ZUG: Eine Weltmeisterschaft, die nur ganz wenige interessiert?

Bald findet in der Bossard-Arena die Eishockey-U-18-WM statt. Schüler und Eltern können Spiele gratis anschauen. Die Nachfrage ist gering.

Drucken
Teilen
Feuern auch EVZ-Fans die U-18-Cracks an? (Archivbild Stefan Kaiser)

Feuern auch EVZ-Fans die U-18-Cracks an? (Archivbild Stefan Kaiser)

2015 ist ein Jahr für Zug, in dem Stadt und Kanton mit Sportereignissen gesegnet sind. Die Tour de Suisse, das wichtigste Radrennen der Schweiz, macht Mitte Juni drei Tage Station in Rotkreuz. Eine Woche später gastiert die Streethockey-WM in der Bossard-Arena. Im August laufen, springen und werfen die besten eidgenössischen Leichtathleten in der Herti-Allmend um die Wette. Beste sportliche Aussichten, die zahlreiche Zuschauer auf den Plan locken. Zumindest, was die Tour de Suisse betrifft, scheint dies garantiert.

Ein sportliches Grossereignis, das seine Schatten unmittelbar vorauswirft, droht indes vor fast leerer Halle in Zug über die Bühne zu gehen. Die Rede ist von der Eishockey-U-18-Weltmeisterschaft, die vom 16. bis 26 April in Zug als Hauptspielort sowie in Luzern stattfinden wird. Immerhin treten zehn Teams aus aller Welt an, und es werden in der Bossard-Arena in der Gruppenphase täglich zwei Spiele ausgetragen eines am Nachmittag und eines am Abend. Auch die Finalspiele sind in Zug zu sehen. Der Veranstalter stellt deshalb für Zuger Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klasse inklusive Begleitung 2000 Gratiseintritte zur Verfügung. Im Verkauf würden die Tickets 14 Franken für Jugendliche beziehungsweise 29 Franken für Erwachsene kosten. Ein tolles Angebot also, dachte sich das kantonale Amt für Sport. Doch das Zuschauer­interesse für das Gratisangebot lässt noch sehr zu wünschen übrig.

Nur 50 Gratiskarten weg

«Von den 2000 Tickets sind bis jetzt gerade mal 50 weg», zeigt sich Felix Jaray, Abteilungsleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Amts für Sport, enttäuscht. Und frustriert. Denn er hatte sich mehr erhofft. Bereits zweimal seien über die Rektoren die Zuger Schulen über die bevorstehende Eishockey-U-18-WM informiert worden zuletzt im Januar. Doch die grosse Resonanz ist bis dato ausgeblieben. «Ich weiss, dass die Rektoren die Infos intern weitergeleitet haben», sagt Jaray, der sich nicht erklären kann, warum keine grössere Nachfrage zu diesem Angebot entstanden ist. Jaray ist sich allerdings bewusst, dass während der Frühlingsferien so mancher Schüler mit seinen Eltern andere Freizeitpläne hegt, als in die Bossard-Arena zu gehen und Hockey anzuschauen. Und dass vielleicht nach der langen EVZ-Saison mit dem enttäuschenden Playoff das Interesse an Hockey in Zug nun nicht mehr so riesig ist. «Dabei ist die U-18-Hockey-WM durchaus hochklassig, und das Fernsehen schaltet sich erst ein, wenn die Schweiz den Halbfinal erreichen sollte», versucht Jaray das Interesse an dem besonderen Sportevent zu wecken. «Zudem sind ja auch noch zwei bis vier EVZ-Spieler mit von der Partie.»

«Rollensprint» gut angelaufen

Besser läuft es laut dem Abteilungsleiter bei anderen Sportveranstaltungen. «Der Rollensprint für die ‹Tour de Suisse› ist sehr gut angelaufen», so Jaray. Schulen aus sämtlichen elf Gemeinden haben sich dafür gemeldet. Dabei messen sich derzeit Schüler parallel auf vier Rollentrainern stationäre Rennvelos mit Rollen plus Monitor und Grossbildschirm –, indem sie eine 1200 Meter lange Strecke auf dem Rad zurücklegen. Jaray: «Die besten Schülerinnen und Schüler pro Kategorie und Gemeinde werden dann an das Finalwochenende Mitte Juni zur Tour de Suisse nach Rotkreuz eingeladen.»

wolfgang holz