ZUG: Es steht bald wieder eine für viele lästige Pflicht an

Die Steuererklärungen für das Jahr 2016 werden bald verschickt. Aus dem Jahr 2015 sind noch 10 Prozent der Steuerformulare hängig. Wer Mahnungen ignoriert, für den kann es teuer werden.

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Eine Beamtin sortiert Akten im Steueramt. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Eine Beamtin sortiert Akten im Steueramt. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Derzeit flattern Couverts mit den Jahresabrechnungen von Bankkonten, Vorsorgeeinrichtungen, Wertschriften und anderen Geldanlagen in die Zuger Haushalte. Bei unselbstständigen Arbeitnehmern wird zudem gewöhnlich in der Januarabrechnung der Lohnausweis beigelegt. Das sind untrügliche Zeichen, dass die nächste Steuererklärung nicht mehr fern ist. Laut einer Mitteilung der Zuger Steuerverwaltung erfolgt der Versand der Steuererklärungen für die Steuerperiode 2016 ab dem 21. Februar. Gleichentags wird das Update für die elektronische Steuererklärung E-Tax.Zug auf der Homepage der Behörde zum Herunterladen bereitstehen. Die juristischen Personen erhalten ihre Steuerunterlagen bereits ab dem 1. Februar per Post zugestellt.

Mittlerweile werden rund 80 Prozent der rund 75000 verschickten Steuererklärungen mit elektronischen Hilfsmitteln erstellt und eingereicht. Der weitaus grösste Anteil davon ist unter Beizug des Programms E-Tax.Zug erstellt worden. Aber es kommen auch andere Programme zur Anwendung, die vor allem von grossen Steuerberatungsunternehmen eingesetzt werden. Dies sagt Philipp Moos. Er ist Leiter der Abteilung natürliche Personen bei der Zuger Steuerverwaltung. Aber es landen nach wie vor auch Steuerdeklarationen beim Steueramt, die von Hand ausgefüllt werden. Moos schätzt deren Zahl auf rund 15000 Dossiers.

Bis Ende April hat man Zeit

Doch noch immer ist es notwendig, die Steuererklärung auf Papier einzureichen. Wer sie elektronisch erstellt hat, muss einfach den Ausdruck der Formulare mit dem Originalformular der Steuerverwaltung ins Couvert packen. Der QR-Code beinhaltet alle Informationen und kann bei der Steuerverwaltung eingelesen werden. Die Steuererklärung für die Periode 2016 muss bis am 30. April eingereicht werden. Wer diesen Termin nicht schafft, kann aber eine Fristerstreckung verlangen, die in der Regel – auch online – gewährt wird.

Viele Zeitgenossen, denen das Ausfüllen der Steuererklärung an sich schon ein Graus ist, mokieren sich darüber, dass es immer noch nicht möglich ist, die Pflicht alleine mit einem Mausklick zu erfüllen. Philipp Moos verspricht hier baldige Abhilfe: «Bei der Steuerverwaltung laufen verschiedene Vorbereitungsarbeiten, um eine elektronische und somit papierlose Einreichung der Steuererklärung ab 2018 zu ermöglichen.» Einen genauen Termin kann und will Moos aber nicht nennen: «Im Moment sind noch verschiedene Fragen offen.» Dabei erinnert der Leiter der Abteilung natürliche Personen daran, dass dieser Service unabhängig von der Einführung der neuen Software «Nest-Steuern» im Jahr 2020 eingeführt werden kann. Dieses neue Programm kostet rund 16,3 Millionen Franken und wird das derzeit genutzte ersetzen, das seit 1995 in Betrieb ist.

Rücklauf «im normalen Bereich»

Die Zuger Steuerverwaltung hat aber immer noch nicht alle Steuerdeklarationen aus dem Jahr 2015 erhalten, wie Philipp Moos bestätigt: «Es fehlen derzeit noch rund 10 Prozent der für 2015 fälligen Dossiers.» Dieser Rücklauf bewege sich, so Moos, «im normalen Bereich». Wer die Fristen – auch die selber gesetzten – nicht einhält, wird an seine Pflicht gemahnt. Geht daraufhin das auf diesem Weg verlangte Steuerdossier immer noch nicht bei der Steuerverwaltung ein, erfolgt laut Moos eine Veranlagung nach Ermessen. Dazu muss der Säumige auch noch eine Ordnungsbusse entrichten. Und das kann teuer werden. Philipp Moos sagt dazu: «Die erstmalige Busse ist abhängig vom steuerbaren Einkommen und beträgt im Minimum 250 Franken. Die Busse kann bis 1000 Franken betragen und in schweren Fällen und bei Rückfall bis auf 10000 Franken angesetzt werden.» Im Durchschnitt werden laut Philipp Moos rund 1200 Steuererklärungen nicht eingereicht. Das entspreche ungefähr 1,5 Prozent der Zuger Steuerpflichtigen.

So oder so dürfte es – trotz des Aufwandes für das Ausfüllen der Steuererklärung – immer noch ratsamer sein, die lästige Pflicht zu erledigen.

 

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch