ZUG: Fall Romer: Stiftung konkurs

Für die von ihm betreute Mandantin gründete der alt Stadtrat eine Stiftung. Diese ist nun am Ende.

Ernst Meier
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Ivo Romer im Oktober 2010. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Ivo Romer im Oktober 2010. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

«Vorläufige Konkursanzeige» steht im Zuger Amtsblatt vom 19. April als Überschrift zu einer kurzen Meldung geschrieben. Als Datum der Konkurseröffnung wird im Text der 11. April angegeben. Bei der Schuldnerin handelt es sich um die «de Beaufort-Bubeck-Wolfensberger-Stiftung» (BBW). Gemeint ist damit die dem Gemeinwohl verpflichtete Institution, die Ivo Romer 2008 für seine Mandantin Alice Erika de Beaufort-Bubeck († 2011) errichtete. Der ehemalige Zuger FDP-Stadtrat und Vorsteher des Finanzdepartements war jahrelang einziger Stiftungsrat, ehe er vor einigen Monaten die Institution verliess. Gegen Ivo Romer wird im Zusammenhang mit der treuhänderischen Betreuung seiner langjährigen Kundin Alice Erika de Beaufort-Bubeck wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung ermittelt.

Bilanz wurde deponiert

Mit der Verfügung des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) vom 28.1.2013 wurde nun ein Sachwalter eingesetzt, und zwar in der Person des Basler Anwalts Roman Baumann Lorant. Das EDI waltet in ihrer Funktion als Stiftungsaufsicht. Über die Stiftung und die Vorgehensweise seit dem Austritt von Ivo Romer gibt es bei den Behörden keine Auskunft. Beim Zuger Konkursamt bestätigt man, dass der Sachwalter die Bilanz deponiert hat. Darauf hat der Richter den Konkurs eröffnet. Jetzt liegt der Fall beim Konkursamt Zug.

Streit um Liegenschaft

Im Mittelpunkt des Konkursverfahrens steht die Liegenschaft am St. Johanns-Ring 20 in Basel. Die BBW-Stiftung ist alleinige Eigentümerin des mehrstöckigen Wohnhauses mit Garagengebäude an bester städtischer Lage. Wie aus dem Umfeld der Erben zu erfahren ist, soll Ivo Romer, in seiner Funktion als einziger Stiftungsrat, das Elternhaus seiner Mandantin nachträglich in die Stiftung eingebracht haben. Ebenfalls habe er die Liegenschaft mit einer Hypothek von rund einer Million Franken belastet – Geld, das offenbar verschwunden ist.

Unverständlich sei auch, so ist zu hören, dass jetzt das Elternhaus der Verstorbenen Gegenstand des Konkursverfahrens wird. Angeblich wurde durch den Rechtsvertreter der Erbengemeinschaft, der Stiftungsaufsicht beim EDI ein Übernahmeangebot für die Liegenschaft unterbreitet. Eine Antwort des EDI dazu blieb bis heute aber aus. Für Ivo Romer gilt die Unschuldsvermutung. Wann die Untersuchungen zu seinem Fall abgeschlossen sind, können die Behörden noch nicht sagen.

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