ZUG: «Es gibt sie noch, die einfachen Jobs»

71 Personen der Trichema AG werden ihre Arbeit verlieren. Darunter sind viele angelernte Kräfte. Gibts für solche Büezer hier überhaupt eine Zukunft?

Wolfgang Holz
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Ein Arbeiter in der Produktionshalle des Küchengeräteherstellers V-Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Ein Arbeiter in der Produktionshalle des Küchengeräteherstellers V-Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Weil die Produktion nicht mehr kostendeckend und der Umsatz um 70 Prozent weggebrochen ist, schliesst der Baarer Lohnhersteller und -abfüller für chemische und pharmazeutische Produkte 2015 seine Pforten. 71 Mitarbeiter werden dadurch arbeitslos (wir berichteten).

Können die Betroffenen überhaupt noch in vergleichbaren Jobs im Kanton Zug unterkommen? «Wir werden sicher ein Jobcenter wie im Fall der Chamer Papieri einrichten», sagt Trichema-Geschäftsführer Ivan Vollenweider, «um arbeitslosen Mitarbeitern eine Anlaufstelle zu bieten.» Zudem plane die Firma für Mitarbeiter ab 50 Jahren und älter zusätzlich einen freiwilligen Sozialplan. «Diese Mitarbeiter erhalten Abfindungen und Frühpensionierungsüberbrückungshilfen», so Vollenweider, der im Rahmen der Firmenschliessung nächstes Jahr mit 61 ebenfalls frühzeitig in Rente gehen muss.

Doch was machen Jüngere, die einen neuen Arbeitsplatz brauchen? «Ich persönlich finde es grundsätzlich schade, dass mit Trichema weitere Arbeitsplätze in der Produktion verloren gehen», bedauert Freddy Gisler, Regionalsekretär der Gewerkschaft Syna. Denn gerade in Zug, das in den letzten Jahren so stark gewachsen sei, seien eben auch die Bodenpreise enorm gestiegen.