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ZUG: Gibt es doch ein Kunsthaus im Süden?

Heute berät das Parlament den Bebauungsplan des ehe­maligen Kantonsspitalareals. Dabei könnten die Voraus­setzungen für eine Wiederauferstehung geschaffen werden.
Neben anderen Kunst- und Kulturprojekten steht auch «Shorty» aktuell auf dem ehemaligen Zuger Kantonsspitalareal. (Bild Stefan Kaiser)

Neben anderen Kunst- und Kulturprojekten steht auch «Shorty» aktuell auf dem ehemaligen Zuger Kantonsspitalareal. (Bild Stefan Kaiser)

Samantha Taylor

Die Stadt laufe Gefahr, die Katze im Sack zu kaufen: Das äusserte die Bau- und Planungskommission (BPK) in ihrem ersten Bericht zum Bebauungsplan des ehemaligen Kantonsspitalareals. Der Grund für diese Befürchtung: Das Projekt Kunsthaus musste Anfang Jahr beerdigt werden, weil es der Kunstgesellschaft nicht gelungen war, einen Mäzen zu finden, der 15 bis 20 Millionen Franken für die Realisierung des Projektes beisteuert. Damit war wieder völlig offen, was auf dem Baufeld B auf dem die öffentliche Nutzung und damit das Kunsthaus vorgesehen gewesen wäre – entstehen soll.

Die Frage ist bis heute nicht geklärt. Allerdings hat die BPK inzwischen sowohl die Stadt wie auch den Kanton als Grundeigentümer und Vertreter des Kunsthauses noch einmal an einen Tisch gebeten, um die Nutzung zu diskutieren. Dies, weil die Kommission der Auffassung ist, dass an dieser prominenten Lage eine «Nutzung mit Strahlkraft» entstehen müsse.

Fünf Jahre Zeit

Man wolle auf jeden Fall an der öffentlichen Nutzung auf diesem Baufeld festhalten, versichern in diesem Gespräch sowohl Stadtpräsident Dolfi Müller wie auch Baudirektor Heinz Tännler. «Aber zum heutigen Zeitpunkt kann kaum gesagt werden, um welche Art der Nutzung es sich handelt», so Müller weiter. Dennoch soll, so Bauchef André Wicki, ein Nagel eingeschlagen werden. Der Stadtrat will dem Entscheidungsprozess eine Frist setzen. Nach der Festsetzung des Bebauungsplans müsse die öffentliche Nutzung innerhalb von fünf Jahren konkretisiert werden. Das Konzept soll dem Grossen Gemeinderat (GGR) vorgelegt werden. Der Vorschlag erhält Unterstützung der BPK.

Aus dem zweiten BPK-Bericht, der das Treffen dokumentiert, geht weiter hervor, dass ein Kunsthaus auf dem Areal im Süden der Stadt nach wie vor nicht vom Tisch ist. «Das Kunsthaus ist zwar heute keine Option mehr, kann es aber je nach Voraussetzungen wieder werden», äussert sich Heinz Tännler. Auch für die Verantwortlichen des Kunsthauses sei die Idee noch nicht gestorben, so Richard T. Meier, Präsident der Kunstgesellschaft. «Wir wollen keineswegs mit dem Kopf durch die Wand», so Meier weiter. Es gehe der Kunstgesellschaft nicht darum, das Projekt irgendwie durchzudrücken. «Im Moment steht die Frage im Vordergrund, was die Politik will. Sollte diese nach wie vor beabsichtigen, auf dem Areal eine Nutzung mit Strahlkraft zu realisieren, dann wäre es schon beinahe unverständlich, wenn wir nicht weiterhin an ein Kunsthaus denken würden.» Dass es der Kunstgesellschaft gelingen könnte, die nötigen finanziellen Mittel bis in fünf Jahren aufzutreiben, kann Meier weder bestätigen noch verneinen. «Ich würde es aber keineswegs ausschliessen.»

Offen für Ideen

Dass ein Kunsthaus mit der Beerdigung des ersten Projektes nicht für immer vom Tisch ist, bestätigt auch Dolfi Müller. Aber: «Wir haben keinen neuen Plan in der Hinterhand. Wir spielen mit offenen Karten.» Es würden nach wie vor dieselben Bedingungen gelten. «Es braucht eine gesicherte Finanzierung.» Natürlich sei es möglich, dass dies der Kunstgesellschaft in den nächsten fünf Jahren gelinge. «Wir versteifen uns aber nicht allein auf diese Nutzung.» Man sei auch für andere Ideen offen. «Unser Ziel ist, dass an diesem Pol im Süden etwas Attraktives entsteht.» Bisher gab es allerdings kaum Ideen für eine alternative öffentliche Nutzung.

Wohnen als Option

Diese Entwicklung kommt nicht bei allen gut an. Oskar Rickenbacher, ehemaliges Mitglied des GGR, wendet sich in einem Brief an die Räte. Er ist der Meinung, dass auf diesem Baufeld eine «vielfältige Nutzung zur Belebung» nötig sei. Gemäss Rickenbacher sollten auch Wohnnutzungen oder Dienstleistungen möglich sein. Sowohl die Stadt wie auch der Kanton lehnen dies klar ab. Müller: «Wir stehen voll und ganz hinter einer öffentlichen Nutzung.»

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