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ZUG: Eine scheinbare Unverhältnismässigkeit

Ein schlankes, elegantes Gebilde auf einem wuchtigen Steinsockel: Jean Mauboulès’ Skulptur in der Zuger Vorstadt wirkt vor allem durch Gegensätzlichkeit.
Andreas Faessler
Wie eine in die Luft gezeichnete Linie: Jean Mauboulès’ Skulptur in der Zuger Vorstadt. (Bild: Erik Stadler (Zug, 5. März 2018))

Wie eine in die Luft gezeichnete Linie: Jean Mauboulès’ Skulptur in der Zuger Vorstadt. (Bild: Erik Stadler (Zug, 5. März 2018))

Das Kunstwerk könnte in sich nicht gegensätzlicher sein: ein filigran-leichtes Gebilde auf einem wuchtigen, tonnenschweren Sockel. Die «Skulptur 2006/1» auf dem kleinen Platz bei der Mündung der Rigistrasse in die Vorstadt stammt vom französisch-schweizerischen Künstler Jean Mauboulès (*1943) und trägt dessen typische Handschrift. Die Zeichnung spielt in Mauboulès’ Schaffen eine zentrale Rolle und bestimmt die elementaren Formen in seinen Werken.

In seiner Skulptur in der ­Zuger Vorstadt ist die Zeichnung als Vorlage deutlich erkennbar: Sie wirkt wie eine schwungvoll ge­zogene Linie, die abrupt abknickt und anschliessend mit demselben Elan weitergezogen wird. Auch wenn Mauboulès’ Arbeiten geometrisch definierbar scheinen, so orientieren sie sich selten an den mathematischen oder physika­lischen Gesetzen, sondern legen vielmehr Zeugnis ab, wie der Künstler Aspekte wie Bewegung, Spannung, Dreidimensionalität, Perspektive oder Gleichgewicht wahrnimmt.

Die Spannung bei der Skulptur in Zug liegt vor allem in der scheinbaren Unverhältnismässigkeit zwischen Sockel und eigentlichem Kunstwerk. Obschon die «Linie» aus massivem Stahl gefertigt ist, wirkt sie im Vergleich zum zweistufigen Granitpodest verletzlich und zerbrechlich. Das Kunstwerk wurde 2006 in der Vorstadt aufgestellt und ist Eigentum der Stadt Zug.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Hinweis

Mit «Hingeschaut» gehen wir Details mit kulturellem Hintergrund und Zuger Bezug nach. Frühere Beiträge finden Sie online unter www.zugerzeitung.ch/hingeschaut.

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