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ZUG: Eine alte Mauer neu belebt

Es braucht nicht viel, damit historische Bausubstanz mit der Umgebung in eine zeitgemässe Auseinandersetzung tritt. Im Falle des Kunsthauses Zug gelang dies eindrücklich mit einfachen, aber aussagekräftigen Farbflächen.
Andreas Faessler
Die Wandmalerei «Ouverture» an der historischen Aussenmauer des Kunsthauses Zug schuf der Künstler Platino im Spätsommer 2010. (Bild Stefan Kaiser)

Die Wandmalerei «Ouverture» an der historischen Aussenmauer des Kunsthauses Zug schuf der Künstler Platino im Spätsommer 2010. (Bild Stefan Kaiser)

Die Umfriedung des historischen Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert, welches seit 1990 Sitz des Kunsthauses Zug ist, fasst auf der Westseite mit ihren Zinnen die Form einer mittelalterlichen Burganlage auf. Vor knapp sechs Jahren verlieh ein Stuttgarter Künstler diesem Wall ein Erscheinungsbild, das in einem ausgeprägten Kontrast zur historischen Bausubstanz steht. Die auf den ersten Blick eigenwillige Malerei des Süddeutschen, der praktisch ausschliesslich unter dem Pseudonym Platino auftritt, entstand im Spätsommer 2010 im Vorfeld zur Ausstellung «Kunst­labor – die Sammlung», die sich der Gegenwartskunst widmete, welche innerhalb teils langjähriger Prozesse und Auseinandersetzungen von Künstlern mit öffentlichen Räumen der Stadt Zug entstanden ist.

Mit satten Farbflächen setzte der 1948 geborene Platino, der sich im Spannunsgfeld von Malerei, Skulptur und Installation sowie Work in Progress bewegt, die Umfriedung mit der Umgebung, sprich mit dem öffent­lichen Raum der Stadt Zug, in den Dialog, um nicht zu sagen in einen kraftvollen Austausch. Platino nutzt dabei das Zusammenspiel der Oberflächenbeschaffenheit der Mauer sowie deren architektonische Formen mit der Wirkung der Farbflächen, damit der Raum in einer neuen Gesamtheit erlebt werden kann. Die in zarten Blau- und Gelbtönen gehaltene Wandmalerei aus Acrylfarben und Pigmenten mit dem Titel «Ouverture» respektiert mit ihren geraden Linien die historischen Formen der Zinnen­mauer. Platino hebt dadurch das Skulpturale hervor, welches der Umfriedung innewohnt, und lädt es mit Farbe und Form energetisch auf.

«Ouverture» setzt dem Kunsthaus in dessen Wahrnehmung gegen aussen einerseits einen neuen Akzent und lässt andererseits den historischen und den modernen Aspekt in eine kreative Auseinandersetzung treten. War ursprünglich geplant gewesen, die Wandmalerei Platinos vorerst für ein, zwei Jahre zu belassen, so leuchtet «Ouverture» noch heute in voller Intensität von der historischen Zinnenmauer.

Andreas Faessler

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