ZUG: Eine Betreuung nach Mass

Im Kanton sollen Arbeitslose individueller bei der Stellensuche unterstützt werden. Das RAV Zug setzt dabei auch auf ein neues Pilotprojekt.

Zoe Gwerder
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Der jährliche Weihnachtsmarkt des Vereins für Arbeitsmarktmass­nahmen in der Halle 44 in Baar. (Bild: Werner Schelbert (18. November 2016))

Der jährliche Weihnachtsmarkt des Vereins für Arbeitsmarktmass­nahmen in der Halle 44 in Baar. (Bild: Werner Schelbert (18. November 2016))

Über 1550 Arbeitslose konnte das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Zug im vergangenen Jahr vermitteln. Dies sind rund 200 Stellen mehr als in den beiden Jahren zuvor. «Der Arbeitsmarkt hat sich stabilisiert», sagt Gianni Bomio. Er ist Präsident des Vereins für Arbeitsmarktmassnahmen (VAM), welcher das RAV sowie das Beschäftigungsprojekt Halle 44 in Baar betreibt und verschiedene Unterstützungsprogramme für Stellensuchende anbietet.

Für das laufende Jahr hat der Verein verschiedene Projekte lanciert, um die Stellensuchenden noch besser zu unterstützen, wie an einer Medienkonferenz informiert wurde. So sollen neu alle Arbeitslosen, die im Beschäftigungsprogramm der Halle 44 arbeiten, auf ihre Fähigkeiten in Bezug auf den Arbeitsmarkt abgeklärt werden. Dies anhand eines vorgegebenen Rasters. Dabei werden beispielsweise die Fähigkeiten im Beruf, am Computer, beim Bewerben, in Sachen Selbstkompetenz, Struktur und Sprache geprüft. «Alles wird angeschaut. Dann arbeiten wir mit den Klienten an ihren Defiziten», erklärt Bomio. Dies habe man bis jetzt vereinzelt auch schon gemacht. «Nun wollen wir dies aber konsequent machen.»

Neu wird auch der Zugang zu den wichtigsten Grundinformationen des RAV. Was bisher und auch weiterhin in einem Kurs vermittelt wird, ist bald direkt am Computer lernbar. Ab Februar werden die ersten elektronischen Lernangebote auf der Seite des RAV Zug aufgeschaltet. Anfangs auf Deutsch und später in fünf weiteren Sprachen kann in diesem Lehrgang das wichtigste Grundwissen in Bezug auf die Zusammenarbeit mit dem RAV erworben werden. So hofft der VAM, präventiv die Arbeitnehmenden schon vor einer Arbeitslosigkeit auf die Verpflichtungen aufmerksam zu machen, welche mit dem Gang zum RAV anfallen. Zudem müssten auch immer wieder Sanktionen ausgesprochen werden, weil sich die Leute nicht an die Regeln halten. «Es ist wichtig, dass Arbeitnehmende noch während der Kündigungsfrist bereits mit der Suche nach einer neuen Stelle beginnen», sagt Bomio. Und bei einer Temporärstelle müsse gar auch ohne eine Kündigung stets nach einer neuen, festen Anstellung gesucht werden.

Ein Raum mit Betreuung

In Sachen Bewerbung hat der VAM zudem ein Pilotprojekt lanciert: das Bewerbungsoffice. «Unsere Vision ist es, dass wir einen Raum anbieten können mit fixen Öffnungszeiten, wo auch immer jemand von den Beratern anwesend ist», erklärt VAM-Geschäftsführer Fredy Omlin. Dort sollen die Stellensuchenden individuell betreut werden. Sei es mit einer Standortbestimmung, beim Schreiben eines Lebenslaufs oder bei der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch. Einzelne solche Angebote gebe es zwar schon heute, «es sind bis jetzt aber alles einzelne Kursangebote und keine Betreuung durch den ganzen Prozess», sagt Omlin. Derzeit sei das Projekt aber, wie erwähnt, noch in der Pilotphase. Deshalb sei das Angebot noch nicht für alle und noch nicht zu fixen Öffnungszeiten verfügbar.

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch