ZUG: Ein Preis für die Wohltätigkeit

Gestern Abend wurde der 31. Doron-Preis verliehen. Er geht an eine Chemie-Informatikerin und eine Privatschule aus der Region.

Bernard Marks
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Die Preisträgerinnen: Laura Bossard (links, in Vertretung der Familie Bossard) und Ursula Röthlisberger. (Bild Werner Schelbert)

Die Preisträgerinnen: Laura Bossard (links, in Vertretung der Familie Bossard) und Ursula Röthlisberger. (Bild Werner Schelbert)

Bernard Marks

Eines haben die beiden Preisträger des 31. Doron-Preises gemeinsam. Sie bewegen viel für die Menschen. Für ihren Beitrag zur Entwicklung neuer Methoden, um chemische und biologische Prozesse am Computer zu simulieren, wurde die EPFL-Professorin Ursula Röthlisberger mit dem Doron-Preis 2016 geehrt. Auch die «Privatschule Dr. Bossard» in Unterägeri ZG erhielt den mit 100 000 Franken dotierten Preis, der gestern Abend im gotischen Saal des Zuger Rathauses verliehen wurde.

Ursula Röthlisberger wurde für ihre herausragenden Leistungen im Bereich der computergestützten Chemie und der Entwicklung von Multiskalen-Simulationsmethoden geehrt, hiess es in der Begründung. In ihrem Forschungsbereich gelte sie als weltweit anerkannte Expertin.

Vorbild für viele Frauen

«Ebenfalls ist ihr Engagement ein Vorbild für viele junge Wissenschaftlerinnen, die sie in mehreren Forschergruppen aktiv fördert», sagte alt Nationalrätin Barbara Haering in ihrer Laudatio. Mit ihren Vorträgen vor Schülerinnen ermutige sie zudem junge Frauen zu einem naturwissenschaftlichen Studium. Die Wissenschaftlerin engagiere sich zudem in einem Mentoring­programm für Forscherinnen.

Einsatz zum Wohl der Kinder

Die seit 1896 bestehende «Privatschule Dr. Bossard» erhält den Preis für den unermüdlichen Einsatz der Gründerfamilie für die Entwicklung und das Wohlbefinden der ihr anvertrauten Kinder. Dafür werde die Schule weit über die Region Zug hinaus geschätzt. Die Familie Bossard führt eine Primarschule mit Internat und Tagesschule. Rund 55 Kinder, die mit Sprachstörungen, Verhaltensbesonderheiten oder anderen Schulschwierigkeiten zu kämpfen haben, werden dort unterrichtet. Der Unterricht sei stark auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet. «Ihr Wohlbefinden und optimale persönliche, schulische und soziale Entwicklung steht dabei im Zentrum», sagte der Zuger alt Regierungsrat Patrick Cotti in seiner Laudatio.

Die Stiftung für den Doron-Preis wurde 1986 vom verstorbenen Zuger Unternehmer Marc Rich gegründet. Mit dem Preisgeld sollen – so wollte es Rich – auch Projekte unterstützt werden, die ohne diesen Zuschuss nicht realisierbar wären. Christoph Luchsinger, Präsident der Schweizerischen Stiftung für den Doron-Preis, betonte: «Seit über 30 Jahren ehrt unsere Stiftung ausserordentliche Leistungen in den Bereichen Kultur, Gemeinwohl und Wissenschaft.»

Anmerkung der Redaktion

In den nächsten Tagen werden wir die Preisträger mit entsprechender Berichterstattung würdigen.