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ZUG: «Es ist eine Herausforderung»

In der Innenstadt gibt es immer mehr Ladenketten. Die kleinen Geschäfte bekommen diese Tendenz zu spüren – allerdings nicht nur im nega­tiven Sinne.
Samantha Taylor
Den «Confetti» in der Metalli gibt es bereits seit 1992. Im Bild: Mitarbeiterin Vreni Peter. (Bild Stefan Kaiser)

Den «Confetti» in der Metalli gibt es bereits seit 1992. Im Bild: Mitarbeiterin Vreni Peter. (Bild Stefan Kaiser)

Wer in Zug etwas bummeln und einkaufen will, der hat eine grosse Auswahl an Geschäften. In der Innenstadt finden sich sowohl Lebensmittel-, Mode- und Kosmetikgeschäfte wie auch diverse Warenhäuser. Auffällig dabei: Bei einem grossen Teil handelt es sich um Ketten wie etwa die Modehäuser Zara, H & M PKZ oder Companys, Kosmetikgeschäfte wie The Bodyshop und Marionnaud oder Allesanbieter wie Coop City oder Tchibo. Kleinere Läden finden sich an der Haupteinkaufsmeile zwischen Metalli und Postplatz nur noch vereinzelt. «Ich bin von den Selbstständigen, die 1970 hier im Neustadtcenter angefangen haben noch der einzige, der übrig ist», bilanziert Fönsi Dubach, Inhaber und Geschäftsführer des Delikatessengeschäfts Käse Dubach. «Einst gab es noch eine Papeterie oder einen kleinen Coiffeure», so Dubach weiter. «Ich habe mein Geschäft seit 1992, und in dieser Zeit hat sich sehr viel verändert», erzählt auch Elisabeth Toigo. Sie führt den Geschenkartikelladen Confetti in der Metalli. «Ich gehöre hier mittlerweile zu den kleinsten und den letzten Unabhängigen.»

Geht die Individualität verloren?

Umringt von grossen Namen ist auch Ruth Hofstetter. Sie führt das gleichnamige Lederwarengeschäft an der Bahnhofstrasse. «Das Geschäft gibt es seit 60 Jahren. Mein Mann und ich führen es seit 30 Jahren. Der Markt hat sich in dieser Zeit verändert», sagt Hofstetter. Die Konkurrenz durch grosse Anbieter und das Internet hätten markant zugenommen. Dem stimmt auch Martin Schüpfer, Inhaber der Optik Sträuli, die sich ebenfalls an der Bahnhofstrasse befindet, zu. «In unserer Branche ist es eine Tatsache, dass die Ketten rund 50 Prozent des Umsatzes machen.» Die Zuger Bahnhofstrasse habe sich in den letzten Jahren stark verändert. Sie bestehe – wie in vielen anderen Orten auch – praktisch nur noch aus Grossen. «Die Ladenpreise an solchen Toplagen sind hoch. Das kann sich nicht jeder leisten», so Schüpfer.

Der Geschäftsinhaber bedauert diese Entwicklung. «Ich finde es schade, weil der individuelle Charakter einer Stadt so verloren geht. «Es wäre schön, wenn es noch mehr unabhängige Geschäfte geben würde. Die Zentren sehen sich heute immer ähnlicher, und das langweilt doch auch die Besucher», sagt auch Fönsi Dubach.

Ein gutes Zeichen

Dass die Zahl der Ketten in der Innenstadt in den letzten Jahren zugenommen hat, hat auch Rudy J. Wieser, Präsident der Vereinigung Pro Zug, wahrgenommen. Für den Standort Zug wertet er diese Tatsache jedoch als positiv. «Sobald ein Gebiet oder ein Standort attraktiv ist, drängen dort auch Ketten hinein», so Wieser. Sofern die kleinen Geschäfte nicht verdrängt werden, bringe ein Zuzug von Grossen sowohl für die Bevölkerung wie auch für die kleineren Geschäfte keinesfalls nur Nachteile. «Die grossen Namen ziehen Kunden an. Und auf dem Weg zu ihnen kommt man dann auch bei den Kleinen vorbei», so Wieser. Sofern der Cluster stimme, könne man von den Ketten durchaus profitieren.

Beständigkeit wird geschätzt

Unter den kleinen Anbietern ist man sich dennoch einig: Die Entwicklung ist eine Herausforderung. «Wir begegnen ihr damit, dass wir versuchen, einen Schritt voraus zu sein, den Service in den Vordergrund zu stellen und indem wir spezielle Produkte anbieten», erklärt Martin Schüpfer. Für Fönsi Dubach ist indes klar: «Wir setzten auf persönliche Beratung und können uns auf unsere Stammkunden verlassen.» Es sei wichtig, eine Nische zu finden. Genau davon profitiert auch Elisabeth Toigo. «Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Leute auch Beständigkeit mögen. Ich habe Kunden, die zu mir kommen und sagen, dass sie schon als Kinder hier gewesen seien und es schätzen, dass es uns noch immer gibt.»

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