System, aber man kann weiterhin durch die Stadt fahren, weil man sie ja nicht schliessen kann, und wir fahren im Gegenverkehr auf der Bahnhofstrasse – ja dann erleiden wir garantiert ein weiteres Debakel. Das ist doch keine Lösung. Mit unserem Projekt unterbrechen wir die Nord-Süd- und die Ost-Westverbindung. Das ist der Schlüssel.

Das vorliegende Projekt erschiesst und entlastet – ist das ein Fehler?
Lustenberger:
Da gibt es unterschiedliche Meinungen. Wir müssen über Kapazitäten im Strassenverkehr nachdenken, sage ich. Andere sind der Meinung, dass am falschen Ort ausgebaut wird.

Tännler: Jetzt sehen wir, wie uneinig sich die Gegnerschaft ist. Wenn ich höre, es würde am falschen Ort investiert, dann halte ich fest: Gerade hier an der Baarerstrasse, wo es einmal autofrei sein soll, wird gebaut. Gewaltig. Auch auf dem alten Kantonsspitalareal, im Salesianum, im Hänibühl wird stark gebaut. Und die Gegner tun immer so, als befände sich der Süden im Tiefschlaf. Wir haben auch in den letzten Jahren Millionen ausserhalb der Stadt in Projekte investiert, insbesondere im Ennetsee. Die bürgerlichen Gegner wollen den Leuten weismachen, der Kanton müsse die Strassen an einem anderen Ort bauen. Aber will das Andreas Lustenberger? Ich glaube kaum. Ich konstatiere: Man ist dagegen, weil man dagegen ist. Die einen wollen keinen Verkehr, die anderen möchten das Geld anderswo investieren. Der klare Auftrag des Kantonsrates an die Baudirektion war, den Verkehr zu kanalisieren. Und das tut dieses Projekt.

Lustenberger: Vielleicht ist das Problem dieses Projektes, dass man im Vorfeld zu viele Kompromisse gemacht hat. Wir sind überzeugt, dass der Stadttunnel mehr Verkehr verursacht.

Tännler: Das Gegenteil ist der Fall. Der Stadttunnel mit Zentrum Plus wird den Verkehr vermindern. Weil in der Stadt eine ganz andere Aufenthaltsqualität entsteht. Viele werden sagen: In diese Stadt fahre ich mit dem Bus, der S-Bahn oder mit dem Velo. Und danach gehe ich zu Fuss. Das Mobilitätsverhalten wird sich ändern.

Und wer sind die Leidtragenden des Projekts?
Lustenberger:
Da gibt es einige. Nehmen wir das Gubelloch. Dort geht der Verkehr raus und es gibt eine Zunahme. Die Autos werden zum Kreisel Aabachstrasse geleitet. Dort sollen sie dann einfach verschwinden. Das wird nicht der Fall sein. Der Verkehr geht entweder Richtung Nordstrasse, wo es Wohnungen hat. Oder er geht weiter Richtung Chamerstrasse. Dort wohnen auch Leute. Zudem wird das Herti-Quartier belastet. Dasselbe gilt für das Guthirt-Quartier. Dort kommt man aus dem Portal Gotthardstrasse raus und fährt direkt ins Quartier. Es heisst zwar, es gibt dort einen Riegel. Ich bezweifle aber, dass die Stadt das nun plötzlich machen wird.

Tännler: Natürlich wird sie das machen. Das ist fester Bestandteil des generellen Projekts. Das hat der Kantonsrat beschlossen und davon weichen wir nicht ab. Und dann: Es wird auf der Industriestrasse bis zur Höhe Gubelloch mehr Verkehr geben. Aber dort ist weitestgehend kein Wohngebiet. Beim Ausgang Gubelloch gibt es ebenfalls kaum Wohnungen. Danach wird der Verkehr Richtung Nordstrasse kanalisiert. Alle, die in diesem Gebiet gebaut haben, kannten die Ausgangslage. Und dann muss ich einfach sagen: Das Hertiquartier wird nicht mehr Verkehr erhalten. Es ist eine reine Behauptung, dass die Aussenquartiere mehr belastet werden.

Das Zentrum Plus geht vom Gubelloch bis zum Casino. Es gibt Stimmen, die sagen, das sei falsch. Die Stadt entwickle sich im Westen. Was stimmt?
Tännler:
Wo will man denn das Zentrum Plus? Auf dem Siemens-Areal? Nein, dort will ich das nicht. Man hat lange über das Zentrum Plus diskutiert. Und man hat sich für den Bereich vom Casino bis zum Gubelloch entschieden, weil genau dort die Musik spielt. Ich will kein Zentrum Plus bei der Glencore oder bei der Siemens. Dort arbeiten die Leute und dann gehen sie wieder heim. Vom Gubelloch bis zum Casino und vom Parkhotel bis zur kantonalen Verwaltung, in diesem Bereich bewegen sich die Leute. Dort lebt man. Dort braucht es die Beruhigung.

Lustenberger: Ich teile diese Meinung: Der Bereich Metalli, Bahnhof, und beim See befinden sich die Ballungszentren. Ich glaube aber nicht, dass die geplante Entlastung der Bahnhofstrasse oder der Neugasse zu mehr Belebung führt. Das ist der eine Punkt. Auf der anderen Seite haben wir gerade im Bereich der Seepromenade schon einen grossen verkehrsfreien Teil. Hier schafft man etwas, das zu wenig Nutzen bringt. Und der Verkehr verschwindet trotzdem nicht aus diesem Gebiet.

Das Zentrum Plus besteht aus drei Kammern. Aber die kann man nicht durchfahren. Wie sieht es da mit dem Mehrverkehr aus?
Tännler:
Es ist richtig, dass man die Kammern nicht durchfahren kann. Aber das generiert keinen Mehrverkehr. Im Gegenteil. Dieses System zieht den Verkehr nicht an, es stösst ihn ab. Wer von Aussen in die Stadt will, der wird anders in die Stadt fahren.

Wie?
Tännler:
Wer in die Stadt will, wird künftig ein Parkhaus anfahren. Dort stellte man das Auto ab und lässt es dort. Dann bewegt man sich zu Fuss.

Lustenberger: Das macht man ja heute auch schon so.

Tännler: Nein, eben nicht. Heute karrt man in der Stadt herum, was die Nummernschildererhebung klar bestätigt hat. Diesen Ziel-/Quellverkehr werden wir mit dem Stadttunnel nicht mehr haben. Es wird ein Ziel, angesteuert und dann bewegt man sich ohne Auto.

Lustenberger: Ich glaube einfach nicht, dass das der Fall sein wird.
Es wird viel von Solidarität gesprochen. Baar und das Ägerital hätten die Tangente, der Ennetsee die Umfahrung Hünenberg, Steinhausen Grindel-Bibersee. Andreas Lustenberger, Sie als Baarer, ist jetzt nicht mal die Stadt Zug an der Reihe?

Lustenberger: Nein, das hat damit nichts zu tun. Nehmen wir die Tangente. Die Baarer wollten das Projekt nicht. In Cham und Hünenberg war es sehr knapp. Das kann auch hier passieren. Nämlich dass die Stadtzuger das Projekt ablehnen und es dann trotzdem kommt. Dann von Solidarität zu sprechen finde ich fehl am Platz.

Tännler: Da sieht man die Haltung. Man ist gegen alles. Aber Solidarität hin oder her: Wir haben ein Verkehrskonzept, das 2004 aufgestellt wurde. Der Kantonsrat hat das mit den bekannten und genannten Projekten verabschiedet. Und der Stadttunnel ist jetzt noch das letzte Mosaiksteinchen.

Die Gegner befürchten, dass der Kanton unter der Schuldenlast versinkt. Keine Angst?
Tännler:
Fest steht: Heute haben wir keine Schulden, sondern ein Eigenkapital von über einer Milliarde Franken. Dass wir zum Geld Sorge tragen müssen, da sind wir uns alle einig. Relevant für die Staatsrechnung sind 235 Millionen. Auf zehn Jahre berechnet belastet uns der Stadttunnel pro Jahr mit rund 20 Millionen. Das Investitionsvolumen der Baudirektion beläuft sich auf 100 Millionen Franken. Der Stadttunnel mit Zentrum Plus lässt sich also finanzieren. Das bestätigt auch der Finanzdirektor.

Lustenberger: Ganz so schwarz, wie dies aufgezeigt wurde von einer Seite, sehe ich das auch nicht. Vor allem wenn man davon ausgeht, dass irgendwann einmal in Zukunft die Steuern moderat erhöht werden.

Wir könnten auch nein zum Stadttunnel sagen und uns damit das Entlastungsprogramm sparen?
Tännler:
Tunnel und Entlastungsprogramm haben miteinander rein gar nichts zu tun. Wir müssen bis 2018 unsere Staatsfinanzen ins Lot bringen. Geld für den Stadttunnel werden wir aber erst 2024 brauchen.

Lustenberger: Aber wir können auch weniger investieren.

Tännler: Auch die Investitionen haben direkt nichts mit dem Entlastungsprogramm, also den 111 Millionen Franken, zu tun. Tatsache ist aber, dass die Baudirektion die Investitionen um 100 Millionen reduziert hat.

Andreas Lustenberger, wie können Sie und der VCS gegen das Projekt sein. Immerhin werden die Nutzer, sprich die Autofahrer, mit 550 Millionen Franken am meisten zur Kasse gebeten.
Lustenberger:
Wir sind grundsätzlich gegen gebundene Steuern oder Einnahmen, die in einen Neubau von Strassen investiert werden. Das ist auch hier der Fall. Darum ist das für uns kein Grund zur Freude.

Einfahrt in den Stadttunnel von Arth Goldau kommend. (Bild: PD)
Stadttunnel-Ausfahrt Richtung Ägeri. (Bild: PD)
Stadttunnel in Richtung Gotthardstrasse. (Bild: PD)
So könnte der Stadttunnel Zug dereinst funktionieren. (Bild: Grafik: Janina Noser)
Verkehrsberuhigte Neugasse mit Trassee für Bus und Zubringerdienst (Bild: PD)
Fussgängerzone Metalli - Neustadt mit Trassee für Bus und Zubringerdienst (Bild: PD)
Verkehrsberuhigte Alpenstrasse mit Stadtpark im Dreispitz (Bild: PD)
Fussgängerzone Postplatz mit Trassee für Bus und Zubringerdienst (Bild: PD)
Gubel Ost (Bild: PD)
Bundesplatz in der Zukunft (Bild: PD)
Bundesplatz heute (Bild: Neue ZZ)
Vorstadt geplant. (Bild: PD)
Vorstadt heute (Bild: Neue ZZ)
Gubel West geplant (Bild: PD)
Gubelloch heute (Bild: Neue ZZ)
Baarerstrasse geplant (Bild: PD)
Baarerstrasse heute (Bild: Neue ZZ)
Stadttunnel Zug: Das ist geplant. (Bild: PD)
Altstadt mit Kolinplatz. (Bild: PD)
Gubelstrasse (Bild: PD)
Bundesplatz mit Alpenstrasse (Bild: PD)
Bundesplatz mit Viadukt der SBB. (Bild: PD)
Baarerstrasse beim Neustadtcenter. (Bild: PD)
Baarerstrasse bei der Metalli. (Bild: PD)
Neugasse (Bild: PD)
Postplatz. (Bild: PD)
Vorstadt. (Bild: PD)
So könnte der Anschluss Gotthardstrasse dereinst aussehen. (Bild: PD)
So könnte der Anschluss Gotthardstrasse dereinst aussehen. (Bild: PD)
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Visualisierungen des Stadttunnel Zug

Das heisst, Sie lehnen die Erhöhung der Motorfahrzeugsteuer ab?
Lustenberger:
Für mich spielt das gar keine Rolle. Eine solche zweckgebundene Erhöhung der Motorfahrzeugsteuer ist aber nichts Favorables. Ausser es werden damit die externen Kosten des Autoverkehrs berappt.

Tännler: Es erstaunt mich, dass die Erhöhung der Motorfahrzeugsteuer für linke Politiker ein Problem ist. Das ist ja gerade das Geniale. Das Projekt wird verursachergerecht finanziert. Die Frage war immer, was war zuerst. Das Huhn oder das Ei. Wir haben gesagt, der Verkehr war zuerst. Und wer hat einen Nutzen aus dem Projekt? Das Ganze führt zu einer enormen Verbesserung für den Langsamverkehr. Es ist eben darum kein Strassenbauprojekt. Wir nehmen den Verkehr aus dem Zentrum und schubladisieren ihn. Und dass die Finanzierung so getragen wird, ist genial.

Die Gegner wollen den Stadttunnel und das Zentrum Plus nicht. Was sind ganz konkret Ihre Alternativen:
Lustenberger:
Für uns ist im Zentrum Plus noch zu viel mit dem Auto anfahrbar. Der Verkehr muss aus der ganzen Stadt raus, und zwar aus einem grösseren Gebiet. Eine Möglichkeit sind Parkhäuser bei den Einfahrten in der Nähe der Autobahnanschlüsse. Dort stellt man das Auto ab und fährt mit einem Shuttlebus in die Stadt. Eine andere Variante ist Roadpricing für die Innenstadt.

Tännler: So macht man eine Stadt kaputt. Stellen Sie sich vor, man macht ein grossräumiges Zentrum Plus. Wie würde wohl das Gewerbe reagieren? Die Innenstadt wäre tot. Und zum Roadpricing: Das ist ein Bundesthema. Und: Eine Bepreisung der Strassen darf nur dann gemacht werden, wenn man eine kostenlose Alternative anbietet.

Zum Abschluss: Was passiert, wenn der Stadttunnel mit Zentrum Plus abgelehnt wird?
Tännler:
Dann gibt es keinen Plan B. Ich bin überzeugt, dass man keine Lösung findet, die innert nützlicher Frist umgesetzt werden kann. Es wird endlose Diskussionen geben und das Risiko eines Kollaps akzentuiert.

Lustenberger: Dann ist eine Tunnellösung definitiv vom Tisch. Man muss sich zusammensetzen, den Fächer öffnen und sich überlegen: Wie machen wir es ohne Tunnel.

Und bei einem Ja?
Lustenberger:
Ich bin ein demokratischer Mensch. Ich werde mich bei einem Ja dafür einsetzen, dass das Zentrum Plus eine gute Sache wird.

Freddy Trütsch und Samantha Taylor

Heinz Tännler

Heinz Tännler ist seit 2007 Regierungsrat des Kantons Zug. Der Stadtzuger SVP-Politiker steht der Baudirektion vor. Vor seiner Zeit als Regierungsrat war er als Notar und Rechtsanwalt tätig. Der 55-Jährige ist verheiratet und hat drei Kinder. Neben seinem Amt als Regierungsrat ist er unter anderem Präsident der Zentralschweizer Umweltdirektionen, Vorstand der Energiedirektorenkonferenz, Mitglied der Schweizerischen Bau-, Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz, Präsident des Vereins Minergie Schweiz und Verwaltungsrat der Axpo. Zu seinen Hobbys zählen Lesen, Tennis und Sport ganz allgemein.

Andreas Lustenberger

Andreas Lustenberger sitzt seit 2013 für die Alternative-die Grünen Baar im Kantonsrat. Der 29-Jährige hat Geographie studiert. Heute ist Lustenberger für das Hilfswerk Caritas im Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Daneben ist er seit 2012 Co-Präsident der jungen Grünen Schweiz sowie Mitglied des Vorstands der Grünen Schweiz sowie der Jungen-Alternative Zug. Er ist ausserdem im Vorstand des Drogenforums Zug, des Gewerkschaftsbunds Zug und der VCS-Sektion Zug. Seine Freizeit verbringt Lustenberger in der Pfadi, mit Streethockey, Joggen, Wandern und Beachvolleyball.

So wird das Projekt finanziert

Insgesamt kosten Stadttunnel und Zentrum Plus 890 Millionen Franken. Davon übernehmen der Kanton Zug 235 Millionen Franken und die Stadt Zug 100 Millionen Franken. Den Hauptbeitrag leisten die Autofahrerinnen und Autofahrer. Sie tun dies einerseits indirekt über die «Spezialfinanzierung Strassenbau» (255 Millionen Franken). Das sind zweckgebundene Mittel, die aus dem Nettoertrag der Motorfahrzeugsteuer und dem Kantonsanteil des Treibstoffzuschlags stammen und jährlich geäufnet werden. Einen zweiten, direkten Beitrag leistet der motorisierte Individualverkehr in Form höherer Motorfahrzeugsteuern. Die Anhebung um 25 Prozent erfolgt zweckgebunden und befristet (rund 27 bis 30 Jahre), bis der Teilbetrag von 300 Millionen Franken erreicht ist.

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