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ZUG: Finanzdirektor kontert Kritik am Flottenrabatt

Seit kurzem können Mitarbeiter der kantonalen Verwaltung beim Privatkauf eines Neuwagens vom Flottenrabatt des Kantons profitieren. Die Alternative-die Grünen Zug kritisieren dies. Dafür hat Heinz Tännler gar kein Verständnis.
Christopher Gilb
Heinz Tännler (Bild: Stefan Kaiser (ZZ))

Heinz Tännler (Bild: Stefan Kaiser (ZZ))

Ein «flotter Rabatt», lautet der Titel einer Glosse in der aktuellen Ausgabe des «Bulletin», der Parteizeitung der Alternative-die Grünen Zug. Darin lässt sich der unbekannte Autor über den Flottenrabatt aus, von dem Kantonsmitarbeiter seit 13. November beim Kauf eines Privatwagens profitieren können. «Reka-Checks können die Angestellten nicht mehr vergünstigt beziehen, der Finanzdirektor geht neue Wege. Er unterstützt mit einem ‹Deal› den Autokauf, was wohl den Kanton nichts kostet», heisst es darin. Weitere «Deals» seien vielleicht schon in Vorbereitung: Flugmeilen als Bonus, Heizölrabatt für alle, Benzinvergünstigungen an allen Tankstellen im Kanton ... Die Umwelt ächze.

Doch was ist ein Flottenrabatt überhaupt? Nach gängiger Definition bedeutet es, dass der Kunde – mit entsprechender Bestätigung – eine bestimmte Anzahl Fahrzeuge für seine geschäftliche Tätigkeit einsetzt und deshalb quasi auf einen Mengenbonus Anrecht hat. «Das kantonale Personal leistet im Rahmen der verschiedenen Sparprogramme einen Beitrag von rund 13 Millionen Franken und ist einem erhöhten Druck ausgesetzt, da ist es doch mehr als gerechtfertigt, ihnen ohne Mehrkosten für den Kanton etwas weiterzugeben», sagt Finanzdirektor Heinz Tännler, dessen Direktion für das kantonale Personal zuständig ist. In einigen Bereichen der Verwaltung wie bei der Polizei hätte es schon davor den Flottenrabatt des Kantons auch für Privatwagen gegeben. Nun habe man diese Möglichkeit für alle einführen wollen. Die Finanzdirektion legte deshalb dem Gesamtregierungsrat ein Aussprachepapier vor, das dieser am 11. Juli behandelte, aber noch Bedenken anmeldete. «Es ging um die Sorge, dass Kantonsmitarbeiter dadurch abhängig von Unternehmen werden könnten, weil sie bei der Verhandlung einen besonders hohen Rabatt rausholen konnten», erinnert sich Finanzdirektor Tännler.

Keine Abhängigkeitsgefahr

Deshalb tätigte die Finanzdirektion weitere Abklärungen. «Alle Sorgen haben sich als grundlos erwiesen.» Die Höhe des Rabatts werde nämlich vom jeweiligen Hersteller festgelegt und gelte dann für alle Käufer eines Abnehmers, so Tännler. «Der Rabatt beträgt je nach Hersteller zwischen 10 und 20 Prozent.» Zudem habe man auch bei anderen Kantonen nachgefragt, wie sie das handhaben würden. «Das Ergebnis ist, dass in 15 Kantonen die Mitarbeitenden der Verwaltung bereits von Flottenrabatten profitieren.» Auch in der Privatwirtschaft sei dies ein weitverbreiteter Standard, so Tännler. Bei Handy-Abos kenne man diese Vergünstigungsmöglichkeit ja auch.

Die Kritik im «Bulletin» kann Heinz Tännler nicht nachvollziehen. «Da werden zwei völlig unterschiedliche Sachen miteinander vermischt.» Denn, während die Reka-Checks über die laufende kantonale Rechnung bezahlt werden mussten, koste die Weitergabe des Flottenrabatts den Kanton nichts. «Die Mitarbeiter können also profitieren, ohne dass wir einen Franken in die Hand nehmen müssen.» Und auch eine Umweltschädigung in irgendeiner Form werde so nicht gefördert. Denn nur wegen eines Rabatts kaufe sich keiner einen Neuwagen, zeigt sich Tännler überzeugt. «Wer einen Neuwagen kaufen will, kauft ihn sich so oder anders.» Ausserdem gebe es auch bei der Verwaltung Mitarbeiter, die beispielsweise ein Elektro- oder Hybridfahrzeug fahren würden. «Und dass diese umweltschädigend sind, wäre mir neu.» Nur ein Auto zu fahren, heisse also nicht automatisch, der Umwelt zu schaden. Und das Beispiel mit den Flugmeilen findet Tännler völlig abwegig. «Bei uns nutzt kein einziger Mitarbeiter beruflich das Flugzeug.» Das Angebot mit dem Flottenrabatt sei jedenfalls bisher gut angekommen. «Schon rund 10 bis 15 Personen haben davon Gebrauch gemacht.»

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

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