ZUG: «Es braucht eine andere Lösung für die Cars»

Immer wieder stellen an der Rigistrasse Chauffeure ihre Cars ab, obwohl sie das nicht dürften. Eine neue Touristengruppe verschärft das Problem.

Drucken
Teilen
Das Carproblem am Rigiplatz hält schon seit Jahren an. (Bilder Werner Schelbert/Charly Keiser)

Das Carproblem am Rigiplatz hält schon seit Jahren an. (Bilder Werner Schelbert/Charly Keiser)

Charly Keiser

Schon mehrmals berichtete die «Neue Zuger Zeitung» vom Unmut der Anwohner des unteren Rigiplatzes wegen der dortigen Carparkplätze. Genau genommen dürfen dort nur Busse parkieren, die ein Arrangement mit der Zuger Schifffahrtsgesellschaft haben – sprich deren Passagiere auf einem der Zugerseeschiffe eine Fahrt unternehmen. Alle anderen Carchauffeure dürfen die Passagiere an der Rigistrasse lediglich ein- und aussteigen lassen, wie auf der dort angebrachten Verkehrstafel klar und deutlich zu lesen steht. Deren Carparkplatz befindet sich hingegen in der Herti auf dem grossen Parkplatz hinter dem Kaufmännischen Bildungszentrum Zug an der Aabachstrasse. Seit Neuem sorgen Busse, denen asiatische Gäste entsteigen und die Stadt erkunden, für zusätzlichen Ärger. Doch davon später.

Ärger mit den Abgasen

Das Verkehrsregime und die entsprechenden Regeln werden seit Jahren immer und immer wieder missachtet und gebrochen, wie Anwohner Gregor Hotz betont. Sein Vater Siegfried Hotz ist mit der Stadt wegen der Cars schon lange im Clinch: «Der Stadtrat nimmt unsere Anliegen sowie die der Eltern und Kinder, die auf dem Spielplatz sind, einfach nicht ernst», beklagte er sich 2011 in unserer Zeitung. Und auch Boutiquebesitzerin Maja Sulger bestätigte damals die Zustände und Probleme mit den Carchauffeuren. Sie sagte: «Obwohl es brütend heiss ist, müssen wir im Hochsommer die Tür meist schliessen und auf die frische Luft verzichten. Denn sonst wird uns von den Abgasen der Reisecars schlecht.» Und Coiffeurmeister Hans-Peter Fischer schlug in die gleiche Kerbe: «Auch ich muss meine Ladentür meist schliessen – ich kann meinen Kunden den Gestank und die heisse Abluft der Klimaanlagen, die von den Cars zu uns strömt, nicht zumuten.»

Neue Gäste

In diesem Jahr ist das Problem mit den widerrechtlich parkierenden Bussen nun schon lange vor den Sommermonaten akut geworden. Denn neuerdings fahren zusätzlich Cars mit fernöstlichen Gästen nach Zug, parkieren und warten, bis die Asiaten den Kurzaufenthalt in der Stadt beendet haben (siehe Bild). «Ich habe nichts gegen Chinesen», betont Gregor Hotz. Aber manche von ihnen würden sich überhaupt nicht an die geltenden Bestimmungen halten. «Ich habe zum Beispiel schon beobachtet, wie sich solche Touristen auf den Kolinplatz stellten und den Verkehr blockierten. Das ist unglaublich.» Er gehe davon aus, dass die meisten asiatischen Gäste Chinesen seien und darum eigentlich gewohnt sein müssten, sich entsprechend zu verhalten, ergänzt Hotz und sagt: «Denn so nahm ich es zumindest wahr, als ich vor zehn bis fünfzehn Jahren in China war und dort die Einheimischen im Umgang mit dem Verkehr erlebt habe.»

Für Hotz «ist und bleibt klar», wie er sagt: «Ein Verkehrsregime mit gewissen Versprechen und Anforderungen, das nicht kontrolliert und durchgesetzt wird, ist unnütz. Ich bin mir sicher: Es braucht grundsätzlich eine andere Lösung für die Cars.» Denn die Begegnungszone werde immer öfter auch von den Fussgängern benutzt, die vom Bahnhof her in Richtung See flanierten, begründet Hotz. Womöglich sei das Regime vor 15 Jahren gut gewesen, doch heute sei es einfach nicht mehr zeitgemäss. «Ich habe von Anfang gefordert, dass die Cars statt an der Rigi- an der Gartenstrasse parkieren sollen», ergänzt er. Dies, weil sie von dort auch gleich wieder in Richtung Bundesplatz wegfahren könnten und nicht durch die Vorstadt und Bahnhofstrasse wegfahren müssten.

Ob es schon Reklamationen wegen Cars mit Chinesen gegeben habe, wisse er nicht, sagt Roger Brun, stellvertretender Leiter Sicherheit der Stadt Zug. «Aber ich werde die Beobachtung sofort weitergeben und via Polizei die Kontrollen reaktivieren. Womöglich werden schon kommendes Wochenende vermehrt Kontrollen durchgeführt.»

«Regime ist Sache der Politik»

Und was hält Hotz von der Idee, wenn die Cars zum Beispiel im Bereich der Musikschule und der reformierten Kirche Standplätze bekommen würden? «Fürs Stadtbild wäre das sicherlich sehr gut», findet Gregor Hotz. «Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, dass da oben nur jene vier Plätze für die Schifffahrtsbusse hinkommen und an der Gartenstrasse Plätze zum Ein- und Aussteigen markiert werden. Aber natürlich wirklich nur für diesen Zweck.» Von dort können die Busse dann direkt zum Carparkplatz in der Herti fahren.

«Das Verkehrsregime ist Sache der Politik», betont Roger Brun und sagt: «Und wenn das Thema in der Zeitung steht und die Leute darüber reden, kommt das sicher automatisch auf die politische Agenda.»