Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Für einmal stellt sich der Galerist selber aus

Der bekannte Grafiker und Künstler gibt sich die Ehre. Und zeigt einen Querschnitt durch sein Schaffen.
Monika Wegmann
In seiner Galerie «Kunst & Krempel» sorgt Walter F. Haettenschweiler zurzeit für das Erstere. (Bild Stefan Kaiser)

In seiner Galerie «Kunst & Krempel» sorgt Walter F. Haettenschweiler zurzeit für das Erstere. (Bild Stefan Kaiser)

Er liebt es, in seiner Galerie «Kunst & Krem­pel» auf einem Stuhl zu sitzen, um sich an den Bildern und Antiquitäten rundherum zu erfreuen. Vor allem bei der aktuellen Ausstellung nimmt sich Walter F. Haettenschweiler gerne Zeit für ein Gespräch mit den Besuchern, weil es seine eigenen Werke sind. Und er weiss zu den Bildern und Objekten aus verschiedenen Jahren noch oft etwas über deren Entstehung.

Wie zu der aus den letzten Jahren stammenden Serie «Fernweh», die gegenständliche Motive wie «Kreuzfahrt» in abstrakter Manier abbildet. «Ich habe immer wieder etwas ausprobiert. Hier habe ich mit Schablonen gearbeitet. Nur so konnte ich die Acrylfarbe exakt abgegrenzt in Spritztechnik auftragen», erklärt der Künstler.

Region als Fundus

Das Zeichnen hat «Haetti», wie der 80-Jährige von den Zugern liebevoll genannt wird, immer besonders gepflegt, besonders mit Ölkreide. So sind das Bild vom Greth-Schell-Brauch sowie die stimmungsvollen Motive aus der Bre­tagne entstanden. Überhaupt ist der Künstler in der Region immer wieder fündig geworden, wenn er malen wollte, wie die Acrylbilder aus Menzingen und dem Ennetsee sowie die Steinlithografien vom Blasenberg aus den 1990er-Jahren zeigen. Den Blickpunkt ziehen genauso die älteren Werke aus der Zirkus-Reihe an, wo der Künstler in Mischtechnik das bedruckte Zeitungspapier mit farbigen Artisten bemalt hat. Der «Pierrot» aus dem Jahre 1991 schaut ernst in die Welt. «Ich bin selber ein Clown, aber nicht jeder macht Dummheiten», stellt ­«Haetti» verschmitzt fest.

Globaler Erfolg

In der Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Zürich wurde er unter anderem von Johannes Itten und Ernst Koller unterrichtet. «Von ihnen habe ich viele Impulse für mein späteres Schaffen erhalten», sagt der Zuger. Vor allem die Formensprache und attraktive Farbgebung der plakativ wirkenden Serie Fernweh verweisen ebenso auf den Grafiker Haettenschweiler, der lange erfolgreich ein Büro für Werbung und Design geführt hat. So entwickelte er unter seinem Namen 1954 eine schmalfette Groteskschrift, die bei Microsoft für Windows zu Ehren kam, entwarf Briefmarken und zahlreiche Logos für Firmen. Immer schon hat er nebenher Antiquitäten gesammelt, von denen einige in der Galerie zu sehen sind. «Haetti» ist oft im nebenan liegenden Atelier zu finden. «Dort gibt es für mich immer etwas zu tun», sagt er schmunzelnd. Auch wenn er heute nicht mehr so beweglich ist und einen Stock als Gehhilfe benötigt, ist sein Interesse an der Kunst unge­brochen.

HINWEIS

Ausstellung «Haetti» von Walter F. Haettenschweiler bis 20. Dezember, Öffnungszeiten Do, Fr, Sa 14–18 Uhr, Galerie Kunst & Krempel, St. Antonsgasse 5, Zug.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.