Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Erfolgreiches Jubiläumsjahr

An der Generalversammlung vom Samstag, 5. Mai, der Zuger Kantonalbank fanden sich weniger Aktionäre ein als auch schon. Doch sie dürften zufrieden sein: Heuer winkt eine höhere Dividende, und auch die anderen Anträge des Bankrates wurden deutlich angenommen.
Livio Brandenberg
2644 Aktionäre der Zuger KB fanden sich in der Bossard-Arena ein. Auch dieses Jahr erhielten am Ende alle den traditionellen Zuger Kirsch. (Bild: Werner Schelbert (5. Mai 2018))

2644 Aktionäre der Zuger KB fanden sich in der Bossard-Arena ein. Auch dieses Jahr erhielten am Ende alle den traditionellen Zuger Kirsch. (Bild: Werner Schelbert (5. Mai 2018))

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Es ist GV-Saison in der Bossard-Arena. Während am vergangenen Donnerstag die WWZ ihre Eigentümer zur Generalversammlung im Zuger Eishockeystadion empfingen, war am Samstag, 5. Mai, die Zuger Kantonalbank an der Reihe. 2644 Aktionärinnen und Aktionäre folgten dem Ruf der ZGKB – das sind knapp 500 weniger als im letzten Jahr, was wohl dem schönen Wetter geschuldet sein dürfte. Doch nun zum Geschehen in der Halle.

Nach der ausführlichen Begrüssung der Aktionäre sowie der zahlreichen Vertreter aus der lokalen und nationalen Politik wandte sich der Präsident des Bankrats, Bruno Bonati, an zwei Kollegen, die gestern das erste Mal auf dem Podium Platz nahmen: Er begrüsste den neuen Finanzchef Andreas Janett, der das Amt Anfang März von Theodor Keiser übernahm. Bei Keiser bedankte sich Bonati im Namen des Bankrats herzlich für die gute, langjährige Zusammenarbeit. Keiser ging nach 21 Jahren bei der Bank in Pension. Weiter hiess Bonati Andreas Henseler willkommen, der neu als Leiter des Rechtsdienstes auch das Amt des Sekretärs des Bankrates übernimmt. Henseler folgt auf Adrian Andermatt, der Anfang März in die Geschäftsleitung berufen wurde.

Das abgelaufene Geschäftsjahr fasste Bankratspräsident Bonati in seinem Referat als «erfolgreiches Jubiläumsjahr» zusammen. Die Zuger KB feierte 2017 ihr 125-jähriges Bestehen. Und die Zahlen geben der ZGKB-Führung Recht: Der Geschäftserfolg stieg im Vergleich zu 2016 um 3,6 Prozent auf 104,1 Millionen Franken. Der Reingewinn konnte sogar um 10,6 Prozent auf 68 Millionen gesteigert werden. Dieses gute Ergebnis, die im Branchenvergleich hohe Eigen­kapitalbasis sowie die Überzeugung der Leitung, dass die Bank «strategisch auf dem richtigen Weg» sei, veranlasste den Bankrat dazu, der Generalversammlung eine Erhöhung der Dividende um 25 Franken auf 200 Franken pro Aktie vorzuschlagen. Ein Antrag, den die ­Aktionäre genehmigten.

Das Steuerprivileg der Bank fällt

Genauso wie die restlichen Anträge – von der Jahresrechnung über die Entlastung der Bankratsmitglieder bis zur Vergütung der Geschäftsleitung für das Jahr 2017 –, welche teilweise mit deutlich über 90 Prozent der Stimmen angenommen wurden. Etwas eingehender erklärte Bonati die unter Punkt 6 traktandierte Teilrevision des Kantonalbankgesetzes, welche nichts mit der laufenden Totalrevision zu tun hat (siehe Kasten). Bei der Teilrevision geht es um den Wegfall des bisher geltenden Steuerprivilegs der ­Zuger KB. Denn gemäss des aktuellen Kantonalbankgesetzes ist die Bank – aufgrund des gesetzlichen Anteils des Kantons von 50 Prozent plus eine Aktie am Aktienkapital – im Kanton und in den Gemeinden nur zu 50 Prozent steuerpflichtig. Voll steuerpflichtig ist die ZGKB hingegen bei der direkten Bundessteuer.

Im Rahmen des Sparpakets 2018 wird der Finanzhaushalt des Kantons Zug mittels verschiedener Massnahmen entlastet. Eine davon ist eben die Abschaffung des steuerlichen Privilegs der Kantonalbank. Der Bankrat unterstützt diese Aufhebung, die Bonati als «sachgemäss» bezeichnete. Die Aktionäre folgten dem Bankrat auch bei diesem Traktandum mit knapp 90 Prozent der Stimmen. Somit wird die Zuger KB ab 2019 voll steuerpflichtig; der Kanton und die Gemeinden können dadurch mit jährlich gut 4 Millionen Mehreinnahmen rechnen. Anträge aus der Versammlung oder Voten gab es gestern, wie im Vorjahr, keine.

In seinem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2018 zeigte sich Pascal Niquille, Präsident der Geschäftsleitung der ZGKB, zuversichtlich. Der globale wirtschaftliche Aufschwung habe sich auch in diesem Jahr fortgesetzt und widerspiegle sich im Geschäftsgang der Unternehmen und im guten Gewinnwachstum. Weiter sprach der CEO auch die Zinslage an: «Trotz leicht anziehender Inflation dürften sich die Zinsen nur langsam normalisieren», so Niquille. Die Attraktivität des Kantons Zug als Wohn- und Wirtschaftsraum sieht er ungebrochen: «Wir gehen davon aus, dass der Zuger Immobilienmarkt sich weiterhin positiv vom Schweizer Durchschnitt abhebt und robust bleibt.»

Strategische Veränderung zahlt sich aus

Bei seinem Blick in die Vergangenheit erklärte Niquille, weshalb die Bank vor einigen Jahren «strategische Veränderungsmassnahmen» eingeleitet habe. Das Geschäftsmodell der ZGKB in der Vermögensverwaltung sei «sehr stark» auf Fonds anderer Anbieter und damit auf sogenannte Vertriebskommissionen ausgerichtet gewesen. «Wir waren in erster Linie Produktverkäufer», so Niquille. Für die verkauften Finanzprodukte hätten die Herausgeber oder Anbieter die Bank mit Vertriebskommissionen entschädigt. «Kunden haben diese jeweils im Preis für das Anlageprodukt mitbezahlt», erklärte der CEO.

2012 entschied das Bundesgericht aber, dass die Anleger Anspruch auf die Erstattung solcher Kommissionen haben. Auch dies habe die Zuger KB veranlasst, ihr Geschäftsmodell in der Vermögensverwaltung grundlegend anzupassen, «das bankeigene Wissen wieder aufzubauen und damit die Beratung zu stärken». Zudem habe man entschieden, auf Vertriebskommissionen zu verzichten oder sie an die Kunden zurückzuerstatten. Dadurch seien der Bank Erträge im zweistelligen Millionenbereich weggefallen – und darum habe man sich vom «Produktverkäufer zur respektierten Beraterbank in der Vermögensverwaltung entwickelt», bilanzierte Niquille. Heute bezahle der Kunde das Fachwissen, welches geschätzt werde, dies belegten die Zahlen: Von einst 180 Mandaten in der Vermögensverwaltung sei man bei heute 1100 Mandaten angelangt.

Dass in naher Zukunft auch Personen mit Vermögen in Kryptowährungen zu den Kunden der Zuger KB gehören, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Die Bank begrüsse die Entwicklung rund ums Crypto Valley und stufe die Blockchain-Technologie als «vielversprechend» ein, sagte Niquille. Im Bereich der Kryptowährungen müsse und wolle die Bank aufgrund der regulatorischen Rahmenbedingungen aber «äusserst zurückhaltend sein, ohne Geschäftsmöglichkeiten zu verpassen».

Zum Schluss sprach als Vertreter des Mehrheitsaktionärs der ZGKB, des Kantons, Finanzdirektor Heinz Tännler. Nach ausführlichem Lob an die Bank und deren Mitarbeiter wies er in einem energischen Referat auf die Chancen hin, die neue Technologien bringen. «Wenn wir mit Zug in die Zukunft ziehen wollen, müssen wir gezielt Geld und Geist investieren – und nicht zuerst regulieren.» Wachstum fördere man nicht, indem man Grenzen setze. «Wirkliche und wirksame Innovation fängt auf keinen Fall mit Formularen an», so Tännler. Er glaube an unternehmerische Experimente, die es für eine prosperierende Volkswirtschaft brauche. Genau wie eine Bank, die dem Zuger Pioniergeist Schub verleihe, wie die ZGKB. «Eine gute Bank zeichnet sich schliesslich nicht durch den Ausschluss von Risiken aus, sondern durch den professionellen Umgang damit.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.