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ZUG: «Es gibt nichts, was es nicht gibt»

Der Gastkanton Schwyz, ein Spürhund des Grenzwachtkorps oder ein Schiff mit 120 kleinen Segeln – die Ausstrahlung der Zuger Messe geht über die Kantonsgrenze hinaus.
Stephan Santschi
Gäste im Fokus: Trio «Natur pur» mit Daniel Schmidig, Beny Betschart, Christan Gwerder und Othmar Reichmuth (links) sowie Dolfi Müller und Fabienne Bamert (rechts). Bilder: Werner Schelbert (Zug, 22. Oktober 2016)

Gäste im Fokus: Trio «Natur pur» mit Daniel Schmidig, Beny Betschart, Christan Gwerder und Othmar Reichmuth (links) sowie Dolfi Müller und Fabienne Bamert (rechts). Bilder: Werner Schelbert (Zug, 22. Oktober 2016)

Es sind eigenartige Szenen, die sich am Stand 22 in Halle B5 abspielen. Besucher sitzen auf Holzwürfeln, drehen den Kopf hin und her, schauen hoch und runter. Auf der Nase tragen sie eine sogenannte Virtual-Reality-Brille mit Kopfhörer. Es scheint, als befänden sie sich in einer anderen Welt. «Das sieht lustig aus», sagen jene, die daran vorbeispazieren. «Gewaltig, so ­etwas habe ich noch nie erlebt», berichten jene, welche die Brille gerade abgelegt haben.

So wie zum Beispiel Roland Wild aus Siebnen (56). Er war eben auf virtueller Entdeckungsreise, sah anstelle der tatsächlichen Umgebung landschaftliche Highlights des Kantons Schwyz. Er schaute herab von der Spitze des Grossen Mythen, paddelte im Kanu über den Zürichsee, fuhr auf einem von Huskys gezogenen Schlitten auf dem Hochplateau der Glattalp oder staunte über die Architektur im Kloster Einsiedeln. «Man vergisst alles um sich herum. Meine Frau Pia wollte mich gerade mit etwas Käse füttern, doch ich habe sie nicht wahrgenommen», erzählt Roland Wild und lacht.

Kein Zweifel: Der Gastkanton Schwyz hat sich an der Zuger Messe etwas Spezielles einfallen lassen. 360-Grad-Film nennt sich diese sechsminütige und in vier Episoden unterteilte Vorführung, deren Kosten im tiefen fünfstelligen Bereich anzusiedeln sein dürfte. Man taucht ein in eine fiktive Umgebung und erlebt sie so, als wenn man tatsächlich vor Ort wäre. «Für die Aufnahmen habe ich mit sieben Kameras gleichzeitig gefilmt», berichtet Christophe Merkle. Der 26-jährige Fribourger, der an der Fachhochschule für Design und Kunst in Luzern derzeit seinen Film-Master macht, hat den Streifen produziert. «Der Zuschauer ist im Film drin. Das ist eine neue Art, etwas zu erzählen. Wobei es uns hier nicht um eine Geschichte, sondern um das Vermitteln von stimmungsvollen Orten geht.» Empfehlenswert ist, sich beim Tragen der Virtual-Reality-Brille zu setzen. Sonst droht Schwindel.

«Ausprobieren, junger Mann!»

Wer sich danach mit Spezialitäten wie Küssnachter Raclettekäse, Polenta aus Tuggen, Schlossherrenwein aus Altendorf oder dem Einsiedler Bier eingedeckt hat, ist für den Rest der Zuger Messe bereit – seit gestern und noch bis am nächsten Sonntag hat sie geöffnet. Mit über 400 Ausstellern gilt sie in der Zentralschweiz als grösste Herbstausstellung für den Handel und das Gewerbe. «Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug», schrieb einst der griechische Philosoph Epikur – zu lesen am Stand der katholischen Kirche Zug. Genug zu sehen gibt es hier definitiv. Während die einen auf dem Massagegerät entspannen, werden andere zärtlich mit hochwertiger Gesichtscreme eingesalbt, lassen sich Einmachglasöffner oder Zitronenauspresser vorstellen. Selbst die schmerzfreie Haarentfernung kann man sich gleich mehrmals gönnen. «Ausprobieren, junger Mann!», empfiehlt die Verkäuferin.

Die Drogen sind im Eistee versteckt

Wer den Schauplatz wechselt und sich zwischen die Hallen A2 und A3 im Hafenareal stellt, wird Zeuge der Sonderschau des Schweizer Grenzwachtkorps. Der Schäferhund Zamp schnüffelt nach Drogen und erweist sich dabei als Meister seines Fachs. 110 solcher Diensthunde sind an Flughäfen und an der Grenze im Einsatz. «Es gibt nichts, was es nicht gibt. Schmuggelware wird in allem Möglichen versteckt», sagt Einsatzleiter und Hundeführer Olivier Schlegel. In der Hand hält er eine gefüllte Eisteeflasche, die von aussen nicht ersichtlich einen Hohlraum für Drogen enthält. Pro Tag stelle man im Schnitt 30,6 Kilo Betäubungsmittel sicher.

Nicht minder beeindruckend ist das «Ship of Tolerance». 18 Meter hoch ist dieses Schiff des international renommierten Künstlerpaars Ilya und Emilia Kabakov aus New York. Dienen soll es als kultur- und völkerverbindendes Symbol. 115 Klassen aus öffentlichen und privaten Zuger Schulen haben ihre Vorstellungen von Toleranz und Respekt in gemalten Segelbildern ausgedrückt. 120 davon bilden das Segel dieses Schiffs. Neben der virtuellen Rundreise in den Kanton Schwyz zweifellos das optische Highlight der diesjährigen Zuger Messe.

Hinweis

Lesen Sie unser Dossier unter:

www.zugerzeitung.ch/zugermesse

Stephan Santschi

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