ZUG: Eine Aufwertung für das Gebiet Gotthard-/Alpenstrasse

Die Stadt will den Raum rund um die Gotthard- und die Alpenstrasse sowie den nördlichen Bundesplatz attraktiver gestalten. Dabei ist auch eine Tempo-30-Zone ein Thema.

Samantha Taylor
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Das Siegerprojekt für die Umgestaltung des Strassenraums soll im Frühjahr 2018 gekürt werden. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 7. Juni 2017))

Das Siegerprojekt für die Umgestaltung des Strassenraums soll im Frühjahr 2018 gekürt werden. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 7. Juni 2017))

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Ein grosser Parkplatz, ein Platz, der hauptsächlich als Durchgang dient, und eine stark befahrene Kreuzung: Das Gebiet zwischen Bundesplatz und Bahnhof Zug gehört heute nicht zu den attraktivsten Teilen der Stadt. Doch das soll sich ändern. Die Stadt will den Strassenraum Alpenstrasse/Gotthardstrasse neu gestalten. Bei der Alpenstrasse handelt es sich um die Hauptachse und die direkteste Verbindung zwischen Bahnhof und See. Die Gotthardstrasse gehört zu den wichtigsten Ost-West-Querungen der Stadt. «Aus diesem Grund wollen wir den Strassenraum in diesem Bereich aufwerten. Die Aufenthaltsqualität soll besser werden», sagt Zugs Stadtarchitekt Christian Schnieper.

Wie konkret die Qualität verbessert werden soll, lässt die Stadt noch offen. Das soll sich im Rahmen eines Projektwettbewerbs zeigen. Sechs bis acht Teams bestehend aus Landschaftsarchitekten und Verkehrsplanern werden daran teilnehmen können. «Punkte, die zur Verbesserung beitragen könnten, sind unter anderem die Bepflanzung, die Verkehrsführung von Velo, Fussgängern, öffentlichem Verkehr und motorisiertem Individualverkehr sowie die Übergänge zwischen Trottoir und Strasse», führt Schnieper aus.

Ausschreibung erfolgt im Juli

Ein mögliches Mittel ist auch eine Temporeduktion. «Eine Studie für dieses Gebiet zeigt, dass auf der Alpenstrasse und der Gotthardstrasse in diesem Abschnitt selten 50 Stundenkilometer gefahren werden. In der Regel sind die Autos und Busse dort langsamer unterwegs, vor allem aufgrund des Verkehrsaufkommens. Eine Tempo-30-Zone oder eine Begegnungszone wären darum technisch denkbar, sind aber kein Muss», sagt Schnieper. Ebenfalls überprüft werden sollen die Beziehungen zwischen der Musikschule, die sich hinter der reformierten Kirche befindet, dem Stadtzentrum und den Hauptachsen. «Es gilt zu klären, wie der Strassenraum für die Schüler sinnvoll gestaltet werden kann», so der Stadtarchitekt. Die öffentliche Ausschreibung des Projektwettbewerbs durch die Stadt erfolgt im Juli. Im Frühjahr 2018 soll dann das Siegerprojekt gekürt werden. «Es ist ein sehr interessanter und wichtiger Strassenraum in der Stadt Zug, dessen Potenzial heute nicht ausgeschöpft wird», ist Schnieper überzeugt.

Bevölkerung wird einbezogen

Neben dem Strassenraum wird auch der nördliche Bundesplatz – also jener Teil des Platzes hinter dem Coop-City-Gebäude, auf dem sich heute Parkplätze und daneben ein Kiosk befinden – umgestaltet. Dieser nördliche Teil des Platzes soll ebenfalls an Attraktivität gewinnen und als Einheit wahrgenommen werden, sagt Schnieper. Mit welchen Mitteln dies geschehen soll, ist ebenfalls noch offen. «Zur Diskussion wird sicher stehen, dass die Parkplätze in den Untergrund verlegt und möglicherweise mittels Private-Public-Partnership betrieben werden», so der Stadtarchitekt. Es sei aber keineswegs zwingend, dass die freiwerdende oberirdische Fläche zu einem «leeren Platz» werde, wie dies beim südlichen Teil des Bundesplatzes der Fall sei. «Wir sind offen in Bezug auf die Frage, was mit dem Bundesplatz geschehen soll, und werden die Bedürfnisse der Bevölkerung abholen.»

Die Umgestaltung des nördlichen Bundesplatzes will die Stadt in einem separaten Projekt durchführen und nicht an die Anpassungen des Strassenraums koppeln. «Wir gehen davon aus, dass die Fragen rund um den Bundesplatz zu ausführlichen Diskussionen führen werden. Wir wollen die beiden Projekte voneinander getrennt lancieren, weil wir der Meinung sind, dass die Neugestaltung des Strassenraums Alpen-/Gotthardstrasse schnellstmöglich erfolgen soll», so Schnieper. Die Neugestaltung Bundesplatz Nord wird anschliessend angegangen. Sie soll laut Schnieper «bald» erfolgen.