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ZUG: Ein lebendiges Stück Tradition

Am letzten Mittwoch im Januar findet das Hauptbott der Bäckerzunft statt, dieses Jahr bereits der 332. Dazu gehört auch das Bäckermöhli, das Jahr für Jahr die Kleinen und Grossen begeistert.
Die Kinder erwarten unterhalb des «Ochsen»-Balkons die Süssigkeiten der Bäckerzunft. (Bild: Maria Schmid (Zug, 31. Januar 2018))

Die Kinder erwarten unterhalb des «Ochsen»-Balkons die Süssigkeiten der Bäckerzunft. (Bild: Maria Schmid (Zug, 31. Januar 2018))

Unaufhörlich schallen die Rufe «Bäckermöhli, Bäckermöhli!» durch die engen Gassen der Zuger Altstadt. Dicht gedrängt stehen die vielen Kinder und Eltern am «Fischmärt» und strecken sich gespannt nach den Orangen, Zunftweggli oder Guetzli, die aus dem Fenster fliegen. Ehrgeizig hechten die Kleinsten nach den Leckereien, versuchen auf den Schultern der Eltern eine zu ergattern oder stürzen sich darauf, wenn eine Süssigkeit auf die Pflastersteine statt in die Hände eines der unzähligen Kinder fällt. Die Kinderbescherung im Rahmen des Hauptbotts der Zuger Bäckerzunft ist ein jährliches Highlight und eine Tradition, die mit Liebe gepflegt wird. «Für uns ist es ein wunderschöner Anlass und eine Schnittstelle zur Bevölkerung», sagt der Zunftobmann Felix Horber.

Neben der Kinderbescherung am Nachmittag ist es Teil des Tagesablaufs, dass Zünfter am Morgen in den Kindergärten die Tradition des Bäckermöhli erklären. «So weiss eigentlich jedes Zuger Kind, was das Bäckermöhli ist», versichert Horber. Das Teilen der Esswaren ist besonders wichtig, auch heute noch. Vor allem soll dieser langjährige Brauch an jene Zeit erinnern, in der mit Lebensmitteln sparsam umgegangen werden musste, da sie nicht im Überfluss vorhanden waren. Durch das Teilen wird die Solidarität bezeugt. «Dieser Brauch ist verwurzelt mit Zug, was uns am Herzen liegt», so Horber.

Am Morgen vor der Kinderbescherung findet die Zusammenkunft der Zünfte statt, man gedenkt der verstorbenen Mitglieder und der Schutzpatronin, der heiligen Agatha, die vor Feuer schützen soll. Die Schutzpatronin war früher besonders für die Bäcker wichtig, da die Gefahr von Feuer beim Backen in den Holzöfen stets bestand.

Eine Belebung der Altstadt

Nachdem die Naschkatzen am «Fischmärt» gestern die letzten Leckereien gefangen und in den schweren Beuteln verstaut haben, geht es am Kolinplatz weiter. Laut brüllen die Kinder erneut «Bäckermöhli!», zeigen vollen Einsatz und halten mit leuchtenden Augen triumphierend ihre Beute hoch. Die Kinderbescherung ist ein bezaubernder Anlass für die Jüngsten. Dieser haucht der Altstadt Leben ein und frischt ein Stück Geschichte im Gedächtnis von Jung und Alt auf.

Vanessa Varisco

redaktion@zugerzeitung.ch

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