ZUG: Es herrschte «Geschenkkultur»

Die Finanzkontrolle hat Vorgänge im Amt für Informatik und Organisation untersucht. Die Mitarbeiter seien nicht bestechlich, schreibt sie. Noch ist aber vieles unklar.

Charly Keiser
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«Ich war immer davon überzeugt, dass sich meine Mitarbeiter korrekt verhalten haben.» Peter Hegglin, Finanzdirektor. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ (Archiv))

«Ich war immer davon überzeugt, dass sich meine Mitarbeiter korrekt verhalten haben.» Peter Hegglin, Finanzdirektor. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ (Archiv))

Ende Januar berichtete der «Tages Anzeiger», dass bei der Vergabe von Informatikaufträgen im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) möglicherweise Korruption im Spiel sei. Der Tagi-Journalist informierte darauf die Zuger Finanzdirektion. Es gebe Hinweise, dass möglicherweise auch das Amt für Informatik und Organisation (AIO) des Kantons Zug involviert sei. Darauf deute einer der Zahlungsbelege hin, die das Seco belasten. Auf dem Beleg stünden nämlich handschriftlich die Buchstaben AIO.

Finanzdirektor Peter Hegglin reagierte umgehend und schaltete die Finanzkontrolle ein. Diese amtet als Revisionsstelle des Kantons und ist organisatorisch der Finanzdirektion angegliedert, fachlich aber unabhängig. Die Finanzkontrolle ist aber keine Untersuchungsbehörde und kann darum auch keine Aussagen erzwingen oder Dokumente beschlagnahmen. Ergeben sich Hinweise auf strafbare Handlungen, meldet die Finanzkontrolle dies dem Regierungsrat, der Staatswirtschaftskommission, der zuständigen Direktion oder den Strafbehörden (wir berichteten).

«Haben es schwarz auf weiss»

Gestern nun präsentierte die Finanzkontrolle ihren Bericht. Es seien bisher keine Hinweise auf Korruption festgestellt worden, schreibt sie, was Regierungsrat Peter Hegglin entsprechend freut: «Ich war immer davon überzeugt, dass sich meine Mitarbeiter korrekt verhalten haben. Nun haben wir es auch schwarz auf weiss».