ZUG: Erst verprügelt – dann auch noch gebüsst

Ein Mann wird am Zuger Bahnhof bewusstlos geschlagen. Die Justiz sieht das anders und bestraft ihn zusätzlich.

Andreas Faessler
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Der Vorfall ereignete sich am Bahnhof Zug. (Symbolbild) (Bild: Archiv / Neue ZZ)

Der Vorfall ereignete sich am Bahnhof Zug. (Symbolbild) (Bild: Archiv / Neue ZZ)

Im vergangenen Januar entbrannte im Zuger Bahnhofsladen «Aperto» eine Schlägerei zwischen vier jungen Männern. Markus Marty, Deckenmonteur aus Steinen SZ, äussert sich als einer der Involvierten nun zum Fall.

Mit Schädel-Hirn-Trauma im Spital

Zwischen ihm sowie seinem Arbeitskollegen und drei jungen Männern vor dem Lokal sei es durch die Glasfront zum Blickkontakt gekommen, worauf einer der jungen Männer ins Lokal getreten sei und den Kollegen mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe.

Marty habe ihn am weiteren Zuschlagen hindern wollen, indem er ihn festhielt. Dann sei er von einem zweiten Angreifer mit einem kräftigen Fusstritt gegen den Kopf ausser Gefecht gesetzt worden. Das Resultat des Gewaltausbruchs für Marty: Schädel-Hirn-Trauma, Spitalaufenthalt und Arbeitsausfall von sieben Wochen. Sein Kollege erlitt eine Hirnerschütterung, Schürfungen und eine Wunde am Kopf. Bei den beiden Angreifern handelt es sich um einen 21-jährigen und einen 22-jährigen Schweizer mit Migrationshintergrund.

Und dann ein Strafbefehl

Anfang Juli folgte für Markus Marty der richtige Schock: Er erhielt von der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl, in dem er wegen Raufhandels und Sachbeschädigung schuldig gesprochen wird. Er muss eine Busse von 1250 Franken bezahlen und erhält dazu eine Geldstrafe auf Probezeit. Die beiden Angreifer werden nur unwesentlich härter bestraft.

Marty ist fassungslos. «Man wird brutal niedergeschlagen, anschliessend wie ein Verbrecher behandelt und dann noch gebüsst, weil man sein eigen Leib und Leben verteidigen wollte. Muss man sich etwa tatenlos vermöbeln lassen?» Gegen den Strafbefehl hat Marty Einsprache erhoben, weshalb die Zuger Strafverfolgungsbehörden zu diesem Fall derzeit keine Auskunft geben wollen.

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