ZUG: Ein neues Reich für Prinz Walter I.

Für den neuen Letzi­buzäli-Prinz und seine Entourage ist Fasnacht kein Fremdwort. Auch mit grossen Ländereien kennt sich das Oberhaupt bestens aus.

Charly Keiser
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Der designierte Prinz Walter I. und seine Prinzessinnen Birgitt (links) und Angelica freuen sich auf die kommende Fasnacht. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Der designierte Prinz Walter I. und seine Prinzessinnen Birgitt (links) und Angelica freuen sich auf die kommende Fasnacht. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Ein dreifaches Lebuz, Lebuz, Lebuz. Mit dieser Animation durch Zeremonienmeister Beni Portmann und deren gehorsamen Ausführung der Anwesenden Zünfter und Gäste endete gestern Vormittag kurz vor Mittag die Präsentation des neuen Letzibuzäli-Prinzen. Diese fand traditionsgemäss im Pulverturm statt, den der neue Prinz, von seinen Prinzessinnen und Tambouren begleitet, pünktlich um 11 Uhr 11 betrat.

Die Überraschung war gross, obwohl der neue Prinz alles andere als ein Unbekannter ist: Walter I. heisst der «Edelmann von speziellem Geblüt», der die Stadtzuger Zunft der Letzibuzäli ab Ende Januar und nach seiner Inthronisation durch die Fasnacht 2015 führen wird. Walter Weber ist Chef der Weber-Vonesch AG in Zug – er hasst leere Weingläser und liebt Ferien auf Mallorca. Dies verriet Portmann vor der Rede, die der zukünftige Prinz an die Anwesenden richtete. «Mein Blut ist weinrot», witzelte Weber und gestand: «Ich freue mich riesig auf die Fasnacht mit euch.»

«Kriegsjahre zählen doppelt»

«Vorhang auf, das Leben ist ein Theater.» So müsste ein Zeitungstitel für seine Frau Angelica lauten, sagte Weber bei der Vorstellung seiner ersten Prinzessin. Sie sei im noblen Zürich aufgewachsen und kenne sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, bestens aus. «Ich bin seit 37 Jahren ihr Prinzgemahl», offenbarte Weber und schaute seine Gattin verliebt wie ein Jüngling an und fügte fasnachtsfrech hinzu: «Kriegsjahre zählen aber glaub ich doppelt.» Er ergänzte: «Fasnacht ohne Angelica ist wie Zirkus ohne Clown.»

Und auch für die zweite Prinzessin fand der charmante Bald-Prinz virtuose Worte: « Zugerischer gehts nicht mehr», stellte er Birgitt Siegrist vor. Sie wohne in einem Palast der Korporation in der Herti, «manage» eine noble Zuger Partei und arbeite bei der Stadt Zug – in einem Hofstaat eines Letzibuzäli-Prinzen. «Sie ist Teil der Zuger Gesellschaft», fügte Weber an. Und sie liebe den Wildspitz bei jedem Wetter, das Wandern und das bayrische Bier. «Sie ist eine Prinzessin für alle Jahreszeiten.»

Übrigens: Beide Prinzessinnen haben schon höfische Erfahrung: Angelica sass bereits als Ersatz für eine frühere Prinzessin auf dem Letzibuzäli-Thron. Und Birgitt war an der letzten Letzibuzäli-Inthronisation als Komplementärprinzessin aktiv beteiligt.

Er sei stolz, bald ein richtiger Prinz zu sein, gestand Walter Weber, der von 1984 bis 1997 im österreichischen Wolfsberg als Forstdirektor der Holzeinkaufsstelle der Schweizerischen Papier- und Zellstoffindustrie ein mehr als 18 000 Hektar grosses Gut führte.

Omnipräsente Prinzenrolle

«Ich freue mich, dass es nach dem guten Essen in diesem Jahr im kommenden Jahr etwas Gutes zu trinken gibt», ulkte Zuger Chesslete-Präsident Jascha Hager, und St.-Johannes-Gemeindeleiter Bernd Lenfers übergab Weber eine Prinzenrolle. Dieser gestand, dass Prinzenrollen an jeder VR-Sitzung der Firma auf dem Tisch lägen. Lenfers kommentierte schlagfertig: «Das nennt man spirituelle Intelligenz.» Stefan Weber, Präsident der Fasnachtsgesellschaft Baar, überbrachte den Gruss aus der kantonalen Fasnachtsmetropole und lobte die gute Freundschaft: «Hebemer Sorg zunenand.» Mit Erleichterung und Freude konstatierte Prinz Stefan II. die Vorstellung seines Nachfolgers: «Dass Walter mein Thronfolger wird, ist natürlich sensationell. Jetzt kann ich beruhigt in den Ruhestand treten.»

Die Gläser klirrten und die Lebuzen jubilierten: Lebuz, Lebuz, Lebuz.

Walter Weber, hier zusammen mit seinem Vorgänger von 2010, Claude Fux (links). (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Walter Weber, hier zusammen mit seinem Vorgänger von 2010, Claude Fux (links). (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Walter Weber, hier mit seinem Vorgänger von 2010, Claude Fux (links). (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Walter Weber, hier mit seinem Vorgänger von 2010, Claude Fux (links). (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)