ZUG: Gegen höhere Beiträge an Pensionskasse

Der Zuger Kantonsrat hat am Donnerstag mit der Beratung der Totalrevision der Zuger Pensionskasse begonnen. Die SP und die Alternative - Die Grünen waren mit ihren Anträgen erfolglos. Sie hatten unter anderem eine Erhöhung der Sparbeiträge gefordert.

sda/Nop
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Die Linke argumentierte, mit der Revision fielen die zu erwartenden Renten rund 12 Prozent tiefer aus. Als
einzige Möglichkeit bleibe die Anpassung der Sparbeiträge. Stefan Gisler von der Alternative - Die Grünen
sprach von Rentenklau.

Finanzdirektor Peter Hegglin (FDP) stellte dies in Abrede. Die Leute lebten immer länger, das gesparte Kapital
müsse deshalb für längere Zeit ausreichen. Die Renteneinbusse sei nicht so dramatisch und vertretbar.
Gemäss Bericht der Regierung wird die Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0 Prozent durch die
vorgeschlagene Staffelung der Sparbeiträge teilweise aufgefangen. Der Kantonsrat sprach sich mit 56 zu 14
Stimmen gegen eine Erhöhung aus.

Revision zwingend

Auch die Beibehaltung der heutigen Sparbeitragsanteile von Arbeitnehmenden bei 37 Prozent fand im Rat
keine Mehrheit. Er beschloss mit 44 Stimmen eine Erhöhung auf 40 Prozent. Zudem lehnte das Parlament eine Erhöhung des Umlagebeitrags der Arbeitgeber von 2 auf 4 Prozent mit 58 zu 13 Stimmen ab.

Die Totalrevision ist wegen des geänderten Bundesrechts zwingend. Zentrale Aspekte der Revision sind eine
neue Kompetenzaufteilung sowie die Führung nach dem System einer Teilkapitalisierung. Neu regelt der
Kantonsrat die Finanzierung, der Vorstand die Leistungen.

Das revidierte Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) verlangt,
dass öffentlich-rechtliche Pensionskassen verselbstständigt werden. Neu dürfen die Kantone nur noch
entweder die Versicherungsleistung oder die Finanzierung der Kassen festlegen, nicht aber beides.

Ende 2011 waren bei der Zuger Pensionskasse knapp 8700 Arbeitnehmende versichert und 108 Institutionen
angeschlossen. Der Deckungsgrad betrug 92,2 Prozent. Der Kantonsrat wird die Vorlage bei der nächsten
Sitzung weiterberaten.