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ZUG: Giftköder-Angriffe: Hundehalter sind verunsichert

Verschiedene Medien berichten über Giftköder-Angriffe auf Vierbeiner, im Internet werden Hundehalter gewarnt. Nur sehr selten jedoch werden Fälle gemeldet. Experten mahnen zur Vorsicht, warnen aber vor Panik.
Rahel Hug
Bildnummer: 60438719 Datum: 30.03.2012 Copyright: imago/Christian Mang Symbolbild: Hundehasser verteilt Giftköder in mehreren Berliner Bezirken. Nachdem von Unbekannten in verschiedenen Berliner Bezirken auf Straßen, Plätzen und Parkanlagen Giftköder ausgelegt wurden, warnen Hundehalter andere mit Plakaten. Giftköder Berlin xas x0x 2012 quer Aufmacher premiumd kurios Berlin Gift Giftkoeder Hund Hunde Hundehasser Vergiften Vergiftung Hundehalter Hauptstadt Tierschutz Tierhasser Giftköder Köder Koeder Hundefeinde Stadt Großstadt Plakat Plakate 60438719 Date 30 03 2012 Copyright Imago Christian Mang Symbol image Hundehasser distributed Poison bait in several Berlin Districts after from Unknown in different Berlin Districts on Roads Places and Parks Poison bait designed were warn Dog owners other with Posters Poison bait Berlin x0x 2012 horizontal Highlight premiumd funny Berlin Poison Giftkoeder Dog Dogs Hundehasser Vergiften Poisoning Dog owners Capital Animal welfare Tierhasser Poison bait Bait Bait City Big city Billboard Posters (Bild: Christian Mang/Imago)

Bildnummer: 60438719 Datum: 30.03.2012 Copyright: imago/Christian Mang Symbolbild: Hundehasser verteilt Giftköder in mehreren Berliner Bezirken. Nachdem von Unbekannten in verschiedenen Berliner Bezirken auf Straßen, Plätzen und Parkanlagen Giftköder ausgelegt wurden, warnen Hundehalter andere mit Plakaten. Giftköder Berlin xas x0x 2012 quer Aufmacher premiumd kurios Berlin Gift Giftkoeder Hund Hunde Hundehasser Vergiften Vergiftung Hundehalter Hauptstadt Tierschutz Tierhasser Giftköder Köder Koeder Hundefeinde Stadt Großstadt Plakat Plakate 60438719 Date 30 03 2012 Copyright Imago Christian Mang Symbol image Hundehasser distributed Poison bait in several Berlin Districts after from Unknown in different Berlin Districts on Roads Places and Parks Poison bait designed were warn Dog owners other with Posters Poison bait Berlin x0x 2012 horizontal Highlight premiumd funny Berlin Poison Giftkoeder Dog Dogs Hundehasser Vergiften Poisoning Dog owners Capital Animal welfare Tierhasser Poison bait Bait Bait City Big city Billboard Posters (Bild: Christian Mang/Imago)

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Im Ägerital kursiert zurzeit die Information, dass in Morgarten Hundeköder mit Gift und Rasierklingen verteilt worden seien und ein Hund daran sogar gestorben sei. Auch auf Facebook findet man zahlreiche Meldungen zum Thema Giftköder. Kürzlich seien mehrere Fleischstücke im Städtlerwald in Cham gefunden worden, hiess es vor einigen Tagen. Und aus der «Hündelerszene» hört man, dass es im Sommer/Herbst Fälle auf dem Zugerberg gegeben habe und das Thema neu auch im Gebiet Zollhaus in der Hünenberger Reussebene aktuell sei. Verschiedene Medien haben in den letzten Monaten vermehrt über Verdachte auf Giftköder berichtet.

Was ist dran an den Gerüchten, die in Zug die Runde machen? Häufen sich Vorkommnisse mit absichtlich platzierten Giftködern tatsächlich? Klar ist: Bei der Zuger Polizei wurden keine der angeblichen Fälle gemeldet, wie der Mediensprecher Frank Kleiner sagt: «Die Zuger Polizei hat aktuell keine Kenntnis von solchen Vorfällen. Es liegt weder eine Meldung noch eine Anzeige vor.» Auch aus der jüngsten Vergangenheit seien der Polizei keine solchen Vorfälle bekannt.

Oftmals ist Rattengift im Spiel

Dunja Fenner, die eine Kleintierpraxis in Unterägeri führt, kennt die Gerüchte. «Man hört immer wieder von solchen Ereignissen», erklärt die Tierärztin, relativiert jedoch: «Nachgewiesen sind keine Fälle. Tiere, die wegen Rasierklingen gestorben sein sollen, sind mir keine bekannt.» Vergiftungen durch Rattengift würden ab und zu vorkommen, erklärt die Expertin. «Dieses kann der Hund aber auch zufällig aufnehmen. Es muss also keine Absicht eines Tierquälers dahinterstecken.» Ob sich vermehrt Giftangriffe auf Hunde ereignen, kann Fenner deshalb nicht beurteilen. «Ich spüre aber, dass die Angst unter den Hundehaltern grösser geworden ist.» Sie rät einen Verdacht in jedem Fall schnell zu melden.

In der Ennetseeklinik für Kleintiere in Hünenberg werden laut Chirurg Marcel Keller vier bis fünf schwere Vergiftungs­fälle im Jahr behandelt. «Ob es sich dabei aber um böswillige, durch Köder verursachte Vergiftungen handelt, ist schwer zu sagen», so der Veterinär. In der Regel sei bei Vergiftungen Rattengift im Spiel, pflichtet Keller seiner Kollegin aus Unterägeri bei. «Das kann man gut nachweisen.» In der Hünenberger Tierklinik hat man einen Fall behandelt, bei dem ein Hund Rasierklingen geschluckt hatte. «Dieser hat sich im Ägerital ereignet und liegt nun zwei, drei Jahre zurück», sagt Keller. «Die Rasierklingen wurden operativ aus dem Magen entfernt.

Am nächsten Tag traten starke Blutungen aus der Bauchnaht auf. Durch die stak verlängerte Blutgerinnungszeit merkten wir, dass zusätzlich auch Rattengift im Spiel war.» Neue, weitere Fälle im Kanton Zug seien ihm nicht bekannt. «Einen mutwillig platzierten Giftköder nachzuweisen, ist aber auch sehr schwierig», ergänzt Marcel Keller. Er habe nicht das Gefühl, dass solche Fälle vermehrt vorkommen würden. «Vielmehr wird das Thema in den sozialen Medien stärker verbreitet. Grund zur Panik besteht deshalb aber nicht.» Und wie kann man seinen Hund schützen? Laut Keller ist eine totale Kontrolle schwierig: «Es hilft sicher, den Hund an die Leine zu nehmen und insbesondere im Wald nicht frei laufen zu lassen.»

Bei der zuständigen kantonalen Behörde wurden keine Giftköder-Fälle gemeldet, wie Kantonstierarzt Rainer Nussbaumer Auskunft gibt. «Es ist ein Problem, dass es bei Giftköder-Zwischenfällen keinen geregelten Meldeweg gibt», sagt er. «Das ist beispielsweise bei Hundebissen anders.» Nussbaumer empfiehlt Tierhaltern bei einem Verdacht in jedem Fall Strafanzeige gegen unbekannt bei der Polizei einzureichen. Generell sei es wichtig, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren. «Wenn sich ein Verdacht erhärtet, kann ich die Verunsicherung natürlich verstehen», sagt Nussbaumer, warnt aber vor einer Hysterie: «Im Internet sind falsche Meldungen schnell verbreitet.»

Es droht Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren

Robert Gottschalk, Präsident des Tierschutzvereins Zug, hat nicht den Eindruck, dass sich Gift­köder-Vorfälle im Kanton Zug häufen. Was in einem Kopf eines «Giftköder-Täters» vorgeht, darüber kann Gottschalk nur spekulieren. «Ich kann mir nicht erklären, warum man so etwas macht. Sicher ist, dass so jemand nicht ganz richtig tickt.» Mögliche Gründe seien eine generelle Abneigung gegenüber Hunden oder persönliche Probleme mit einem Halter. Für den Präsidenten des Tierschutzvereins steht fest: «Hunde müssen die Möglichkeit haben, sich frei zu bewegen und sich auszutoben. Leute, die so etwas machen, müssen so streng, wie es das Gesetz erlaubt, bestraft werden.» Einem Beschuldigten droht in einem solchen Fall ein Verfahren wegen Tierquälerei. Der Artikel 26 des Tierschutzgesetzes sieht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

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