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ZUG: Ein lebendiges Archiv voller Geschichten

Beat Holdender und Remo Hegglin arbeiten an einem Projekt, das sich mit Erlebtem befasst. Sie laden damit ein, einfach mal zuzuhören.
Samantha Taylor
Sie wollen die Geschichten der Zuger einfangen: Dokumentarfilmer Remo Hegglin (links) und Journalist Beat Holdener. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Sie wollen die Geschichten der Zuger einfangen: Dokumentarfilmer Remo Hegglin (links) und Journalist Beat Holdener. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

«Es gibt sie noch, diese Menschen. Die Stadt- und Dorforiginale. Aber in unserer Gesellschaft werden sie kaum noch wahrgenommen.» Davon ist der Zuger Dokumentarfilmer und Künstler Remo Hegglin überzeugt. Und um diesen Menschen wieder etwas Raum in der Gesellschaft zu verschaffen, haben er und der Zuger Journalist Beat Holdener ein neues Projekt mit dem Namen «Wiiter verzelle» entwickelt. Der Titel bringt die Idee auf den Punkt, das Konzept ist simpel. Remo Hegglin und Beat Holdener erstellen Filmporträts von Stadtzuger Persönlichkeiten. «Wir lassen die Leute dabei einfach ihre Geschichten vor der Kamera erzählen», beschreibt Beat Holdener das Projekt.

Zu Wort kommen dabei verschiedenste Personen zu ganz unterschiedlichen Themen. «Das können sowohl junge wie auch ältere Menschen sein. Es geht lediglich darum, dass sie etwas zu berichten haben», führt Hegglin aus. Bisher haben die beiden vier Porträts abgedreht und geschnitten. Das, was sie dabei bisher zu hören bekommen haben, ist überraschend, bewegend und meist auch ganz persönlich. Da ist ein Modesammler, der um die Welt gereist ist und inzwischen eine einmalige Sammlung an Kleidungsstücken und Kostümen von unschätzbarem Wert besitzt, von der bis heute kaum jemand weiss. Zu Wort kommt auch eine Zugerin, die seit 61 Jahren in derselben Wohnung im Guthirt-Quartier lebt, und eine Korporationsbürgerin, die ihre Familiensammlung einem Museum vermachen will. Geredet wird dabei über Kunst, die Leidenschaft, die Stadtentwicklung oder einfach über das pralle Leben.

Eine Quelle

Die Porträts werden im Internet kostenlos für jedermann zur Verfügung stehen. «Wir wollen mit diesem Projekt der Öffentlichkeit ein Archiv zur Verfügung stellen», erklärt Hegglin. Eines, das lebendig und nicht verstaubt sei. «Es ist ein Archiv, das auf dem Prinzip der Neuen Medien beruht», erklärt Holdener. «Manche Leute wissen über Dinge Bescheid, über die kaum noch ein anderer etwas erzählen kann. Sie haben die Zeit noch erlebt, als die Ried- und die Ackerstrasse ihrem Namen gerecht wurden», sagt Hegglin. «Manche Menschen sind sich ihres Erbes gar nicht bewusst.»

Und gerade deshalb wollen die beiden Zuger die Menschen erzählen lassen und ihr Wissen konservieren. Die Website soll einladen, einfach mal wieder zuzuhören und erlebten Geschichten zu lauschen. Gleichzeitig soll sie aber auch eine Quelle für Historiker, Schulen, Heimwehzugerinnen und -zuger und alle Interessierten sein. Vorläufig fokussiert das Projekt noch auf Personen aus der Stadt Zug. Das wird sich aber ändern und sich auf die Gemeinden des Kantons ausweiten, erklären die beiden.

Den Nerv der Zeit getroffen

Mit ihrer Idee scheinen Remo Hegglin und Beat Holdener den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Jüngst wurde ihr Projekt von der Migros mit einem Förderpreis – dotiert mit 10 000 Franken – ausgezeichnet. Daneben wurde schon von verschiedensten Seiten Interesse am digitalen Archiv bekundet. «Wir stehen in Kontakt mit dem Museum Burg Zug, der Bibliothek und mit dem Staatsarchiv Zug», erklärt Hegglin. Ausserdem hätten auch schon Schulen ihr Interesse bekundet, daran mitzuwirken. Das kommt den beiden Zugern durchaus entgegen. Denn ihr Ziel ist eine dynamische Plattform. «Es wäre schön, wenn das Ganze irgendwann zu einem Selbstläufer werden würde. Sodass auch andere Leute selber Beiträge vorschlagen können», beschreibt Remo Hegglin das Vorhaben. In naher Zukunft jedoch haben der Dokumentarfilmer und der Journalist noch einiges damit zu tun, ihr Projekt zu lancieren. Derzeit wird an der Website gearbeitet. Holdener: «Unser Ziel ist, dass wir Mitte Januar fertig sind und die ersten Geschichten erzählt werden können.»

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