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ZUG: Für sie ist der Kanton eine Herzensangelegenheit

Pascale Schriber-Iten wird ab 2017 die neue ­Standesweibelin. Eine Auf­gabe, auf die sie mit ­gewissem Stolz blickt.
Samantha Taylor
Pascale Schriber-Iten (46) freut sich auf ihre neue Aufgabe. (Bild Stefan Kaiser)

Pascale Schriber-Iten (46) freut sich auf ihre neue Aufgabe. (Bild Stefan Kaiser)

Sie steht nicht gerne in der Öffentlichkeit und schon gar nicht im Mittelpunkt. Dass sie in dieser Zeitung vorgestellt werden soll, auch davon ist Pascale Schriber-Iten nur mässig begeistert. «Aber ich dachte mir schon, dass das kommen wird», sagt sie und lächelt. Pascale Schriber-Iten sucht nicht die grosse Bühne, vielmehr ist sie eine stille Schafferin im Hintergrund. Eine Eigenschaft, die gut zu ihrem neuen Amt passt, das sie ab Januar ausüben wird. Die 46-jährige, gebürtige Stadtzugerin, die derzeit mit ihrer Familie in Hagendorn wohnt, tritt per Anfang Jahr die Nachfolge von Hans Peter Rosenberg an und wird damit die erste Standesweibelin des Kantons Zug. Ihren bisherigen Posten – also jenen der stellvertretenden Standesweibelin – übernimmt Barbara Ulmann-Blum. Der Weibeldienst ist damit ab 2017 komplett in Frauenhand.

Dass sie mit ihrem Einsatz im Kanton eine neue Ära einläutet, ist der Mutter von zwei Töchtern und einem Sohn im Alter zwischen 15 und 22 Jahren durchaus bewusst. Überbewerten will sie die Geschlechterfrage hier aber nicht. «Wenn man etwas über die Kantonsgrenzen hinausblickt, dann ist das nichts Aussergewöhnliches. Auch der Kanton Luzern hat beispielsweise eine Weibelin», sagt Schriber. Dass das Amt nun auch im Kanton Zug in Frauenhand sei, sei zwar an der Zeit, aber eben nicht überzubewerten.

Eins nach dem anderen

Trotz aller Bescheidenheit, stolz ist Pascale Schriber-Iten dennoch. «Es ist für mich eine Ehre, dass ich in meinem Heimatkanton diese Aufgabe übernehmen darf», sagt sie und strahlt. Gleichzeitig habe sie auch etwas Respekt vor ihrer neuen Verantwortung. Denn was als Standesweibelin alles auf sie zukommt, das weiss die studierte Juristin schon bestens. Bereits seit 2014 ist sie nämlich als Stellvertreterin tätig. «Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und verlangt vor allem Flexibilität», weiss sie aus Erfahrung. Zu ihren Tätigkeiten gehören unter anderem diverse Bürotätigkeiten in der Staatskanzlei, die Vorbereitung der Regierungsrats- und Kantonsratssitzungen, die Präsenz während ebendieser Sitzungen und das Versorgen der Teilnehmer sowie die Mithilfe bei Wahlen und Abstimmungen. «Wir bekommen unsere Aufträge von verschiedensten Seiten und müssen dann wiederum viel koordinieren», erklärt Schriber.

Aus ihren bisherigen Erfahrungen habe sie inzwischen gelernt, dass es wichtig sei, den Überblick zu bewahren. «Am besten macht man stets eins nach dem anderen», sagt sie und schmunzelt. Dass ohne ihren Einsatz vieles nicht funktionieren würde, das ist Pascale Schriber-Iten bewusst – und nicht nur ihr. «Obwohl wir vor allem im Hintergrund tätig sind, bekommen wir viel Wertschätzung für unsere Tätigkeit, von allen Seiten.»

Und dann sind da noch die repräsentativen Aufgaben, die die begeisterte Volleyballspielerin ab Januar wahrnehmen wird. Denn ein wichtiger Teil des Weibeldienstes ist das Begleiten der Regierung zu offiziellen Anlässen – im Ornat selbstverständlich. «Wo ich da überall dabei sein werde, das ist immer schwierig zu sagen. Das hängt ganz davon ab, was alles auf der Agenda steht und welche Jubiläen beispielsweise anfallen», sagt Schriber. Fixe Termine seien die Landeswallfahrt nach Einsiedeln zu Auffahrt sowie die Feierlichkeiten in Morgarten.

Offen in die Zukunft

In einem so politischen Umfeld tätig zu sein, gefällt der Zugerin. Obwohl sie sich selbst nicht als «allzu politischen Menschen» sieht. Sie nehme zwar sehr wohl ihre Pflichten wahr, sprich, sie wähle und stimme ab. Ausserdem verfolge sie, was im Kanton so gehe. «Manche Dinge weiss ich in diesem Bereich auch vor anderen. Das ist schon toll, aber ich halte mich da sehr bedeckt. Diskretion ist für mich selbstverständlich», so die künftige Weibelin. Selbst in die Politik zu gehen, das kommt für Schriber aber nicht in Frage. «Ganz ehrlich, je mehr ich da sehe, umso weniger reizt mich das. Obwohl wir im Kanton eine sehr tolle Politkultur haben», sagt sie und lacht.

Ob der Weibeldienst für Pascale Schriber-Iten nun zum Lebensjob wird oder nicht, das kann die 46-Jährige noch nicht sagen. «Ich fange jetzt erst mal an und freue mich sehr darauf», sagt sie und ergänzt: «Alles Weitere wird sich weisen.»

Samantha Taylor

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