ZUG: Ein neuer Pavillon lindert die Platznot

Die Schülerzahl im Guthirt-Schulhaus steigt im Sommer markant. Es braucht mehr Klassenzimmer. Um diesen Raum zu schaffen muss die Kinderbetreuung anderswo untergebracht werden.

Marco Morosoli
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In diesem Bereich auf dem Areal des Guthirt-Schulhauses soll bis August ein Pavillon gebaut werden. (Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 27. Januar 2017))

In diesem Bereich auf dem Areal des Guthirt-Schulhauses soll bis August ein Pavillon gebaut werden. (Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 27. Januar 2017))

Auf dem Gelände des Guthirt-Schulhauses stehen gewichtige Änderungen an. Dies geht aus einer Vorlage des Stadtrats hervor, welche die Exekutive vor kurzem zu Händen des Grossen Gemeinderats verabschiedet hat. Der Stadtrat will am Südende der Schulanlage für rund 3 Millionen Franken einen Pavillon errichten. Dort soll bereits ab dem kommenden Schuljahr die ausserschulische Betreuung untergebracht werden. Das aus vor­gefertigten Holz-Modulen zusammengesetzte Gebäude ist zweistöckig geplant.

Heute sind der Mittagstisch und die Kinderbetreuung im Altbau untergebracht. Dafür sind Klassenzimmer geräumt und anderswo platziert worden. Der Umzug vom jetzigen Standort bringt laut Stadtrat diverse Vorteile: Neu können 90 Kinder ernährt oder beschäftigt werden. Derzeit ist das Angebot auf 60 Kinder ausgelegt. Damit trägt die Exekutive dem Umstand Rechnung, dass die Schülerzahl im Guthirt ab diesem Sommer stark wächst.

Bis 2020 rund 100 neue Kindergärtler pro Jahr

Wie dem Papier des Stadtrates zu entnehmen ist, werden ab dem Schuljahr 2017/18 pro Jahr rund 100 Kinder den Kindergarten besuchen. Das hat zur Folge, dass in zwei Jahren eine neue 1. Klasse im Schulhaus Platz zur Verfügung haben muss. Im gleichen Jahresabstand gibt es dann eine zusätzliche 3. Klasse und später noch eine 5. Klasse. Um Raum für den Unterricht dieser zusätzlichen Klassen zu schaffen, werden deshalb die jetzigen Räume für die Kinderbetreuung wieder in Klassenräume umgenutzt. Mit dem Bau des Pavillons könne, so ist in der Vorlage an den Grossen Gemeinderat zu lesen, «der benötigte Schulraum der Schule Guthirt voraussichtlich für die nächsten acht Jahre bereitgestellt werden». Die durch weitere grosse Neubauquartiere (Lüssi/Göbli, V-Zug und Unterfeld) zu erwartenden Schüler würden, so lässt die Exekutive verlauten, «laufend in die Gesamtschulraumplanung miteinbezogen». Der Stadtrat will mit dieser Feststellung wohl Kritiker besänftigen. Diese äussern sich öfters dahingehend, dass die Exekutive in Bezug auf die Schulraumplanung die Hände in den Schoss lege.

Bei der Wahl des Standortes des Pavillons sind zwei Varianten geprüft worden. Die jetzt favorisierte Lage am Südende des Areals des Guthirt-Schulhauses hat gemäss dem Stadtrat den Vorteil, dass sich die Umgebungsarbeiten kleinhalten lassen. Würde der Modularbau hingegen auf dem Pausenhof erstellt, müsste die Aussenanlage in diesem Bereich umgestaltet werden. Und das zöge weitere Kosten nach sich. Auch andere Varianten, wie zum Beispiel die Platzierung der Kinderbetreuung im Gebäude der ehemaligen Post an der Baarerstrasse oder aber in Räumen des Pfarreiheims der katholischen Kirche Guthirt sind dabei als «ungeeignet» verworfen worden.

Stadt setzt auf ein bewährtes Modell

Der Stadtrat hat sich für den im Baukastensystem zusammengebauten Pavillon entschieden, weil dieser in relativ kurzer Zeit hochgezogen werden kann. Sind einmal alle politischen Hürden erfolgreich gemeistert, könnte das Holzgebäude in rund drei Monaten schlüsselfertig errichtet werden. Und diese Bauart hat in Zug bereits Tradition, da solche Holzkonstruktionen im Letzi, in der Herti, in der Riedmatt und in Oberwil platziert worden sind. Ein weiterer Vorteil dieses Baukastensystems ist, dass einmal erstellte Gebäude bei anderer Nutzung flexibel demontiert werden können. Der Stadtrat will den Zuschlag wieder dem Unternehmen geben, welches schon die Elemente für die anderen Modulbauten geliefert hat. Die besagte Firma habe auch dieses Mal das wirtschaftlich günstigste Angebot übermittelt.

Der Stadtrat hat sich für die Erstellung des rund 3 Millionen Franken teuren Provisoriums einen relativ engen Zeitplan gesetzt. Am 10. Februar wird das Baugesuch öffentlich aufgelegt. Der Grosse Gemeinderat soll sich an seiner Sitzung vom 21. März mit dem Baukredit befassen. Kurze Zeit später, vorausgesetzt alles läuft wie vorgesehen, werden die gewünschten Module produziert und dann platziert. Ende Juli wäre das Gebäude dann fertig erstellt. Bereits am 21. August könnte der Pavillon für das Kinderbetreuungsangebot genutzt werden.
 

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch


Hinweis
Die Vorlage ist unter der Nr. 2426 auf der Homepage der Stadt Zug (www.stadtzug.ch) zu finden.