ZUG: Ein kleiner Fehler kann für die Bienen fatale Folgen haben

Schweizweit sind 2017 so viele Bienen vergiftet worden wie kaum je zuvor. Auch im Kanton Zug wurde mindestens ein Fall registriert. Das Problem liegt aber weniger in der Landwirtschaft als bei privaten Anwendern.

Andreas Faessler
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Diese flotte Biene ist munter und wohlauf. Damit das so bleibt, mahnt der Bienengesundheitsdienst zum verantwortungsvollen Umgang mit Pestiziden.

Diese flotte Biene ist munter und wohlauf. Damit das so bleibt, mahnt der Bienengesundheitsdienst zum verantwortungsvollen Umgang mit Pestiziden.

2017 war alles andere als ein Glücksjahr für die Schweizer Bienen: Es gab landesweit so viele Vergiftungsfälle wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr, wie der Schweizer Bienengesundheitsdienst (BGD) mitteilt. Das Hauptproblem war unsachgemässer Einsatz von Pestiziden, was jeweils Tausende Honig- und Wildbienen das Leben gekostet hat.

Der BGD äussert sich besorgt angesichts dieser Vorfälle im vergangenen Jahr und betont mit Nachdruck, wie wichtig die sachgemässe Anwendung von Insektiziden und Pflanzenschutzmitteln sei. Dabei richtet sich das Institut sowohl an Berufslandwirte als auch an Hobbygärtner.

Sich unbedingt an die Bedienungsanleitung halten

Im Kanton Zug war und ist die Situation nicht so dramatisch im Vergleich zu anderen Landesteilen. Dennoch: Erstmals wurde 2017 im Kanton Zug ein nachgewiesener Fall von Bienenvergiftung registriert. «Die Untersuchung hat ergeben, dass die Bienen wegen eines Präparats gegen Schädlinge eingegangen sind», weiss der Zuger Bieneninspektor Hermann Villiger. Wo und von wem das Gift eingesetzt worden war, liess sich allerdings nicht eruieren. Neben diesem einen konkreten Fall habe es 2017 zwar mindestens noch einen Verdachtsfall gegeben und wohl auch latente Vergiftungsfälle, die nicht fassbar seien, «aber grundsätzlich sind wir im Kanton Zug nach wie vor gut dran, was Bienenvergiftungen angeht», fügt Villiger an. Aus seiner Sicht zeigen die Zuger Landwirte Verständnis für die Situation und setzen Pestizide entsprechend umsichtig und mit Rücksicht auf die Bienenvölker ein. Und an dieser Stelle spricht er denn auch seinen Dank aus für diese Kooperation. «Wenn es ein Problem gibt, dann ist dies eher bei privaten Anwendern zu suchen», fährt Villiger fort. «Wenn die Bedienungsanleitung nicht richtig beachtet oder das falsche Präparat zum falschen Zeitpunkt angewendet wird, kann das fatale Folgen für die Bienen haben.»

Diesem Appell schliesst sich auch Guschti Schuler an, Präsident der Zuger Imker. «Wir sind darauf angewiesen, dass alle Anwender von Pestiziden mit Eigenverantwortung vorgehen und unbedingt darauf achten, dass sie die Präparate nicht während des Bienenflugs auftragen.» Schliesslich sei jedes vergiftete Bienenvolk eines zu viel. Das mag eine Binsenwahrheit sein, unterstreicht aber die Dringlichkeit, bienengefährdende Präparate mit Vorsicht einzusetzen.

Bienen sind wichtig für die Landwirtschaft

Auch Guschti Schuler zeigt sich zufrieden mit der Lage im Kanton Zug, wo sich die Bienenpopulation in den vergangenen Jahren weitgehend stabilisiert hat. «Die allgemeine Sensibilisierung in der Landwirtschaft ist spürbar gewachsen.» Auch er stellt fest: «Der Austausch zwischen den Imkern und den Landwirten funktioniert gut, man nimmt Rücksicht aufeinander.» Hierbei betont Schuler, dass diese Rücksichtnahme letztendlich auch im Interesse der Landwirte liege. «Man profitiert schliesslich voneinander, da Bienen als Bestäuber für die Landwirtschaft eine wichtige Rolle im Kreislauf spielen.»

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch