ZUG: Für einige bekanntes Terrain

Das Gebirgsinfanteriebataillon 48 leistet derzeit im waadtländischen Chablais-Gebiet einen Wiederholungskurs. Zwei seiner fünf Kompanien gehen dabei fremd.

Marco Morosoli
Drucken
Teilen
Soldaten des Zuger Bataillons bei einer Befehlsausgabe im Gelände.Bild: PD

Soldaten des Zuger Bataillons bei einer Befehlsausgabe im Gelände.Bild: PD

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Da sage noch einer, dass die Schweizer Armee nur noch fürs Museum tauge. Das beste Beispiel, dass diese Behauptung unzutreffend ist, zeigt sich beim Wiederholungskurs des Gebirgsinfanteriebataillons 48. Wer wissen will, was diese Einheit, die starke Zuger Wurzeln hat, derzeit im Chablais (VD) so alles macht, kann dies auf Facebook hautnah mitverfolgen. «Wir haben das im Vorjahr schon praktiziert», sagt Thomas Huggler. Er ist Presse- und Informationsoffizier des Bataillons. Mut zur Wiederholung hätten die durchwegs positiven Rückmeldungen aus der Truppe, aber auch von Angehörigen der Soldaten gemacht. Dabei ist, wie Huggler sagt, aber nicht nur die Aussenwirkung gefragt. Der Facebook-Auftritt helfe auch, die Truppe untereinander zu vernetzen.

Und das macht beim gegenwärtigen Dienst doppelt Sinn. Der Grund: Von den fünf Kompanien, die das Bataillon umfasst, sind zwei anderswo im Einsatz. Eine Kompanie der 48er unterstützt die Organisatoren des Frauen-Ski-Weltcups in Crans-Montana VS. Eine andere hilft an den Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz, damit die dortigen Spitzenathleten optimale Rennbedingungen vorfinden.

Truppenzeitung erscheint nur noch drei Mal

Der Facebook-Auftritt hat auch, wie Huggler erzählt, Auswirkungen auf die traditionelle Truppenzeitung: «Diese erscheint jetzt nur noch drei statt sechs Mal.» Die Soldaten und das Kader haben aber noch anderes auf dem Programm, als die neusten Einträge ihrer innerhalb der Schweiz verstreuten Kollegen abzuchecken. Laut Huggler haben die WK- Soldaten, die im Gebiet rund um Aigle stationiert sind, seit dem Einrücken am Montag die Grundausbildung repetiert. Die Umgebung für diese Auffrischung dürfte einigen Soldaten bekannt vorgekommen sein, denn bereits im Sommer 2013 sind die 48er am östlichen Zipfel des Kantons Waadt ihren militärischen Pflichten nachgegangen. Seit heute liegt der Fokus bei der Spezialisten- und der Gefechtsausbildung auf Stufe Zug. Der Wiederholungskurs dauert noch bis am 3. März. Für die in St. Moritz stationierten Soldaten ist eine Woche früher WK-Schluss. Insgesamt umfasst das Gebirgsinfanterie-Bataillon 48 derzeit rund 800 Armeeangehörige, rund 250 davon kommen aus dem Kanton Zug. Rund 650 sind am Montag zu ihrem jährlichen Dienst eingerückt. Von diesen stammen, so der Informationschef des Geb Inf Bat 48, um die 120 aus dem Kanton Zug.

Ein Stadtzuger steht dem Bataillon vor

Das traditionelle Zuger Bataillon wird von Peter Kistler geführt. Der Generalstabsmajor wohnt in Zug und kommandiert den Truppenkörper, für welchen der Kanton Zug die «Göttifunktion» innehat, seit dem letzten Jahr. Bereits bekannt ist, wo die «Zuger» 2018 ihren Dienst absolvieren werden: im Januar am Weltwirtschaftsforum in Davos. Doch vorerst gilt der Fokus dem WK 2017. Das Wetter steht schon mal auf Seite der Soldaten, wie Facebook-Bilder zeigen.