ZUG: Erstes Urteil zur rauchlosen Zigarette Nicstic

Vor dem Zuger Einzelrichter standen zwei führende Mitarbeiter des Hünenberger Firmenkonglomerats Nicstic. Dank Geständnis werden sie milde bestraft.

Jürg J. Aregger
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Zigaretten verursachen nach wie vor Rauch. Die rauchlose Zigarette Nicstic konnte nie realisiert werden. (Bild: Keystone)

Zigaretten verursachen nach wie vor Rauch. Die rauchlose Zigarette Nicstic konnte nie realisiert werden. (Bild: Keystone)

Mit Nicstic sollte in Hünenberg eine rauchlose Zigarette lanciert werden, die aber nie funktionierte. Durch den Verkauf von Aktien wurden 568 Kleinanleger betrogen. Das Sammelverfahren wurde ab 2006 gegen rund 80 Personen geführt, wobei die meisten Verfahren inzwischen eingestellt sind. Es betraf dies Angestellte, Telefonverkäufer, aber auch Banken. Einem 56-jährigen Kaufmann und einem 70-jährigen Berater werden schwindelhafte Kapitalerhöhungen vorgeworfen. Die beiden deutschen Hauptakteure stehen gegenwärtig vor dem Landgericht Stuttgart.

In Zug wurde den beiden Beschuldigten vorgeworfen, bei fünf schwindelhaften Kapitalerhöhungen Aktienkapital von 18 Millionen Franken geschaffen zu haben, das wertlos war. Sie haben sich damit der mehrfachen Urkundenfälschung und Erschleichung einer falschen Beurkundung schuldig gemacht. Die Schweizer einigten sich mit der Staatsanwaltschaft auf ein Strafmass von 17 und 11 Monaten Freiheitsstrafe bedingt.

Der Einzelrichter akzeptierte im abgekürzten Verfahren den Urteilsentwurf. Ohne Eingeständnis wäre eine so tiefe Sanktion angesichts der massiven Delikte und des relativ hohen Verschuldens nicht möglich gewesen. Die Urteile sind rechtskräftig.