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ZUG: Geschichten aus der ganzen Welt

Im Writers Club versammeln sich Zugezogene, die eine flammende Begeisterung für Literatur und Sprache gemein haben. In der Kantonsbibliothek präsentierten sie einige ihrer Werke.
Julian Koller
Lisa Palak-Otzoup (stehend) von der Jugendanimation Zug präsentiert die Autoren. (Bild: Maria Schmid (Zug, 17. November 2017))

Lisa Palak-Otzoup (stehend) von der Jugendanimation Zug präsentiert die Autoren. (Bild: Maria Schmid (Zug, 17. November 2017))

Julian Koller

redaktion@zugerzeitung.ch

Indonesien, Mazedonien, Peru und Äthiopien sind nur einige der Herkunftsländer der Autoren des Writers Club. Über den Laden für Soziokultur haben die so verschiedenen Autoren sich nach und nach kennen gelernt, um inzwischen so manches Projekt auf die Beine zu stellen. Beim jüngsten davon handelte es sich um eine Lesung von Kurzgeschichten in der Kantonsbibliothek am vergangenen Freitag.

Jeder Writer hat eine Geschichte vorzustellen, und in fast allen dreht sich die Handlung um Bücher, Bibliotheken und Lesebegeisterung. Am Ende gibt es sogar die Kurzform eines traditionellen indonesischen Schattenspiels zu sehen, das normalerweise vor Anlässen wie einer Hochzeit oder einer Beschneidung stattfindet. Manche Bücher sind autobiografisch. Andere, wie die Liaison eines Mädchens mit Johannes von Gutenberg, deren Vater sie eigentlich mit Friedrich Schiller vermählen gewollt hätte, sind fiktiv – aller Wahrscheinlichkeit nach zumindest.

Schreiben als Orientierungshilfe

Jeder Autor hat seine eigene Vorstellung davon, was das Schreiben für ihn bedeutet. «Für mich ist Schreiben ein zweites Nachdenken über die Dinge. Wenn ich etwas zu Papier bringe, muss ich es mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen, bis ich mir der Sache wirklich sicher bin», sagt der aus Peru stammende Alfredo Torres dazu. Eine besonders wohlüberlegt klingende Meinung hat Leman Karatay Eren aus der Türkei. «Schreiben ist ein Schrei danach, mehr zu hinterlassen als nur Geschrei», definiert sie. Ausserdem habe gerade die Schriftstellerei auf Deutsch ihr eine Menge beim Lernen der Sprache geholfen sowie zu Beginn auch mit der Orientierung in dem fremden Land. Ihre anfänglichen Eingliederungsschwierigkeiten hat sie in der Kurzgeschichte «Die Prinzessin am Zebrastreifen» festgehalten. Darin betont sie, an welche Unterschiede zwischen ihrem alten und neuen Zuhause sie sich besonders gewöhnen musste. Über den verwirrenden Titel liefert sie lachend Aufklärung. «Ich habe ganz überrascht festgestellt, dass die Autos in der Schweiz tatsächlich vor dem Zebrastreifen anhalten. Da habe ich mich eben gefühlt wie eine Prinzessin, wenn mir das passiert ist.»

«Die Bereitschaft, immer dazuzulernen»

Die Frau, die hinter dem Writers Club steht, heisst Lisa Palak- Otzoup. Sie ist die Leiterin des Ladens für Soziokultur der Jugendanimation Zug. «Was mich fasziniert», sagt sie, «ist diese Offenheit der Writers sowie auch ihre Bereitschaft, immer mehr dazuzulernen.» Besonders gut habe es ihrer Meinung nach die Writerin Maria Resele in ihrer Kurzgeschichte auf den Punkt gebracht. «Wissen ist nicht absolut und kann immer wieder revidiert werden», heisst es darin.

Gerade wenn verschiedene Kulturen aufeinanderträfen, sei diese Regel von umso grösserer Wichtigkeit, hält Lisa Palak- Otzoup fest.

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