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ZUG: Eine Familie mit grossem Eishockey-Herz

Der Name Martschini ist ein Begriff – vor allem in Sportlerkreisen und insbesondere bei Eishockey-Interessierten. Die Familie plaudert über ihren Jüngsten aus dem Nähkästchen.
Michael Wyss
Familie Martschini beim gedeckten Esstisch: Die Eltern Peter und Yvonne mit den beiden Söhnen Luca (links) und Lino mit seiner Frau Cynthia. (Bild: Stefan Kaiser (Root, 8. Dezember 2017))

Familie Martschini beim gedeckten Esstisch: Die Eltern Peter und Yvonne mit den beiden Söhnen Luca (links) und Lino mit seiner Frau Cynthia. (Bild: Stefan Kaiser (Root, 8. Dezember 2017))

Michael Wyss

redaktion@zugerzeitung.ch

«Ja, mein Mann und ich sind stolz auf unsere Söhne. Sie haben ihren Weg eingeschlagen und ihr Leben bisher sehr gut gemeistert. Und sie sind gesund, was das höchste und unbezahlbare Gut ist», sagt Yvonne Martschini. Die Gesundheit stehe über allem und sei das Wichtigste. Die 54-Jährige, die früher selber Geräteturnen machte und in Emmenbrücke aufwuchs, hatte ihre beiden Jungs Luca (29) und Lino (24) immer gesagt: «Egal was ihr macht, tut es mit Freude und Begeisterung.» Luca (Verteidiger) spielt heute Eishockey in der regionalen 2. Liga bei Sursee und verdient seinen Lebensunterhalt als Scripter/Support in einem Unternehmen in Kriens. Lino (Stürmer) ist Profi beim EV Zug, Nationalmannschaftsspieler und erwirbt derzeit das Handelsdiplom für seine Zukunft.

Dass einer der beiden Jungs eines Tages den Sprung zum Profi schafft, kam überraschend: «Mein Mann und ich hätten uns das nie erträumt. Wir haben unsere Kinder nie gefördert oder zu Höchstleistungen gepusht. Unsere Kinder konnten einfach Kinder bleiben.» Dennoch: Linos Talent wurde früh entdeckt. Vater Peter Martschini erklärt: «Wir haben uns damals gar keine Gedanken gemacht. Linos Weg zum Profi war ein Prozess. Wie gesagt, wir haben das nie explizit gefördert, aber den Sport unserer Kinder immer unterstützt.» Mutter Yvonne war, nachdem Lino von Luzern in den EVZ-Nachwuchs gewechselt war, einige Jahre Betreuerin dort. «Ich habe sogar meinen Job gewechselt, damit ich mehr Zeit für Lino und das Team hatte. Ich habe viel Herzblut investiert und wollte für die Kids da sein und für sie alles machen, damit sie glücklich sind.»

Mit dem Eishockey-Gen geboren

Dass Luca und Lino Eishockey spielen, hatte schon einen Grund: Irgendwie wurde ihnen halt doch das Eishockey-Gen in die Wiege gelegt. Schuld im positiven Sinne ist Vater Peter Martschini (55). Er spielte in den Achtzigerjahren beim EV Zug in der NLB (heute Swiss League) und später beim SC Luzern (heute heisst der Verein HC Luzern) in der 1. Liga. Auch bei der Neugründung des HC Luzern (März 1998) war er während zweier Jahre als Spielertrainer (4. und 3. Liga) aktiv. Peter Martschini, der seinen Lebensunterhalt bei einem Autounternehmen in Kriens in der Abteilung Marketing und Werbung verdient, sagt: «Luca und Lino waren immer auf dem Eisfeld in Luzern mit dabei – beim Schlittschuhlaufen oder bei den Spielen. So kam die Begeisterung für diesen Sport schon früh.» Aufgewachsen sind die Martschini-Söhne im Luzerner Bramberg-Quartier. Die Freude zum Eishockey entdeckten sie beim damaligen SC Luzern. Peter Martschini: «Dass meine beiden Jungs heute Eishockey spielen, macht mich glücklich. Ich hätte aber auch kein Problem damit gehabt, wenn es eine andere Sportart gewesen wäre.» Lino spielte nämlich bis 9 Jahre beim SC Emmen Fussball. «Ich musste mich entscheiden: Fussball oder Eishockey? Beides durfte ich nicht machen», so Lino mit einem Schmunzeln.

«Ich bin sein grösster Kritiker»

Luca, der ältere der beiden Martschini-Söhne, steht bereits in seiner 24. Saison. «Eishockey ist meine Passion, meine Leidenschaft, Teil meines Lebens, darauf könnte ich nicht verzichten. Es ist ein wichtiger Ausgleich für mich zum Berufsalltag.» Und wer ist sein grösstes Vorbild? «Der Tscheche Jaromir Jagr, eine Legende. Dass er mit 45 Jahren immer noch in der NHL, einer der weltbesten Eishockey-Ligen, spielt, ist bewundernswert.» Erwähnt wird aber auch Lino, sein kleinerer Bruder. «Er ist ein grosses Vorbild für mich. Er ist ein Kämpfer und hat seinen Weg bisher toll gemeistert. Wir tauschen uns viel aus. Ich bin natürlich auch sein grösster Kritiker. Manchmal lobe ich ihn auch», gesteht Luca grinsend. Ein Traum wäre natürlich, eines Tages wieder gemeinsam in der gleichen Mannschaft zu spielen. Lino, der einst ein grosser Fan der NHL-Legende «The great One» Wayne Gretzky (56) war, sagt: «Das wäre eine super Sache. Luca ist natürlich zu alt für eine Profikarriere und schafft es nicht mehr zu uns ins Team», scherzte der jüngere der Martschini-Brüder. Luca erwidert: «Vielleicht spielen wir eines Tages aber einmal bei den Senioren des HC Luzern zusammen. Das könnte ich mir gut vorstellen, dass sich bei unserem Stammverein der Kreis wieder schliesst.» Fehlt nur noch Vater Peter als Trainer und Mutter Yvonne als Betreuerin? «Das wär’s natürlich», sagt Luca. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die beiden Jungs schon einmal zusammenspielten. Mutter Yvonne kann sich erinnern: «Das war im Bambini-Alter in Luzern – Luca war 8, Lino 3 Jahre alt. Ich würde es den beiden gönnen, wenn sie eines Tages gemeinsam in derselben Equipe auflaufen könnten. Das wäre ein schöner Abschluss ihrer Karrieren.»

Die Zeit in Kanada

Für Lino war auch der Abstecher nach Kanada (2010 bis 2012), bevor er zum EVZ zurückkehrte und Profi wurde, sehr wichtig. «Ich spielte in einer Junioren­liga während zweier Saisons. Ich war mit 17 Jahren weit weg vom Elternhaus und in einer neuen, fremden, grossen Welt. Das war für mich eine wichtige Lebensschule. Hier lernte ich viel und sah, was es braucht, dass man im Leben weiterkommt.» In Kanada durfte der EVZ-Profi (167 Zentimeter, 65 Kilogramm) auch seine Ehefrau Cynthia (seit Mai 2016 verheiratet) kennen lernen. «Dass ich meiner ganz grossen Liebe in Übersee über den Weg lief, ist natürlich unbeschreiblich schön. Mein Abstecher hat sich in doppelter Hinsicht gelohnt.» Und wie geht Luca eigentlich damit um, dass sein jüngerer Bruder Eishockey-Profi wurde und immer wieder im Rampenlicht steht? Vater Peter meint dazu: «Sehr sportlich. Er pflegt ein sehr gutes Verhältnis zu Lino und ist auch eine grosse Stütze für ihn. Er gönnt ihm das sehr. Luca besuchte Lino auch zweimal in Kanada. Er hat sich für seinen Bruder immer eingesetzt. Er ist nicht nur Bruder, sondern auch Kumpel. Ein toller Mensch.» Wie würde Mutter Yvonne Luca charakterisieren? Sie antwortet: «Ehrgeizig, zielstrebig, offen, kommunikativ und sehr ehrlich. Er sagt, was er denkt. Das schätze ich sehr an seiner Person.» Und was sagt Vater Peter Martschini über Lino? «Er ist sehr bodenständig geblieben, eigentlich bescheiden. In seiner Art sicher ruhig und ein Familienmensch. Offen und liebenswürdig. Lino muss man einfach gerne haben, genauso Luca. Die beiden ticken und funktionieren übrigens praktisch gleich. Grosse Unterschiede sehe ich bei ihnen nicht.»

Die Wünsche der Eltern

Stolz sind auch Lino und Luca auf ihre Eltern – und ihnen dankbar. «Sie haben uns das Eishockey ermöglicht und uns immer unterstützt. Sie opferten ihre Freizeit und die Wochenenden. Das haben wir ihnen nie vergessen und rechnen das ihnen hoch an», so Luca. Und Lino sagt: «Sie besuchen auch unsere Spiele, wenn es zeitlich passt. Sie sind in moralischer Hinsicht eine grosse Stütze für uns.» Mutter Yvonne wünscht ihren Jungs vor den Spielen auch per Whatsapp immer viel Glück: «Ein Ritual, das einfach sein muss», meint sie lachend.

Und was wünscht Mutter Yvonne ihren Jungs für die Zukunft? «An erster Stelle steht die Gesundheit, sicher viel Freude und Spass. Alles andere ist Zugabe und sekundär.» Sportlich wird Vater Peter etwas konkreter: «Mein Traum wäre natürlich, wenn Lino eines Tages Schweizer Meister mit dem EVZ würde und im Februar 2018 mit der Schweizer Nationalmannschaft an die Olympiade nach Pyeongchang in Südkorea reisen kann. Das wäre sicher für die ganze ­Familie etwas Gigantisches. Und Luca wünsche ich mit Sursee im Jahr nach dem Aufstieg das Erreichen der Playoffs.» Apropos Olympiateilnahme: Ein Martschini war schon an Olympia. Linos Grossvater Ludek Martschini – er verstarb 2014 mit 86 Jahren – reiste 1972 als Nationaltrainer der Schweizer Kunstturnerinnen nach München an die Olympiade. 46 Jahre später könnte es wieder einen Martschini an einer Olympiade geben. Wer weiss ...

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