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ZUG: Es gilt nach wie vor: Tiere bitte nicht füttern!

Die Stadt ruft in Erinnerung, dass man vom Füttern der Wasservögel und Tauben absehen soll. Zwar wissen die meisten Leute, dass es negative Folgen für Tier und Mensch hat. Trotzdem verfallen viele ihrer falsch verstandenen Tierliebe.
Es gehört bei vielen Familien einfach dazu, obwohl es den Tieren nicht gut tut: das Entenfüttern. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 5. April 2016))

Es gehört bei vielen Familien einfach dazu, obwohl es den Tieren nicht gut tut: das Entenfüttern. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 5. April 2016))

Sie sind zwar mittlerweile wieder verschwunden, werden aber sicher wieder aufgestellt, denn ihre Dringlichkeit bleibt: die Plakate, die vor den Folgen warnen, wenn Wasservögel und Tauben übermässig von Passanten gefüttert werden. Die Stadt Zug wollte und will mit dieser Kampagne der Bevölkerung ins Bewusstsein rufen, dass man den Tieren – und im Endeffekt auch sich selbst – trotz des guten Willens keinen Gefallen tut.

Konkrete Folgen der Fütterung durch den Menschen sind grössere Verschmutzung durch Kot, eine unerwünschte gesteigerte Vermehrung der Tiere und schliesslich auch häufigeres Auftreten von Erkrankungen der Vögel – vor allem dann, wenn die Tiere in grösseren Anhäufungen auftreten und folglich unter Stress leiden. Die Wasservögel und Tauben verlieren zudem immer mehr die natürliche Scheu vor dem Menschen, was ferner auch dort ein gehäuftes Auftreten der Tiere zur Folge hat, wo sie nicht erwünscht sind, wie beispielsweise auf Liegewiesen oder in Gartenrestaurants.

Aktiv auf die Leute zugehen

Diese Folgen der regelmässigen Fütterung durch den Menschen sind keine neue Erkenntnis, und an sich wissen die meisten Leute davon. «Aber man vergisst es situationsbedingt immer wieder oder sieht darüber hinweg», weiss Walter Fassbind, Zuger Stadtökologe und Leiter der städtischen Abteilung Umwelt und Energie. «Darum möchten wir es wiederholt in Erinnerung rufen. So wie mit dieser Plakatkam­pagne.» Man wolle lieber prophylaktisch handeln, als die Leute unaufgeklärt gewahren zu lassen und dann, wenn es zu spät ist, die entstandenen Schäden in der Tierpopulation aufwendig zu beheben. Hierfür gehen Mitarbeiter der Stadt auch aktiv auf die Leute zu, wenn diese Tiere füttern. «Nicht etwa um sie zurechtzuweisen, sondern um sie auf die Folgen aufmerksam zu machen und ihnen Alternativen aufzuzeigen», sagt Fassbind. Eine dieser Alternativen ist kreativer Art: Die Stadt stellt den Leuten papierne Brotsäcke zur Verfügung mit einem Rezeptaufdruck. Das alte, getrocknete Brot kann darin gesammelt und dann zu einem schmackhaften Altbrot-Chriesikuchen verarbeitet werden.

Walter Fassbind sieht allerdings nicht nur überschüssiges Brot von zu Hause als Grund, dass die Leute gerne Tiere füttern. «Es ist wohl nicht zuletzt auch der Beschützer- beziehungsweise der Fütterungsinstinkt, der tief im Menschen drin ist», vermutet er. Das sehe man ja bereits bei kleinen Kindern, die an einem Kleintiergehege wie von selbst draufkommen, den Tieren einen Büschel Gras zu geben, ohne dass sie dieses Verhalten explizit gelernt hätten. «Dieser Urinstinkt sollte deshalb auf dem Weg der Vernunft überbrückt werden, um nicht einer gut gemeinten, aber eben falsch verstandenen Tierliebe zu verfallen.»

Brot gehört nicht auf den Speiseplan der Vögel

Dass durch die Fütterung durch den Menschen die natürliche Bestandesregulierung empfindlich gestört wird, ist das eine. Das andere ist, dass Brot gar nicht erst auf den Speiseplan der Wasservögel und Tauben gehört. «Es handelt sich schliesslich um ein verarbeitetes Lebensmittel, und das ist für die Tiere nicht gesund.» Auf Dauer könne das zu Verdauungsbeschwerden bei den Tieren führen, mahnt etwa die Vogelwarte Sempach. Zudem seien Tiere an Stellen, wo intensiv gefüttert werde, allgemein schwächer und wiesen häufiger Parasitenbefall auf, was wiederum auf erhöhten Stress zurückzuführen sei. Mit ihrem wiederholten Aufruf hofft die Stadt Zug nun erneut auf Gehör, Einsicht und Verständnis der Bevölkerung, dass Wasservögel und Tauben nicht gefüttert werden sollten. Ein frisch gebackener Kuchen aus altem Brot bereitet schliesslich mehr Freude als kränkliche Tiere und eine zunehmende Verschmutzung der Umgebung mit Kot.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

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