Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

ZUG: FDP-Bundesratskandidaten stehen Red und Antwort

Die drei FDP-Kandidaten, die die Nachfolge von Didier Burkhalter antreten wollen, haben sich am Montag in Zug präsentiert. Dabei ging es um Verbandelungen, Liberalismus und eine Doppelbürgerschaft.
Samantha Taylor
Ignazio Cassis (links), Isabelle Moret und Pierre Maudet waren am Montag in Zug und liessen sich von Nadine Jürgensen interviewen. (Bild: Stefan Kaiser)

Ignazio Cassis (links), Isabelle Moret und Pierre Maudet waren am Montag in Zug und liessen sich von Nadine Jürgensen interviewen. (Bild: Stefan Kaiser)

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Der Konferenzsaal im Parkhotel ist rappelvoll. Es müssen rasch zusätzlich Stühle geholt werden. Der Eingang ist mit Kameras zugestellt. Im Saal trifft man auf Gemeinde-, Stadt- und Regierungsräte, Kantonsräte, nationale Politiker und Mitglieder der FDP oder auch anderer Parteien aller Chargen sowie aus verschiedenen Kantonen. Gekommen sind sie alle um Ignazio Cassis (56), Isabelle Moret (46) und Pierre Maudet (39) zu sehen. Der Tessiner, die Waadtländerin und der Genfer wollen die Nachfolge des FDP-Bundesrates Didier Burkhalter antreten. Um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, touren sie derzeit durch die Schweiz. Am Montagabend haben sie Halt in Zug gemacht – zu einem «Gespräch unter Freunden», wie Moderatorin Nadine Jürgensen den Anlass nennt.

Das Gespräch beginnt mit der Gretchenfrage: «Was für ein Bundesrat wollen sie sein?», will Jürgensen von den Dreien wissen. «Ein Schweizer, der sich um alle kümmert und sich für eine nachhaltig erfolgreiche Schweiz einsetzt», sagt Maudet; «eine Vertreterin der ganzen Schweiz, die dialog- und kompromissfähig ist», antwortet Moret; «ein liberaler Bundesrat, der das Volk dazu bringt zu fragen: Was kann ich für den Staat tun und nicht, was kann der Staat für mich tun», gibt Cassis zurück. Es folgt eine Diskussion über die Frauen- und Regionenfrage, bei der Cassis betont, dass es in dieser Wahl nicht in ersten Linie darum gehe, den Kanton Tessin in den Bundesrat zu bringen, sondern darum, dass sich auch die «italienische Schweiz» vertreten fühle. «Region oder Geschlecht sind sekundär. Es geht um Fähigkeiten und Kompetenzen», sagt Isabelle Moret in diesem Zusammenhang. Und Maudet – offensichtlich weder Frau noch Tessiner – wirbt für Vielfalt und Exekutiverfahrung im Bundesrat, die er als ehemaliger Stadt- sowie amtierender Genfer Regierungsrat mitbringe.

Zahlreiche Fragen aus dem Publikum

Das Gespräch dauert eine knappe Stunde. Die Kandidaten stehen Red und Antwort, klären auf über ihre Verbindungen und wie sie diese im Falle einer Wahl sofort lösen würden, machen ihre Positionen deutlich in sachpolitischen Fragen zur Altersvorsorge, der Sicherheitspolitik oder der Beziehung zur Europäischen Union. Am Ende geht es noch einmal darum, wofür sich die Kandidaten starkmachen wollen: «Für Werte und nicht für Ideologien», antwortet Maudet; «für Liberalismus und gegen zu viele Verordnungen», sagt Moret; «für Freiheit, Gemeinsinn und Fortschritt», betont Cassis.

Das Publikum nimmt die Aussagen interessiert zur Kenntnis, nickt anerkennend und lacht hin und wieder herzhaft. In der Fragerunde stehen Gesundheitskosten, der EU-Beitritt – den alle Kandidaten klar ablehnen – die Volkswahl des Bundesrates – die ebenfalls alle ablehnen – und die französisch-schweizerische Doppelbürgerschaft von Pierre Maudet im Fokus, wozu dieser versichert: «Für mich ist es kein Problem, den französischen Pass abzugeben.»

Wer am Ende alles ins Rennen um den frei werdenden Sitz im Bundesrat geschickt wird, entscheidet sich wohl nächste Woche. Am 1. September will die FDP bestimmen, wen sie auf das Ticket setzt. Die Bundesratswahl findet am 20. September statt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.