ZUG: Es bleibt alles in der Familie

Im Hotel Löwen am Landsgemeindeplatz steht der Generationenwechsel an. Christoph Ruckli freut sich auf das Nach-Hause-Kommen und hat mit dem Betrieb viel vor.

Samantha Taylor
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Ab Frühling ist er der Chef im Haus: Christoph Ruckli (links) übernimmt das Hotel Löwen und das Restaurant von seinen Eltern Theres und Joseph Ruckli. (Bild Stefan Kaiser)

Ab Frühling ist er der Chef im Haus: Christoph Ruckli (links) übernimmt das Hotel Löwen und das Restaurant von seinen Eltern Theres und Joseph Ruckli. (Bild Stefan Kaiser)

«Ich wollte nie Feuerwehrmann oder Polizist werden, sondern immer Hotelier. Ich kenne ja auch nichts anderes. Für mich war darum auch immer klar, dass ich mal in die Fussstapfen meiner Eltern treten möchte», erzählt Christoph Ruckli und schmunzelt. Der 31-Jährige ist zusammen mit seinem jüngeren Bruder im Hotel Löwen am Landsgemeindeplatz aufgewachsen. Er ist der Sohn der früheren Pächter und heutigen Besitzer Joseph und Theres Ruckli. Bis heute führen die beiden das Hotel, und bis vor 15 Jahren führten sie auch noch das Restaurant mit dem bekannten «Leue-Saal», bevor sie dieses an die Remimag AG verpachteten.

Nun, nach insgesamt 38 Jahren, übergeben die beiden das Ruder an ihren älteren Sohn. Christoph Ruckli wird sowohl das Hotel wie auch das Restaurant übernehmen. Das «Domus» schliesst damit per Ende Oktober seine Türen. «Wir hatten mit der Remimag AG erst einen zehnjährigen Pachtvertrag. Den haben wir noch um weitere fünf Jahre verlängert», berichtet Joseph Ruckli. «Doch nun mussten wir ihnen – trotz sehr guter Zusammenarbeit – mitteilen, dass unser Sohn nachrücken wird», sagt Joseph Ruckli sichtlich stolz.

Der richtige Zeitpunkt

Christoph Ruckli hat sich auf die Übernahme des elterlichen Betriebs gut vorbereitet und seine Karriere auch gezielt darauf ausgerichtet. So hat er erst eine kaufmännische Lehre mit Berufsmatura absolviert. «Als gute Grundlage», wie Christoph Ruckli heute sagt. Danach besuchte er die Hotelfachschule in Luzern und arbeitete an diversen Orten in der Hotellerie, unter anderem in der Westschweiz und in Kanada. Die letzten sieben Jahre war er im Zürcher Marriot Hotel tätig. Er war dort auch Mitglied der Geschäftsleitung. «Ich war für 250 Leute verantwortlich. Da konnte ich natürlich sehr viele Erfahrungen sammeln und habe auch gesehen, wie ein Grosskonzern funktioniert», erzählt er. Es sei für ihn nun ein guter Zeitpunkt, um in die Selbstständigkeit zu wechseln. Er sei bereit, den Betrieb zu führen. Und: «Nachdem ich nach meiner Grundausbildung eigentlich immer ausserhalb des Kantons gearbeitet habe, ist diese Übernahme für mich jetzt wie ein Nach-Hause-Kommen», freut sich der EVZ-Fan.

Und auch für Joseph und Theres Ruckli stimmt das Timing. «Ich bin natürlich sehr froh, dass der Betrieb in der Familie bleibt. Ausserdem erreiche ich nächstes Jahr das Pensionsalter», sagt der Präsident des Stadtzuger Gewerbevereins. Es sei also der ideale Zeitpunkt für den Generationenwechsel.

Mit Rat und Tat zur Seite

Ganz von der Bildfläche verschwinden werden die jetzigen Betreiber allerdings noch nicht. «Derzeit läuft die Übergabephase. Christoph lernt das Hotel kennen. Da stehen wir mit Rat und Tat zur Seite», sagt Joseph Ruckli. Ziel sei aber, dass sie sich bald ganz «rausnehmen» könnten. «Christoph wird der Chef des Hotels und des Restaurants. Da wollen wir ihm nicht in die Quere kommen», so Joseph Ruckli. Den Betrieb nach 38 Jahren abzugeben, fällt dem Ehepaar nicht schwer. «Wir werden sicher in den Ferien oder in strengen Zeiten auf Wunsch noch etwas mithelfen», sagt Theres Ruckli. Und ihr Mann ergänzt: «Wir konnten uns gut darauf vorbereiten und freuen uns auch auf das, was kommt.» Spezielle Pläne haben die beiden nicht. Joseph Ruckli: «Wir tun das, was Pensionierte halt so tun, sprich Skifahren, reisen, Sport treiben und einfach geniessen.»

Ein neues Konzept

Doch bis es definitiv soweit ist, steht noch ein grosses Familienprojekt an. Denn das Restaurant wird vor seiner Neueröffnung umgebaut, erhält einen neuen Namen und ein neues Konzept. Mit den Umbauarbeiten wird Mitte November begonnen, eröffnet werden soll es dann wieder im Frühling. Wie das Konzept dazu aussehen wird, das will die Familie noch nicht verraten. «Wir stecken mitten in der Planung», erklärt Christoph Ruckli. Es werde ein Lokal, das es in Zug in dieser Art noch nicht gebe. «Geplant ist ein gutbürgerliches Restaurant, kein Gourmettempel, aber auch keine Beiz», sagt der junge Hotelier zufrieden.