ZUG: Eine Taufe der lauten Sorte

Stuck in Traffic haben eine neue Platte die Taufe dazu war ein Statement für guten Rock.

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Heizten dem Publikum so richtig schön ein: die Zuger Band Stuck in Traffic. (Bild Werner Schelbert)

Heizten dem Publikum so richtig schön ein: die Zuger Band Stuck in Traffic. (Bild Werner Schelbert)

Natalia Widla

Mehrere tausend Kilometer hatten Stuck in Traffic im letzten Sommer auf sich genommen und waren rund 14 Stunden nach Sarajevo gefahren, um dort zusammen mit dem Musikproduzenten Mahir Sarihodic ihr erstes Album aufzunehmen (wir berichteten). Am Samstagabend, mehr als ein halbes Jahr später, war es nun so weit: Die von Band und Fans gleichermassen lang ersehnte Platte mit dem Titel «Midnight Show» konnte in der Galvanik offiziell getauft werden.

Film zur Plattenentstehung

Stuck in Traffic, das sind die vier Zuger Dino Sabanovic (Gitarre und Vocals), Lionel Hausheer (Drums), Andreas Schwendener (Gitarre) und Fernando Schnellmann (Bass). Die Sieger des Nachwuchsband-Contests «Sprungfeder» gaben sich vor der Plattentaufe zwar gewohnt cool, ganz überspielen konnten sie ihre Nervosität jedoch nicht, als sie die zahlreichen Besucher begrüssten.

Bevor das eigentliche Konzert losging, bekamen diese noch einen kleinen visuellen Vorgeschmack auf das Album. Für den rund 15-minütigen Kurzfilm «The Making of ‹Midnight Show› Road­trip to Sarajevo» sind zwei Kolleginnen der Band verantwortlich, welche die vier mit einer Kamera auf ihrer Reise begleitet hatten. Zu sehen gibt es Gespräche und Rumgeblödel, angespannte Momente im Studio und die vier im Ausgang. In einer Sequenz sitzen Stuck in Traffic um einen Tisch herum und schreiben an einem Song. «Das war der wohl nervenaufreibendste Part», erzählt Lionel, «wir sind mit einigen unfertigen Songs nach Sarajevo gefahren – und diese dann zwischen den Studiosessions fertigzustellen, das war schon herausfordernd.»

Und Lionel weiter: «Zwei Wochen lang aufzunehmen, das geht ohnehin an die Substanz, auch wenn man gerade nicht selber dran ist, ist man ja doch immer präsent.» Neben zwei produktiven und anstrengenden Wochen hatten die vier aber, und auch das sieht man im Film deutlich, vor allem eines: eine gute Zeit zusammen. «Wir haben viel erlebt, und es gibt einiges zu erzählen: Zum Beispiel schafften wir es nicht bis nach Bosnien, ohne jemanden schmieren zu müssen wegen unseres vielen Equipments», verrät Dino lachend.

Zwei- bis dreimal pro Woche haben die vier vor der Plattentaufe gemeinsam geübt, und sogar T-Shirts mit dem Bandlogo druckten Stuck in Traffic speziell für den Anlass: «Leute mit Band-Shirts werden oft darauf angesprochen, das ist doch die beste Promo!», so Lionel.

Rockige Ansage

Schliesslich ist es so weit, der Projektor wird abgestellt, die Bühne umgebaut, und der grosse Moment ist gekommen: Mit dem gleichnamigen Song zu Anfang wird die Taufe von «Midnight Show» in Angriff genommen. «‹Midnight Show› ist eines unserer besten Lieder und fängt die Essenz unseres Sounds ziemlich gut auf», erklärt Fernando diese Wahl. Auch wenn die erste frisch getaufte CD nach einem Wurf ins Publikum am Deckenbeamer hängen bleibt, der Stimmung tut dies keinen Abbruch. Im Gegenteil: Stuck in Traffic kommen mit dem lauten, rockigen und nach eigener Aussage – «dreckigen und verschwitzen» Sound ihres ersten Albums fantastisch an und bringen selbst das sonst doch eher etwas steife Zuger Musikpublikum zum Toben. Besser, das steht den vier zwischen den einzelnen Songs ins Gesicht geschrieben, hätte diese Taufe nicht über die Bühne gehen können.

Nochmals nach Sarajevo?

Das Debütalbum ist also getauft, die Party mehr als gelungen, und in Zug wird man in nächster Zeit wohl das eine oder andere «Stuck in Traffic»-T-Shirt erblicken. Wohin geht die Reise als Nächstes? «Konzerte spielen, Konzerte spielen, Konzerte spielen, das steht nun auf dem Programm», sagt Dino. «Wir haben ausserdem schon wieder einige neue Lieder, auch ein zweites Album steht also in Aussicht», so Lionel, und Andreas fügt grinsend an: «Dafür würden wir dann sogar noch einmal nach Sarajevo reisen.»