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ZUG: Geschichte zum Erleben im Museum für Urgeschichte(n)

Die Führung «Zuger Zeitreise» hat Interessierte in eine vergangene Zeit entführt. Die beiden Archäologinnen präsentierten anschauliche Fundstücke.
Ursina Zweifel in den Kleidern der vergangenen Zeit. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 22. Oktober 2017))

Ursina Zweifel in den Kleidern der vergangenen Zeit. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 22. Oktober 2017))

Ein gutes Dutzend gespannter Besucher hat sich zum Sonntags­ausflug im Museum für Ur­geschichte(n) eingefunden. Sogleich versammeln die beiden Archäologinnen Ursina Zweifel und Ines Winet die Anwesenden und beginnen mit ihrer Führung. Sofort wird man in den Bann gezogen – die Informationen werden authentisch herübergebracht. So werden Steinwerkzeuge, Beile sowie Messer in Vitrinen oder nachgestellte Szenen der jeweiligen Epoche begutachtet. Zweifel erzählt enthusiastisch von der zweitjüngsten Epoche der Urgeschichte, der Jungsteinzeit: «Ein Klimawandel hatte zur Folge, dass das Mittelland bewaldet wurde. Die ehemaligen Nomaden begannen nun Ackerbau und Viehzucht zu betreiben und endgültig sesshaft zu werden.» Die beiden Führerinnen sind ein eingespieltes Team – während Winet humorvoll eine typische Menükarte der Jungsteinzeit vorstellt, verkleidet sich Zweifel im Nebenraum, um am nächsten Posten einen berühmten Pfahlbauforscher zu imitieren.

Ines Winet macht den begierig lauschenden Besuchern klar, weswegen ein vor 3000 Jahren abgebranntes Dorf in Zug zum archäologischen Glücksfall geworden ist: «Normalerweise wird das Holz marode und überlebt nur kurz. Unter dem Brandschutt jedoch wurden viele Artefakte konserviert und sind uns so er­halten geblieben.» Zum Schluss der Führung erfährt man, dass Zug in der Römerzeit zur Provinz Obergermanien gehörte und die Brandbestattung inklusive Speis und Trank für die Nachzeit anno dazumal gang und gäbe war.

Vergleichbare Probleme

Ursina Zweifel ist zufrieden mit der Führung: «Wir versuchen, die Führungen ständig zu verbessern und aktuelle archäologische Funde miteinzubeziehen. Glücklicherweise gibt es im Kanton ein Gesetz, welches besagt, dass jegliche Funde dem Kanton gehören – wir können natürlich nur einen Bruchteil davon ausstellen.» Ihre Faszination für die Archäologie, erklärt sie weiter, rühre daher, dass in der unvorstellbar langen Zeit bis heute sich gesellschaftlich vieles vergleichen lässt: «Ich finde es faszinierend, dass heutige gesellschaftliche Probleme schon damals bei unseren Vorfahren aufgetaucht sind.» Sie verweist dabei auf einen Fund aus der Eisenzeit in Oberwil bei Zug, bei dem eine wohlhabende Frau mit etlichen Ketten als Statussymbol gefunden wurde. Evelyne Schmidt findet nur Lob für die Führung: «Ich interessiere mich sehr für Geschichte und Archäologie, habe aber Mühe, wenn es trocken herübergebracht wird – das war hier keineswegs der Fall.»

Nils Rogenmoser

redaktion@zugerzeitung.ch

Hinweis

Die Führungen können gebucht werden. Am Samstag, 4. November, feiert das Museum für Urgeschichte(n) das 20-Jahr-Jubiläum mit einem Fest von 16 bis 21 Uhr.

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