ZUG: Ein Unikum besteigt den Thron

Seit Freitag ist der neue Letzibuzäliprinz bekannt. Und dieser denkt ans Heiraten.

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Richard Rüegg stellt Urs Niederberger vor, der mit Cristina Tiqui (rechts) und Petra Schweizer auf der Treppe steht. (Bild Werner Schelbert/Neue LZ)

Richard Rüegg stellt Urs Niederberger vor, der mit Cristina Tiqui (rechts) und Petra Schweizer auf der Treppe steht. (Bild Werner Schelbert/Neue LZ)

Donnerstag 11. November – es ist schon eher 11.12 Uhr statt 11.11 Uhr: Erwartungsvoll schauen Zugs Fasnächtler zum Eingangstor des Pulverturms. Noch ist der Trommelwirbel der Tambouren nur leise zu hören. «Söll emol choo», ruft eine Frau. Die Spannung steigt. Das Trommeln wird lauter. Die Tür geht auf – der designierte Letzibuzäliprinz Urs Niederberger tritt in Begleitung seiner beiden künftigen Prinzessinnen ein. Die lauten Trommelschläge gehen im Applaus der Fasnachtsbegeisterten fast unter.

«Ein Unikat und Unikum»
Mit Respekt und grosser Vorfreude schaue Niederberger der Fasnacht als Prinz der Zunft der Letzibuzäli entgegen, verrät Zeremonius Richard Rüegg der Menge. Doch noch ist es nicht so weit. Wird doch Uni I. – wie Niederberger als Prinz heisst – erst am 29. Januar im Pfarreisaal St. Johannes bei der Inthronisation in Amt und Würde gesetzt. «Ich bin zwar ein Unikat und Unikum», witzelt Niederberger bei seiner Ansprache, «aber Uni kommt ganz einfach von den Initialen meines Vor- und Nachnamens.» Er freue sich mächtig, gibt der 53-jährige Stadtzuger zu. Denn als Prinz komme er nun noch ein wenig mehr zurück zu den Wurzeln. Sei er doch in diesem Jahr zum Präsidenten der Gewoba gewählt worden und früher Stammführer der Teutonen – einer ehemaligen Pfaderabteilung in der Herti – gewesen.

Erfreut, bald eine «echte Prinzessin zu sein» ist Niederbergers Partnerin Cristina Tiqui. «Sie ist wohl die erste Prinzessin mit asiatischen Wurzeln», ist sich Niederberger sicher und lässt eine Bombe platzen: «Ich höre in der Ferne schon die Hochzeitsglocken läuten.» Die Menge quittiert die Überraschung mit lautem Klatschen.

Ebenfalls «sehr überrascht» war Petra Schweizer, als sie von Niederberger als Prinzessin angefragt wurde, wie die Baarerin unumwunden zugibt. «Ich habe meine Skepsis aufgrund meines Wohnorts geäussert», erklärt das ehemalige LKZ-Leichtathletik-Ass. Urs habe ihr aber gesagt, das sei kein Problem – habe sie doch jahrelang in Zug gewohnt, erklärt Schweizer, deren Juniorenrekorde lange Gültigkeit hatten und die erst von Anita Weyermann übertroffen wurden. «Ja, ich gehe in gewisser Weise fremd», sagt die Baarer Gemeinde-Angestellte auf die Frage, wie sie an die Zuger Fasnacht passe, und lacht. «Ich hoffe, meine Männer in Orange vom Werkhof nehmen mir das nicht übel.»

Charly Keiser/Neue ZZ