Zug erhöht Prämien für Gebäudeversicherung

Im Kanton Zug werden per 1. Januar die Prämien der Gebäudeversicherung von 55 auf 60 Rappen pro tausend Franken Versicherungswert erhöht. Damit sollen Rückstellungen gebildet und der Reservefonds aufgestockt werden.

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Menzingen nach einem Unwetter im Juni 2011. (Bild: Werner Schelbert/Neue LZ)

Menzingen nach einem Unwetter im Juni 2011. (Bild: Werner Schelbert/Neue LZ)

Laut Gebäudeversicherungsgesetz müssten die Versicherungsprämien derart angesetzt sein, dass sie ausreichen, um alle Schäden zu vergüten, einen Reservefonds zu unterhalten, Beiträge an die Schadenvergütung und -bekämpfung zu leisten und die Verwaltungskosten zu decken. Dies sei laut Mitteilung des Zuger Regierungsrates bei der Gebäudeversicherung aktuell nicht möglich. Mit einer moderaten Prämienerhöhung sollen deshalb mittelfristig die benötigten Rückstellungen gebildet werden.

Entwicklung der Prämien seit 1993. (Bild: PD)

Entwicklung der Prämien seit 1993. (Bild: PD)

Erhöhung von 5 Rappen

Die Grundprämie und die Prämie für die Zusatzversicherung werden per 1. Januar 2013 von 55 auf 60 Rappen je tausend Franken Versicherungswert erhöht. Davon entfallen 50 Rappen auf die Versicherung, 10 Rappen auf den Feuerschutz. Die Erhöhung der Grundprämie ab 2013 führt auch zu einer Erhöhung der Prämie für Bauversicherungen. Diese beträgt neu 30 Rappen (vorher 27,5) pro tausend Franken Versicherungswert.

In den letzten Jahren kam es im Kanton Zug wiederholt zu grossen Elementarschäden. Starke Unwetter und Hagelzüge bescherten dem Kanton Schäden im zweistelligen Millionenbereich. Zwischen 2005 und 2011 beliefen sich die Elementarschadenzahlungen der Gebäudeversicherung Zug gesamthaft auf 35,2 Millionen Franken. Weitere 41 Millionen mussten für Feuerschadenzahlungen aufgewendet werden. Davon erstattete die Rückversicherung 23,3 Millionen Franken. Der Nettoaufwand der Gebäudeversicherung Zug für Schadenzahlungen betrug zwischen 2005 und 2011 rund 60 Millionen Franken.

Geringe Reserven und Rückstellungen

Das Verhältnis des Reservefonds zum Versicherungskapital von 41,1 Milliarden Franken lag per Ende 2011 bei tiefen 1,45 Promille. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Durchschnittswert aller 19 Gebäudeversicherungen von 2,35 Promille und soll auf dieses Niveau erhöht werden.

Zudem besteht bei einem Grossschadenereignis einerseits eine Beitragsverpflichtung gegenüber dem Interkantonalen Rückversicherungsverband in der Höhe von 12.1 Millionen Franken. Die dafür benötigten Rückstellungen beliefen sich per Ende 2011 auf ungenügende 7.5 Millionen. Andererseits besteht eine Garantieverpflichtung gegenüber dem Schweizerischen Pool für Erdbebendeckung von knapp 13 Millionen Franken. Die Rückstellungen per Ende 2011 betrugen 1 Million. Es fehlen folglich 16,5 Millionen Franken an zweckgebundenen Rückstellungen, die in den nächsten Jahren gebildet werden müssen.

pd/bep