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ZUG: Eine Feier für den Glauben

Am nächsten Wochenende wird beim «Fest im Glauben» in der reformierten Kirche Zug gefeiert und philosophiert.
Die reformierte Kirche Zug. (Bild Christof Borner-Keller)

Die reformierte Kirche Zug. (Bild Christof Borner-Keller)

Reformation kommt vom lateinischen Begriff «Reformatio», was übersetzt Wiederherstellung bedeutet. Die Reformation lässt sich als kirchliche Erneuerungsbewegung zwischen 1517 und 1648 beschreiben, die zur Spaltung des westlichen Christentums in verschiedene Konfessionen geführt hat. Der berühmte deutsche Reformator Martin Luther gilt mit seinen 95 Thesen gegen den Ablass als Begründer dieser Bewegung, Huldrych Zwingli in Zürich und Jean Calvin in Genf haben auch ihren wichtigen Anteil gehabt – Calvins Einfluss hat bis weit in den angelsächsischen Raum gewirkt.

Dieses Jahr haben bereits eine Reihe von Feierlichkeiten in der ganzen Schweiz stattgefunden, da heuer das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation gefeiert wird. Am kommenden Wochenende wird die reformierte Kirche in Zug zum Schauplatz des Feierns. Das «Fest im Glauben» nutzt das Jubiläum auch gleich als interaktives zweitägiges Programm, bei welchem Wissenswertes über die Geschichte der Reformation herausgefunden werden kann und in spannenden Diskussionen philosophiert wird. Johannes Roth, Präsident der Bezirkskirchenpflege Zug-Menzingen-Walchwil erläutert die Idee zum Fest: «Religion und Glaube ist etwas, das jeden beschäftigt. Es besteht ein Bedürfnis, sich auszutauschen, da es im Alltag nicht immer einfach ist, darüber zu sprechen. Wir geben den Besuchern eine Möglichkeit, sich zu öffnen und ein gutes Gefühl im Umgang mit Gott und Religion zu bekommen. Die Leute können dabei auch eigene Fragen aufwerfen und so die Richtung des Anlasses steuern.»

Spielerische Annäherung

Der reformierten Kirche ist es ein Anliegen, dass Kinder gleich gut wie Erwachsene integriert werden. So finden nach der Begrüssung und der lockeren An­näherung auch verschiedene Workshops statt, die sich mit der Thematik der Reformation beschäftigen. Roth gibt bereits eine Kostprobe ab: «Bei einem Leiterlispiel wird spielerisch durch die Geschichte der Reformation gewürfelt. So finden die Leute unter anderem heraus, dass die deutsche Übersetzung der Bibel durch Luther Wissensaustausch ähnlich revolutioniert hat wie heute Social Media. Die Menschen konnten nun in Massen erreicht werden.»

Am Anlass wird zudem am Abend, zum Schluss, eine Besinnung stattfinden. Roth findet, dass der Glaube immer wichtiger wird, und bekräftigt dies mit einem Beispiel: «Ein Pfarrer-Freund erzählte mir, dass ihn eine hilflose Mutter um Hilfe bat, da ihre Tochter sie gefragt habe, wer denn Gott sei. Es ist faszinierend, dass bereits Kinder sich ­fragen, was da oben ist. Ich stelle fest, dass dies jeden beschäftigt – darum tut es gut, sich in einem Gespräch zu öffnen.» Abschliessend erzählt Roth, dass er dem Katholizismus nicht feindlich gegenüberstehe und die gemeinsame Zusammenarbeit in Zug eine lange Tradition habe: «Wir arbeiten bei einigen konfessionsübergreifenden Projekten zusammen. So haben wir uns auch im Zuge der Jubiläumsfeierlichkeiten der Reformation zum gemeinsamen Gespräch getroffen und die Zusammenarbeit vertieft.» Am Samstag ab 11.30 Uhr zum Fest und am Sonntag ab 9.30 Uhr zum Gottesdienst sei jeder willkommen.

Nils Rogenmoser

redaktion@zugerzeitung.ch

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