Zug
Gesuchter Häftling flüchtete aus einem Auto in der Zuger Innenstadt – Fahndung bis jetzt erfolglos

Der 29-jährige Qendrim Atashi hat am Dienstag die Flucht ergriffen. Er befand sich in Begleitung eines Gefängnis-Mitarbeiters mit einem Fahrzeug auf dem Rückweg von einer Brennholz-Auslieferung.

Rahel Hug
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Die Strafanstalt Zug. Der gesuchte Häftling befand sich seit Juli 2020 in Untersuchungshaft und seit dem 10. Dezember 2020 im vorzeitigen Strafvollzug.

Die Strafanstalt Zug. Der gesuchte Häftling befand sich seit Juli 2020 in Untersuchungshaft und seit dem 10. Dezember 2020 im vorzeitigen Strafvollzug.

Bild: Werner Schelbert

Wo sich Qendrim Atashi aufhält, ist nach wie vor unklar. Der 29-jährige Mann, der am Dienstagnachmittag während eines externen Arbeitseinsatzes die Flucht ergriffen hatte, ist weiterhin flüchtig, wie Frank Kleiner, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden, am Donnerstagnachmittag auf Anfrage bekanntgibt. «Die Fahndung, welche umgehend nach der Alarmierung ausgelöst wurde, verlief bis jetzt negativ», schreibt Kleiner.

Es werde weiterhin nach dem Häftling gesucht, die Ermittlungen seien im Gang. Kleiner: «In diesem Zusammenhang finden auch zahlreiche Hintergrundabklärungen statt. Auch wurde der Gesuchte international zur Verhaftung ausgeschrieben.» Es seien vereinzelt Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. «Die Abklärungen verliefen jedoch allesamt negativ.»

Bei der Fahndung, so Kleiner, kommen zivile wie auch uniformierte Einsatzkräfte zum Einsatz. «Die Suche konzentriert sich in einer ersten Phase auf die Fluchtrichtung oder ein Gebiet, wo sich die gesuchte Person aufhalten könnte.» In einer zweiten Phase werde diese Suche auf die parallel laufenden Ermittlungen oder nach Hinweisen aus der Bevölkerung ausgerichtet.

Keine Gewalt angewendet

Doch wie konnte der Häftling genau fliehen? Hat er Gewalt angewendet? Wie Frank Kleiner ausführt, befand sich der Mann in Begleitung eines Mitarbeiters der Strafanstalt Zug mit einem Fahrzeug auf dem Rückweg einer Auslieferung von Brennholz. «Als das Fahrzeug in der Zuger Innenstadt an einer Strassenkreuzung anhalten musste, nutzte er die Möglichkeit, öffnete die Beifahrertüre und entfernte sich in allgemeine Richtung Parkhotel.» Gewalt sei keine angewendet worden.

Der Gesuchte befand sich seit Juli 2020 in Untersuchungshaft und seit dem 10. Dezember 2020 im vorzeitigen Strafvollzug. Ihm werden laut Kleiner «mehrere Dutzend» Einbruchdiebstähle, Fahrzeugaufbrüche sowie Fahrzeugdiebstähle in mehreren Kantonen vorgeworfen.

Solche Einsätze finden fast täglich statt

Laut Toni Amrein, Leiter Amt für Justizvollzug bei der Zuger Sicherheitsdirektion, finden die externen Arbeitseinsätze fast täglich statt. «Die Bewilligung für externe Arbeitseinsätze erteilt die zuständige Staatsanwaltschaft oder das zuständige Gericht. Es betrifft nur Insassen, die ein gutes Führungszeugnis besitzen, wenn keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen nötig sind und wenn gemäss den Einschätzungen keine Fluchtgefahr besteht.»

Auf die Frage nach den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen schreibt Amrein: «Die Häftlinge werden immer von Mitarbeitenden der Strafanstalt beaufsichtigt und begleitet.»