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ZUG: Es wird eng für Steuersünder

Seit Beginn der Steueramnestie im Jahr 2010 haben sich bereits 927 Personen selbst angezeigt. Diese Zahl dürfte in den Folgemonaten steigen – ab 1. Januar ändern die Voraussetzungen.
Raphael Biermayr
Ein Plan B fehlt. (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Ein Plan B fehlt. (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Im ersten Halbjahr 2017 sind 88 Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern bei der Zuger Steuerverwaltung eingegangen. Hochgerechnet aufs Jahr, ergibt das einen Rekordwert. Dieser liegt gegenwärtig bei 162 Selbstanzeigen aus dem Jahr 2015.

Gewiss: Diese Rechnung ist eine Spielerei. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass mit Beginn des Jahres 2018 erstmals Vermögensdaten mit den EU-Staaten sowie einer ganzen Reihe weiterer Länder ausgetauscht werden, ist die Schätzung durchaus plausibel. Im Rahmen des Automatischen Informationsaustauschs (AIA) werden nämlich die Schweizer Steuerbehörden über die ausländischen Kontodaten von hier wohnhaften Personen informiert. Damit erlischt gleichzeitig die Möglichkeit zur einmaligen straflosen Selbstanzeige, wie sie die per 1. Januar 2010 in Kraft getretene Steueramnestie vorsieht.

Es gilt: Wer sich früh genug selbst anzeigt und die weiteren Bedingungen erfüllt, muss – rückwirkend bis zu zehn Jahren – lediglich die Steuern und die Verzinsung nachzahlen.

Bislang mehr Nachsteuern als in drei ganzen Jahren

Darüber hinaus hat der Bundesrat vor kurzem die Botschaft zum AIA-Abkommen mit Liechtenstein verabschiedet, der automatische Datenaustausch soll 2019 beginnen. Im Nachbarstaat wird offenbar eine Menge Geld aus der Schweiz verwaltet. Wie aus einem unlängst erschienenen Artikel des «Tages-Anzeigers» hervorgeht, seien es Ende 2015 geschätzt über 50 Milliarden Franken gewesen. Filmreife Geldtransfers in Koffern sind übrigens kaum mehr möglich: Die Liechtensteiner Banken erlauben Bargeldbezüge von mehr als 100000 Franken schon seit einigen Jahren nur noch in begründeten Fällen. Mit Hilfe des Gelds Steuerdelikte zu begehen, ist Begründung natürlich ausgeschlossen.

In welchen Ländern die bisher bekannten Zuger Steuerhinterzieher ihre Vermögenswerte versteckt gehalten haben, ist der Steuerverwaltung nicht bekannt. Das schreibt Philipp Moos, der Leiter Abteilung Natürliche Personen, auf Anfrage. Überhaupt erhebe Zug im Vergleich mit anderen Kantonen wenige Daten im Zusammenhang mit der Steueramnestie. So seien zum Beispiel auch die Grössen der nachgemeldeten Vermögenswerte nicht verfügbar.

Klar ist hingegen die Summe der aus den Selbstanzeigen resultierenden zusätzlichen Steuereinnahmen. Der Kanton Zug hat in der ersten Hälfte des laufenden Jahres 3 Millionen Franken erhalten, die Gemeinden 2,3 Millionen Franken und der Bund 1,4 Millionen Franken. Bemerkenswert: Das Total von 6,7 Millionen Franken ist höher als die Gesamtbeträge der Jahre 2010, 2011 und 2014. Der Höchstwert eines ganzen Jahres liegt bei 14,8 Millionen Franken, die 2013 nachbezahlt wurden.

Insgesamt haben seit Beginn der Steueramnestie im Jahr 2010 unerwartete Steuereinnahmen von 64,3 Millionen Franken aus 927 Selbstanzeigen resultiert. Welche der elf Gemeinden bislang wie viel Geld erhalten hat, kann die Steuerverwaltung nicht angeben. Dies, weil gemäss dem Abteilungsleiter Philipp Moos im Konto der Nachsteuern die Beträge aus Selbstanzeigen nicht separat ausgewiesen seien. Man müsste also die einzelnen Buchungen nachprüfen.

Luzern rechnet mit tieferen Einnahmen

Nachsteuern Im Kanton Luzern wird die Zahl der Selbstanzeigen nur jeweils Ende Jahr erhoben. Die im ersten Halbjahr 2017 bearbeiteten Fälle lassen jedoch darauf schliessen, dass sich deren Zahl auf dem gleichen (hohen) Niveau bewegt wie im Vorjahr. «Für das ganze Jahr 2017 rechnen wir wieder mit Selbstanzeigen in der Grössenordnung von 500 Fällen», sagt Paul Furrer, Sprecher der Dienststelle Steuern. Man gehe aber nicht davon aus, die sehr hohen Einnahmen des Vorjahres wiederum zu erreichen, weil dieses Ergebnis infolge eines Einzelfalles so hoch ausgefallen sei. 2016 wurden mit Nachsteuern 16,3 Millionen Franken eingenommen. (ber)

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